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Simbabwe – Nach 4 Monaten kehren die jungen Ärzte an ihren Arbeitsplatz zurück, nachdem Strive Masiyiwa, Econet Gründer, Milliardär und Philanthrop, sich bereit erklärte, für ein halbes Jahr jedem von rund 2000 Ärzten monatlich ein Unterhaltsgeld von 300 Dollar zu zahlen und den Transport zur Arbeit zu ermöglichen. Was danach passiert, ist noch nicht klar. Der Streik hatte eine Gesundheitskrise ausgelöst, die einer unbekannten Zahl von Menschen das Leben kostete. Man sprach von einem „stillen Völkermord“. Wegen der steigenden Inflation hatten die Ärzte gekämpft, dass ihre Gehaltszahlung an den US-Dollar gebunden werden soll.

Simbabwe – Die leitenden Ärzte unterstützen nun die streikenden jüngeren Kollegen, von denen über 400 gefeuert wurden. Es geht nicht nur um den Hungerlohn der Mediziner, sondern um den Mangel an Medikamenten und Geräten, an Strom und Wasser, ohne die eine sichere Behandlung der Patienten nicht gewährleistet werden kann. Die schlecht ausgestatteten Krankenhäuser bleiben eine „Todesfalle“. Die Ärzte beteuern, dass das Gesundheitspersonal sichere Arbeitsbedingungen und einen existenzsichernden Lohn braucht und die Bürger ein vertrauenswürdiges Gesundheitssystem verdienen.

Simbabwe – Weil sie seit September gegen schlechte Bezahlung streiken – ihr Monatslohn liegt bei unter 100 Euro – und sich dem Gerichtsurteil widersetzten, wurden 77 Ärzte gestern gefeuert. Das Schicksal hunderter weiterer Mediziner ist noch nicht entschieden, aber es ist undenkbar, dass alle entlassen werden, denn das würde die Gesundheitsversorgung noch chaotischer machen. Millionen Simbabwer haben keinen Zugang zu medizinischer Behandlung, weil die Preise hochgeschnellt sind und die meisten Bürger keine Krankenversicherung haben. Für den Kollaps des Gesundheitswesens werden die Misswirtschaft, die rasante Inflation und die horrende Korruption verantwortlich gemacht. Heute gehen landesweit auch die Mitglieder des öffentlichen Dienstes auf die Straße. Für Präsident Mnangagwa wächst der Druck, einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise zu finden.

Simbabwe – 30 Baby Elefanten aus dem Hwange Nationalpark wurden von ihren Familien getrennt und sind unterwegs nach China. Der Verkauf der Jungtiere sorgt für heftige Kritik, doch die Nationalpark Verwaltung argumentiert, dass sie wegen der extremen Dürre, die schon dutzende Elefanten verenden ließ, Geld brauchten, um durch Brunnenbau andere Tiere zu retten. In der aktuellen Lebensmittelknappheit passiert es noch öfter, dass die Dickhäuter über Dörfer und Felder herfallen. Deshalb strebt Simbabwe, sowie andere Länder der Region, eine Lockerung des weltweiten Elfenbeinhandelsverbots an, um die Zahl der Tiere und das Risiko für die Menschen und ihre Ernte zu verringern.

Simbabwe – Hunger bedroht 5.5 Mio. Menschen; der Stromversorger ZESA mit 77 Mio. $ Schulden, hat säumige Zahler vom Netzt getrennt; Südafrika hat die letzte flugfähige Maschine von Air Zimbabwe wegen nicht bezahlter Gebühren beschlagnahmt. Präsident Mnangagwa hat vergangenen Freitag als Anti-Sanktionstag ausgerufen, um von der tiefen Wirtschaftskrise abzulenken. Tausende sollten marschieren und gegen die US und EU Sanktionen demonstrieren. Wenige folgten dem Aufruf; die Menschen wissen, dass die Inkompetenz und Korruption der Regierung für ihre Misere verantwortlich sind. Am selben Tag kündigte die USA Regierung Sanktionen gegen den Sicherheitsminister an wegen „schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen“, die auch nach Mugabes Ära immer weiter gehen.

Simbabwe – Dr. Peter Makombeyi, Chef der Ärztevereinigung, wurde am Samstagabend von einer Gruppe Männer entführt. Sein Verbrechen ist, einen Streik für angemessene Bezahlung und bessere Bedingungen geplant zu haben, damit Ärzte ihrer Arbeit nachgehen können. Die Ärzte protestieren gegen die Entführung und werden nicht zur Arbeit zurückkehren bis Dr. Magombeyi gefunden ist. Angeblich soll inzwischen die Regierung besorgt sein und Ermittlungen aufnehmen. Entführungen von Regierungskritikern sind heute noch genau so häufig wie unter Mugabe.

Simbabwe – Heute Nachmittag traf die Sondermaschine von Singapur mit der Leiche des Ex-Präsidenten in Harare ein. Die Bürger werden im Rufaro Stadium Abschied nehmen können. Die offizielle Trauerfeier soll am Samstag im Nationalstadium stattfinden. Mugabe wurde der Heldenstatus verliehen, ob er aber auf dem nationalen Heldenfriedhof beigesetzt wird ist noch fraglich. Seine Familie gab an, dass er im heimatlichen Kutama begraben werden wollte, und dass die Putschisten vom November 2017 nicht über sein Begräbnis präsidieren sollten.

Simbabwe – Er starb 95-jährig in einem Krankenhaus in Singapur. Der gefeierte Befreiungskämpfer und Hoffnungsträger startete als vorbildlicher Politiker, der das Bildungs – und Gesundheitswesen der schwarzen Bevölkerung enorm vorantrieb. Doch die dunklen Kapitel, wie Korruption, Machtmissbrauch, Wahlfälschung, Beseitigung von Gegnern und Misswirtschaft führten zum Ruin. Simbabwe wurde von „der Kornkammer zum Armenhaus“ Afrikas. Nach 37 Jahren wurde Mugabe aus dem Amt geputscht. Der Jubel in den Straßen nach seiner Absetzung glich dem seines triumphalen Einzugs in die Hauptstadt in 1980 als Sieger der international vermittelten Parlamentswahl.

Simbabwe – Während das Land um das wirtschaftliche Überleben kämpft und Menschen vom Hungertod bedroht sind, zahlt die Regierung 155 000 US Dollar für 64 Justizperücken aus der britischen Kolonialzeit. „Die (koloniale) Tradition der Justizperücken wird in Simbabwe mit all ihren Kosten und Kontroversen fortgesetzt“, obwohl sie nichts zur Qualität der Rechtsprechung beiträgt. In Südafrika wurden die kolonialen Überreste größtenteils abgeschafft, doch Kenia, Ghana und Malawi halten auch 50 Jahre nach Ende der britischen Herrschaft an den Perücken fest.

Simbabwe – Die beliebte Samantha Kureya, unter dem Künstlername „Gonyeti“ bekannt, hatte eine Skizze über das Verbot von Protesten angefertigt, in denen sie Polizei und Regierung kritisierte. Gestern Abend wurde sie von Bewaffneten aus ihrem Haus geholt und geschlagen. Sie befindet sich in einer Polizeistation. Vor ihr wurden kürzlich bereits sechs Kritiker entführt. Komiker, die mit Gonyeti in der Comedy-Show „BustopTV“ auftreten, twitterten, dass die Behörden „das Lachen der Menschen nicht ersticken könnten“. Nach Harare wurden auch Proteste in Bulawayo und Gweru unterdrückt.

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