Obwohl er schon jahrelang keine Kunden hat, hält Abdelkader Baba den Ski-Shop offen, in der Hoffnung, dass doch nochmal Touristen in die Wüstenstadt Agadez zum Ski-Fahren auf den weißen Sanddünen kommen. Damals war es ein internationaler Treffpunkt. Teilnehmer der Dakar Rallye brachten immer wieder Skier und Snowboards mit. Solange aber Tuaregs und al-Qaida Gruppen Niger und die Nachbarländer verunsichern, wird niemand kommen. Nur Flüchtlinge sammeln sich hier für den Transit durch die Sahara zum Mittelmeer. Ski-Sport auf Sandpisten gibt es noch in Namibia.
Ein 63-Jähriger, der gegen lokalen Brauch eine 5. Frau genommen hat und sie als Sklavin hielt, wurde zu 4 Jahren Haft verurteilt. Eine Neuheit in einem Land, das auf dem Global Slavery Index Platz 28 von 160 einnimmt, in dem 130,000 Menschen in moderner Sklaverei gefangen sind. Meist sind es Frauen und Kinder, die für sexuelle Ausbeutung sowie Haus – und Zwangsarbeit gehandelt werden. Weltweit gibt es 29,8 Mio. versklavte Menschen.
Weil die Stipendien nicht zeitig gezahlt wurden, gingen Studenten der Universität in Niamey auf die Straße. Die Polizei benutzte Tränengas und Knüppel gegen die zerstörerische Gruppe. Es gab ein Dutzend Verletzte und 20 Festnahmen. Obwohl Niger der viertgrößte Uranproduzent ist und seit kurzem auch Erdöl fördert, bleibt das Land eines der ärmsten.
Die Behörden haben 30 Personen festgenommen, die mit den Schmuggel-Netzwerken in Verbindung sind, darunter die Fahrer der Autos, deren 92 Passagiere in der Wüste verdurstet sind, und Polizisten, die gegen Bezahlung illegalen Migranten weiter geholfen haben. Der Landstreifen direkt südlich der Sahara ist schon lange Schmugglerland, und in den letzten Jahren haben Tausende auf dem Weg nach Europa diese gefährliche Route genommen.
Dürreperioden und eine zerstörerische Flut haben in dem Land, das zu 80% aus Wüste besteht, die Ernte vernichtet. Für etwa eine Million Menschen müssen Nahrungsmittel bis Ende Dezember herbeigeschafft werden. Knappheit ist endemisch in Niger, was zu Mangelernährung führt und auch für häufige Migration verantwortlich ist.
Nur einige Tage nachdem 92 Leichen von verdursteten Migranten, darunter 52 Kinder, in der Sahara gefunden wurden, hat die Polizei 127 Migranten auf dem Weg nach Algerien verhaftet. Auch plant die Regierung die Schließung der illegalen Lager, wo die meisten Trecks beginnen. Regierungschef Rafini appellierte an seine Landsleute in der Heimat zu bleiben oder auf legalem Weg auszureisen. Für Menschenschmuggler wurden harte Strafen angekündigt. Laut UN- Berichten haben zwischen März und August mindestens 30,000 Flüchtlinge die Stadt Agadez auf dem Weg nach Norden durchquert.
Dutzende Migranten sind in Niger, nördlich der Stadt Agadez umgekommen. Mit zwei Autos waren etwa 60 Menschen unterwegs über Algerien ans Mittelmeer. Als ein Auto Panne erlitt, zogen die Passagiere zu Fuß weiter, um Hilfe zu suchen. Diese kam aber zu spät. Nur fünf Leichen wurden gefunden, darunter drei Kinder; die Suche nach etwa 30 anderen musste abgebrochen werden.
Unter den 22 Gefangenen, die aus dem Gefängnis der Hauptstadt entkommen sind, sollen gefährlich eingestufte Extremisten sein. Drei Wächter wurden bei der Aktion getötet. Ermittlungen ergeben, dass vorher Waffen in das Gefängnis geschmuggelt wurden. Erst eine Woche zuvor wurden eine französische Uranmine und ein Militärcamp im Norden des Landes angegriffen. Die Islamistengruppe MUJAO scheint Racheakte für den Militäreinsatz in Mali verüben zu wollen.
Nigers Präsident warnt, dass nach den Angriffen auf die Uranminen im Norden seines Landes, die Islamisten jetzt den Tschad anpeilen würden, denn auch von dort wurden Truppen nach Mali gesandt, um die Franzosen im Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen.
Die islamistische Organisation MUJAO übernimmt die Verantwortung für zwei gleichzeitige Bombenanschläge im Norden des Niger auf die Uran-Mine des französischen Konzerns AREVA in Arlit und auf eine Kaserne der Armee in Agadez. Die Autobomben töteten mindestens 56 Personen und verwundeten 30 andere. MUJAO, das mit Al Kaida im Maghreb verbunden sein soll, rechtfertigt den Angriff als Vergeltung für die französische Militäraktion in Nord-Mali.