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Simbabwe – Schätzungen zufolge ist die Hälfte der jungen Menschen im Land drogenabhängig. Viele von ihnen gehen für Hustensaft mit dem Wirkstoff Codein, manche eine Flasche pro Tag. Der Hustensaft wird illegal von Südafrika importiert und ist an jeder Straßenecke erhältlich. Entzugskliniken gibt es nicht; die Alternative ist die Psychiatrie oder das Gefängnis. Nach Aussagen der Jugendlichen sind es die Perspektivlosigkeit in dem maroden Land, der tägliche Stress des Lebens auf der Straße und die Frustration, die sie dazu treiben.
Gabun – In Abwesenheit des kranken, „regierungsunfähigen“ Präsidenten Ali Bongo hat das Militär am frühen Montagmorgen über Staatsradio die Einsetzung eines „nationalen Rats“ verkündet, um die Demokratie, die der Clan der Bongos dem Land für ein halbes Jahrhundert vorenthalten hat, wiederherzustellen. Inzwischen seien die fünf aufständischen Militärs festgenommen worden. Nach einigen Schießereien sei wieder Ruhe in die Hauptstadt Libreville eingekehrt.
Uganda – William Street ist eine der geschäftigsten Straßen der Hauptstadt. Fast alle Läden sind inzwischen in Händen chinesischer Händler. Ihre Zahl in Uganda wird auf 10.000 bis 50.000 geschätzt. Ugandische Einzelhändler sind verärgert über diese unerwünschte Konkurrenz. Da China der größte Kreditgeber des Landes ist, wagt die Regierung keinen Einspruch zu erheben.
Madagaskar – In der Stichwahl für das Präsidentenamt traten zwei Ex-Präsidenten an: Rajoelina und Ravalomanana. Rajoelina ging mit 55% gegen 44% als Sieger hervor. Beschuldigungen von Wahlbetrug gingen hin und her. Die Rivalität zwischen den beiden prägte jahrelang die Politik der Insel; für die großen Probleme wie Armut, Korruption und Unterentwicklung war kaum Zeit. Das Verfassungsgericht muss das Wahlergebnis noch bestätigen.
Tansania – Präsident Magufuli hat mit zwei ägyptischen Baufirmen einen Vertrag unterzeichnet, am Rufiji Fluss im Selous Wildreservat einen riesigen Staudamm zu errichten, der die Stromversorgung im Land verdoppeln könnte. Noch hat nur ein Drittel der Bevölkerung Zugang zu Strom. Doch Umweltschützer warnen ernstlich vor der Zerstörung des Habitats für seltene Tiere, Verlust von Bodenfruchtbarkeit, weiterer Erosion und der Rückbildung des Rufiji Deltas. Auch würde der Damm die Existenzgrundlage von etwa 200.000 Menschen flussabwärts, meist Bauern und Fischer, gefährden.
Äthiopien – Der „Tag der Nationen und Nationalitäten“ feiert jährlich die Vielfalt der über 100 Mio. Bewohner des Landes. Vertreter von 80 Nationalitäten und ethnischen Gruppen kamen nach Addis Abeba in traditionellen Kostümen und mit ihren kulturellen Instrumenten. Ob aus Oromia, Tigray oder Afar, von den noch bestehenden Spannungen war in der Parade wenig zu spüren. Seit seinem Amtsantritt im April versucht Abiy Ahmed, unterstützt von den starken Frauen in der Regierung, die ethnischen Spaltungen zu überwinden, nachdem es ihm gelungen ist, mit den lange verfeindeten Nachbarn Frieden zu schließen.
DR Kongo – Der neue Friedensnobelpreisträger, der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege, der im Kriegsgebiet in Kivu tausende Opfer sexueller Gewalt in seinem Krankenhaus chirurgisch behandelt und für die weitere psychologische und soziologische Behandlung der traumatisierten Frauen sorgt, drückte in seiner Rede in Oslo die Befürchtung aus, dass die bevorstehenden Wahlen neue militärische Konflikte entzünden könnten. Die Zeit des Wahlkampfs war schon blutig, und nun, gerade zehn Tage vor dem Urnengang, brach in einem Gebäude der Wahlkommission ein Brand aus, der 70% der für Kinshasa vorgesehenen Wahlmaschinen vernichtet hat.
Marokko – Von den 193 Mitgliedstaaten haben 164 dem Pakt zugestimmt, der Migrationsfragen zu regeln sucht und illegale Migration bekämpfen will. Das von manchen kritisierte Abkommen beruhe auf internationaler Zusammenarbeit, sagte UN-Generalsekretär Guterres. Es sei eine „kollektive Schande“ dass seit dem Jahr 2000 über 60.000 Migranten auf gefährlichen Fluchtwegen ums Leben kamen.
Kenia – Die neu geprägten Schilling – Münzen zeigen Löwen, Elefanten Giraffen und Nashörner. Viele Kenianer hatten die Porträts der Staatschefs als Versuch einer Verherrlichung gesehen, besonders wenn die Münzen während ihrer Amtszeit geprägt wurden. Die 2010 Verfassung verlangt die Veränderung, und wenn die neuen Banknoten gedruckt werden, gibt es auch dort keine menschlichen Köpfe mehr. Kenia ist bedacht, dass seine Währung das historische und kulturelle Erbe des Landes wiederspiegelt.
Sierra Leone – Daniel Sidikie Turay verbrachte zur Zeit der Epidemie in 2014, die in Westafrika 11.000 Menschen wegraffte, 16 Tage im Ebola Zentrum und überlebte. Er hat fast alles verloren, 27 Familienmitglieder, darunter seine Mutter. Nur eine Schwester blieb ihm. Trotz Trauma und Stigma hat der 22-Jährige sich für ein Medizinstudium entschieden. Er will Leben retten und besonders Bedürftigen den Zugang zu medizinischer Behandlung ermöglichen.
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