Simbabwes Herrscher hat Kofi Annan, Jimmy Carter und Graca Machel, die als Mitglieder des „Ältestenrates der Welt“ sich über die humanitäre Krise des Landes informieren wollten, die Einreise untersagt, weil er verhindern will, dass die Misere, die seine chaotische Politik über das Land gebracht hat, weltweit noch mehr Aufmerksamkeit erhält. Zu den leeren Regalen, leeren Schulen und geschlossenen Krankenhäusern kommt die Cholera, die ungehemmt um sich greift.
In Harare hat die Polizei gewaltsam einen Demonstrationsmarsch von etwa 1000 medizinischem Personal und Helfern gestoppt, die auf das kollabierende Gesundheitssystem aufmerksam machen wollten. Die meisten großen Krankenhäuser sind wegen Funktionsunfähigkeit geschlossen, während eine Cholera Epidemie alarmierende Ausmaße annimmt. Es gibt schon Hunderte Todesfälle, und 1,4 Millionen Menschen sind von der Krankheit bedroht.
Die Menschenrechtsgruppe WOZA (Women of Zimbabwe Arise) wurde in Berlin mit dem Amnesty-Menschenrechtspreis, dem 5. in fünf Jahren, ausgezeichnet. Seit 2003 setzt sich die Organisation für friedliche Verwirklichung politischer, sozialer und wirtschaftlicher Menschenrechte ein und ist Mugabe ein besonderer Dorn im Auge. Die beiden Aktivistinnen, Williams und Mahlangu, waren bis kurz vor ihrer Abreise im Gefängnis. Für Williams war es die 35., für Mahlangu die 30. Inhaftierung.
Statt Mugabe zu drängen, Zugeständnisse an die gewinnende Partei MDC zu machen, schienen die Vertreter der SADC Staaten die starre Haltung des Diktators noch zu unterstützen. Mugabe könnte dies als Mandat ansehen, nun selbst eine Regierung zu bilden, was die MDC in einer prekären Lage lässt. Inzwischen hat das Welternährungsprogramm (WFP) seine Lebensmittelsendungen an die hungernde Bevölkerung wegen begrenzten Finanzen kürzen müssen.
Südafrika will eine „kompromisslose Haltung“ einnehmen, wenn alle SADC Führer am Wochenende zum nächsten Gipfeltreffen nach Pretoria kommen, um die Krise in Simbabwe endlich zu beenden. In einem Wettlauf mit der Zeit, hat das Rote Kreuz angefangen, Essen an ein paar Tausend Menschen auszugeben. Im Moment brauchen über zwei Millionen Hungerhilfe, bis Januar sind es fünf Millionen.
Vor dem Tagungsort wurden 50 demonstrierende Studenten verhaftet, andere wurden mit Prügel und Tränengas vertrieben. Jetzt soll ein noch größeres Treffen geplant werden, während viele Menschen unvorstellbare Not leiden. Mugabe lässt Krankenhauspersonal bedrohen, damit sie das Ausmaß des Hungers nicht an die Öffentlichkeit geben.
Südafrika versprach, R 300 Millionen für Diesel, Saatgut und Kunstdünger zur Verfügung zu stellen, damit zu Beginn der Regenzeit wenigstens ein Teil des Landes bebaut werden kann, um der wachsenden Hungersnot entgegen zu arbeiten. Doch soll die Zahlung nur erfolgen, wenn es zu einer Einigung in der Machtteilung kommt. Bisher sind alle Gespräche kläglich gescheitert, während die Bevölkerung hungert wie nie zuvor in der modernen Geschichte.
Mugabe hat, um Mbekis weitere Intervention auszuschalten, eine „Wunschliste“ von Ministerien veröffentlicht. Ein Sprecher der Opposition nennt den Versuch, alle Schlüsselpositionen kontrollieren zu wollen, eine „einseitige, empörende und abscheuliche Intrige“.
Nachdem die politischen Gespräche praktisch gescheitert sind, werden Verhaftungen von Oppositionsanhängern wieder häufiger. Das Welternährungsprogramm braucht dringend Hilfe um weiterhin 4 Millionen Menschen zu ernähren und bittet die internationale Gemeinschaft um weitere 140 Millionen Dollar. Die Versorgungskrise spitzt sich in den kommenden Monaten zu.
Am Wochenende wird Trevor Ncube, der simbabwische Journalist und Medienunternehmer, mit dem Deutschen Afrika-Preis 2008 geehrt. Ncube ist Eigentümer und Herausgeber der beiden letzten unabhängigen Wochenzeitungen in Simbabwe, „Standard“ und „Zimbabwe Independent“ sowie des „Mail&Guardian“ in Südafrika. Er setzt sich unerschrocken für Freiheit und Menschenrechte ein, geriet durch seine kritischen Äußerungen in Konflikt mit dem Regime von Robert Mugabe und verbrachte geraume Zeit in Simbabwes Gefängnissen. Der Preis wird dem „Vorbild und Hoffnungsträger“ von Hans-Gert Pöttering, dem Präsidenten des EU Parlaments in Hamburg verliehen.