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Simbabwe – Bei Protesten gegen die verheerende Wirtschaftspolitik wurden heute Morgen in Harare über 100 Oppositionelle zusammengeschlagen, die sich trotz Polizeiverbot versammelt hatten. Nur kurz zuvor wurde bekannt, dass sechs Aktivisten entführt, gefoltert und zum Teil getötet wurden. Kirchenvertreter appellierten an Politiker, nach Lösungen zu suchen, bevor es zu Gewalt kommt. Die UNO schlägt Alarm, weil 2.3 Mio. vom Hungertod bedroht sind. Alles ist knapp und teuer: Strom, Wasser, Medizin, Brot und besonders Treibstoff. Benzin kostet heute 9 US$ per Liter. Die Menschen wissen, dass nicht so sehr Dürre und Zyklon an ihrem Elend schuld sind, sondern Misswirtschaft und uferlose Korruption.

Simbabwe – Die USA stellen 475.000 Dollar zur Restaurierung der Überreste der alten Hauptstadt des Shona-Reiches zur Verfügung. Das Weltkulturerbe wird vor allem durch ein Unkraut bedroht, das mit seinen Wurzeln die Mauern zerstört. Die Anlagen von Groß-Simbabwe (der Name bedeutet „Steinhäuser“) sind die bedeutendsten von über 100 Ruinen, die zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert errichtet wurden und von einer hochentwickelten Kultur zeugen.

Simbabwe – Seit 2009, als die Behörden wegen der Hyperinflation den Simbabwe-Dollar abschafften, hat das Land keine eigene Währung und benutzte internationale Währungen: US$, Brit. Pfund, Rand und Pula. Geschäfte und die meisten Unternehmen müssen jetzt die Ersatzwährung RTGS-Dollar annehmen. Flugpreise und Zollgebühren sind ausgenommen. Die Bürger sind überrascht. Wahrscheinlich wollen die Behörden den ungebremsten Devisenhandel auf dem Schwarzmarkt eindämmen. Kritiker glauben, dass die aussichtslose Lage noch schlimmer wird. Alle leiden unter der rasanten Entwertung des Geldes. Bis Jahresende will Präsident Mnangagwa einen vollgültigen Simbabwe-Dollar einführen.

Simbabwe – Vergangene Woche wurden fünf NGO Mitglieder am Harare Flughafen festgenommen, unter dem Vorwand, dass sie einen Staatsstreich gegen Präsident Mnangagwa geplant hätten. Sie waren gerade von den Malediven zurückgekehrt, wo sie Anleitungen zu terroristischen Akten und gewalttätigen Demonstrationen erhalten haben sollen. Nach einem neuen Anstieg des Benzinpreises um 50% befürchtet die Regierung erneut Unruhen wie nach den Preissteigerungen und der Knappheit wichtiger Güter im Januar. Mit der Verhaftung der fünf Vertreter sind schon mal Sündenböcke zur Stelle, falls es zu Ausschreitungen kommt.

Simbabwe – Die WWM Kandidatin Levnajic hatte geplant, sollte die die 125.000 Euro Gewinnstufe erreichen, einer Klasse von Ingenieursstudenten nach Deutschland einzuladen. Als Rucksacktouristin war sie in Simbabwe gestrandet, weil sie mit ihrer Kreditkarte nicht an Geld kam. Die 47 Studenten nahmen sich ihrer rührend an, fütterten sie 3 Wochen durch und brachten sie an die sambische Grenze. Levnajic ist dabei, Kontakte mit Lufthansa und Botschaft aufzunehmen, bevor sie die offizielle Einladung schickt. Die „selbstlose Handlungsweise“ hätte sie „so richtig in Afrika gelernt“.

Simbabwe – Dr Tererai Trent wurde als eine der zehn meist inspirierenden Frauen in der Welt bezeichnet, im Rahmen der Initiative „Sculpted for Equal Rights“. Eine lebensgroße Bronze Statue der Professorin wird am 26 August im New York Rockefeller Centre enthüllt, neben Frauen wie Oprah Winfrey, Jane Goodall, Nicole Kidman u.a. Das Monument soll eine Anerkennung sein für ihre Rolle in der Förderung von Gleichstellung und Ermächtigung von Mädchen und Frauen.

Simbabwe – Nach jahrzehntelangem Schweigen über die Gräueltaten, die in der Säuberungsaktion „Gukurahundi“ in den 80ger Jahren im Südwesten des Landes begangen wurden, hat jetzt Präsident Mnangagwa der Exhumierung und Neubestattung der Opfer zugestimmt. Bis zu 20.000 Menschen, meist Zivilisten, sind damals umgekommen und wurden in Massengräbern verscharrt oder in Minenschachte geworfen. Staatliche Zuschüsse sollen den Prozess erleichtern und den noch traumatisierten Überlebenden medizinische und notarische Hilfe zukommen lassen. Zipra Veteranen in Bulawayo fordern, dass die Täter sich stellen und Präsident Mnangagwa selbst sich offiziell für seine Rolle in dem Massaker entschuldigt, bevor der Versöhnungsprozess beginnen kann. Er war zur Zeit der Niederschlagung Minister für Staatssicherheit in Mugabes Regierung. Mugabe selbst weigerte sich hartnäckig, Unrecht anzuerkennen und nannte es nur „einen Moment des Wahnsinns“.

Simbabwe – Weil sie keine 50ct für die Busfahrt hatte, trug die 71-jährige Witwe Plaxedes Dilon einen Sack mit Töpfen und Kleidern – von deren Verkauf sie lebte – auf ihrem Kopf 10 km zur Sammelstelle für die Zyklonopfer von Chimanimani. Ihr Tun erzeugte weit und breit Bewunderung. Als Simbabwes reichster Mann, der Econet-Gründer Strive Masiyiwa, davon hörte, versprach er, für die selbstlose Gogo ein Haus zu bauen – mit Solarstrom und fließendem Wasser – und ihr auf Lebenszeit monatlich ein „Taschengeld“ von 1000 Dollar zukommen zu lassen. Auch will er sie treffen, mit ihr beten und von ihr lernen.

Simbabwe – Auch nach Ende der Mugabe Ära halten die USA ihre Sanktionen gegen Simbabwe aufrecht, vorerst für ein Jahr. Sie umfassen ein Waffenembargo, sowie Einreisesperren und Transaktionsverbote gegen etwa 100 Firmen und Einzelpersonen, darunter auch Präsident Mnangagwa. Bevor es glaubwürdige, transparente und langfristige demokratische Reformen gebe, könne mit einer Lockerung nicht gerechnet werden. Die militärische Reaktion auf die Massenproteste im Januar, bei denen 15 Menschen umkamen, und die darauffolgende Hexenjagd auf Oppositionelle sind ein Beweis, dass Mugabes Nachfolger die alten Methoden weiterführt.

Simbabwe – Vertreter vom Zimbabwe Rat der Kirchen ZCC und der kath. Bischofskonferenz ZCBC riefen zu dem Treffen auf, um die politische und wirtschaftliche Krise, die in der blutigen Unterdrückung der Proteste im Januar kulminierte, zu beenden. Das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen, meist durch Armee und Polizei, ist viel größer als bisher angenommen. Dialog ist der einzige Weg aus dem Chaos. Obwohl Präsident Mnangagwa nicht anwesend war, sandte eine Botschaft, in der er die Kirchen für den Mediationsversuch applaudierte.

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