Schlagwort: Südsudan

Präsident Salva Kir hat mehrere Rebellen und Rivalen, darunter zwei führende Oppositionspolitiker, begnadigt. Ob es nur eine Geste der Beschwichtigung ist oder ob Kir eine demokratische Regierung anstrebt, bleibt abzuwarten. Seit der Unabhängigkeit vom Norden in 2011 war in dem jungen Staat für Oppositionelle kein Platz.

Während verschiedenen Gruppen in der entlegenen Unity Provinz sich um Beilegung der ethnischen Kämpfe der letzten Woche bemühten, kamen in einer Schießerei 37 Menschen ums Leben. Ein Konflikt zwischen den Provinzen Unity und Warap soll der Anlass gewesen sein.

Der Waffenstillstand zwischen Kiir und Machar fing kurz nach Unterzeichnung an zu bröckeln. Es folgten weitere Gefechte. Für die Flüchtlinge in provisorischen Lagern, die über schlammige Straßen und bombardierte Flugzeug-Landepisten nicht mehr erreicht werden können, ist der Abwurf von Hilfsgütern aus der Luft die einzige Rettung. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) und OXFAM sind bereits aktiv und bitten um weitere Hilfe, um die neue Hungerkatastrophe abzuwenden. Neben Nahrungsmitteln sollen auch Saatgut und Fischernetze für einen Neustart verteilt werden.

Kirchen und Menschenrechtsorganisationen plädieren erneut um ein Ende der Kämpfe und den Schutz der leidenden Zivilbevölkerung. In den Wochen des Gemetzels haben sich beide Seiten schwerer Verbrechen schuldig gemacht. Laut Berichten der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ wurden Patienten in ihren Betten erschossen, ganze Krankenstationen niedergebrannt, medizinische Geräte geplündert und ein Krankenhaus in Leer sogar total zerstört. Die schlimmste Szene, die sich ihnen bot, war Malakal, Hauptstadt von Upper Nile, wo unzählige Leichen zwischen den verbrannten Häusern verstreut lagen. In dieser mutwilligen Zerstörung können die Ärzte kaum lebensrettende Hilfe leisten.

Das Bildungsministerium will in allen Sekundarschulen in den nächsten drei Jahren den Unterricht von Arabisch auf Englisch umstellen. Ein Pädagogenteam wählt dafür aus dem Angebot in Kenia geeignete Textbücher aus.

Im norwegischen Oslo findet heute eine internationale Geberkonferenz für den Südsudan statt. Durch die blutigen Gefechte zwischen dem Präsidenten und seinem früheren Vize ist das junge Land in Chaos versunken. Es droht eine ernste Hungersnot und unvorstellbares Elend für fast fünf Millionen Menschen. Vertreter von 40 Staaten und 50 Organisationen suchen eine Lösung aus der Krise, mehr Fördermittel und ein besseres Umfeld, diese an die Betroffenen heranzubringen. Sofort benötigt werden 800 Mio. Dollar.

Ein Sprecher der südsudanesischen Armee (SPLA) gab zu, dass seine Soldaten auf ein Flussschiff schossen und zehn Kameraden töteten. Fünfzig weitere Insassen werden vermisst. Weil das Schiff nicht an der Kontrollstelle anhielt, dachten sie es handle sich um ein feindliches Boot. Das Schiff fuhr bei Nacht auf dem Weißen Nil, um Truppen von Renk nach Malakal zu bringen.

Kämpfe um Malakal, Hauptstadt des Bundesstaates Upper Nile, haben Friedenshoffnungen begraben. Die beiden Lager beschuldigen sich gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Das staubige Marktzentrum, Tor zu den Ölfeldern der Region, hat seit Dezember schon mehrmals den Besitzer gewechselt, ein Inferno für die Bevölkerung.

250 Vertreter südsudanesischer Nichtregierungsorganisationen haben auf einem Kongress in Juba einen neuen Dachverband gegründet, die „South Sudan Civil Society Alliance“. Innenminister Gier Chaung und prominente Vertreter der Kirchen waren unter den Teilnehmern.

Bei einer Kontrolle der Gehaltslisten der Polizei fanden sich 11.000 Namen von unbekannten Personen. Höhere Offiziere hatten die Namen erfunden, um sich selbst mit den Gehältern zu bereichern. Der Betrug kostet den Staat monatlich 9 Millionen Dollar.

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