Schlagwort: Südsudan

Weil die Bewohner von Bentiu (im ölreichen Bundesstaat Unity) eine Zurückeroberung durch Regierungstruppen fürchten, verlassen sie die Stadt zu Tausenden. Die Verhandlungen über eine Waffenruhe stocken wegen politischen Gefangenen, Anhänger von Machar, die Präsident Kiir nicht freilässt. Eine Delegation der Sant’Egidio Basisgemeinschaft ist nach Addis Abeba gereist, um ihre Dienste in der Suche nach Frieden anzubieten.

Der Rat der Kirchen im Südsudan (SCC) hat in einem gemeinsamen Hirtenbrief Vorschläge unterbreitet, welche Prinzipien bei der Erstellung einer neuen Verfassung beachtet werden sollten.Die Bischöfe der christlichen Kirchen betonen die Wichtigkeit, alle Bürger, die Zivilgesellschaft und auch die Kirchen am Prozess zu beteiligen.

Zwischen 200 und 300 Zivilisten, die vor den Kämpfen in der Stadt Malakal flohen, kamen um, als die überladene Fähre sank. Malakal, am Weißen Nil, ist Tor zu den Ölfeldern vom Upper Nile Bundesstaat und immer wieder umkämpft. Inzwischen wurden die Friedengespräche in Addis Abeba wieder aufgenommen, diesmal im Tanzsaal des Gaslight Nachtklubs.

Die USA und die EU begrüßten die Mitteilung des AU-Vermittlers Thabo Mbeki, dass sich die Regierungen in Khartum und Juba über die Nutzung der Pipeline zwischen den Erdölfeldern im Südsudan und dem Hafen von Port Sudan geeinigt haben. Verhandlungen über die umstrittene Grenzziehung zwischen Nord und Süd sollen nach dem Ende des Ramadan fortgesetzt werden.

Die umstrittene Maßnahme, 60,000 Afrikaner in ihre Heimat zurückzubringen, wurde nach langer Debatte im Mai entschieden. Der „jüdische Charakter des Staates solle erhalten“ bleiben. Viele Israelis sehen die Einwanderer als Gefahr für die Sicherheit und demonstrieren; andere bangen um den internationalen Ruf des Staates. Die meisten Migranten stammen aus Südsudan. Frühere Ankömmlinge sind von Darfur geflüchtet. Jetzt sollen sie nach Eilat, Israels Hafen am Roten Meer, und von da weiter gebracht werden. Das Eindringen über die Grenze am Sinai war verhältnismäßig einfach; jetzt will Israel das Gebiet mit Mauern und Zäunen sichern.

In den vier Monaten seit der Unabhängigkeit ist die Ölförderung um 25% gefallen. Mangelnde Fachkräfte und nicht ausgeführte Reparaturen sowie die aktiven Rebellengruppen in den Grenzgebieten beeinträchtigen die Arbeit. Dazu kommt, dass die beiden Staaten sich noch nicht darauf geeinigt haben, wie sie den Ölreichtum teilen wollen. 75% der Reserven liegen im Südsudan, doch Pipeline, Raffinerien und Export-Terminal sind im Norden.

Der US-Außenminister Kerry warnt vor einem „Völkermord“, wenn die Konfliktparteien sich nicht einigen und Hassreden und Vergeltungsmorde aufhören. Die UN-Menschenrechtskommissarin Navy Pillay ist „schockiert“ über die sich abzeichnende Hungerkatastrophe, wenn eine Million Menschen gerade während der Aussaatzeit auf der Flucht sind. Sieben Millionen droht der Hunger und, laut UNESCO, könnten 50,000 Kleinkinder dieses Jahr an Unterernährung sterben.

Zum ersten Mal seit Beginn der Kämpfe wollen sich Präsident Kiir und Machar heute in Addis Abeba treffen, um über einen Frieden zu verhandeln. Amnesty International wirft beiden „gezielte Angriffe“ auf die Zivilbevölkerung und unvorstellbare Gräueltaten vor. Ban Ki Moon, so wie US-Außenminister Kerry vor ihm, hatte starken Druck auf die Kriegsherren ausgeübt, während die Nachbarstaaten Vermittlung und Unterstützung angeboten haben.

Internationale Hilfsorganisationen sind bestürzt über den Mord von sechs Mitarbeitern, die der Ethnie der Nuer angehören und von einer Miliz der „Maban Selbstverteidigungsstreitkräfte“ im Nordosten des Landes umgebracht wurden. Der Abzug des UN-Personals aus der Region gefährdet die Versorgung von 100.000 Flüchtlingen. Nach UN-Angaben sind über 4 Millionen Menschen von einer Hungersnot bedroht.

Sintflutartige Regenfälle haben an der Grenze von Südsudan und Norduganda über 20.000 Häuser zerstört und 100.000 Menschen obdachlos gemacht. Meteorologen erwarten mehr Regen in der Region.

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