Schlagwort: Simbabwe

Der chinesische Bergbauunternehmer Monalof ist in einen erbitterten Streit mit den Dorfbewohnern von Binga verwickelt, die sich gegen seine Absicht wehren, sie von ihrem angestammten Land zu vertreiben. Den Dorfbewohnern wurde kürzlich eine dreimonatige Frist gesetzt, um ihre Häuser zu räumen und den Weg für die Errichtung einer Kohlemine durch Monalof zu ebnen. Dies ist nicht die erste Gruppe von Binga-Dorfbewohnern, die von ihrem angestammten Land vertrieben werden, um den Weg für chinesische Kohleabbauprojekte zu ebnen. Im Jahr 2021 ordnete die Regierung die Umsiedlung von Dorfbewohnern in Dinde an, um ein ähnliches Projekt in ihrem Gebiet zu ermöglichen. Obwohl Simbabwe über ein großes Potenzial für erneuerbare Energien verfügt, setzt das Land auf den Bau von Kohlekraftwerken, die größtenteils von chinesischen Unternehmen gebaut und finanziert werden sollen. Die Zunahme des Kohlebergbaus und der Kohleverstromung steht im Widerspruch zu Simbabwes eigener Politik und Strategie, wie der Nationalen Klimaschutzstrategie und der Nationalen Politik für erneuerbare Energien, mit denen die Kohlenstoffemissionen reduziert und die negativen Auswirkungen des Klimawandels bewältigt werden sollen.

Die Bewohner des Gebiets um Mutoko (145 km nordöstlich der Hauptstadt Harare) fühlen sich betrogen. Sie müssen zusehen, wie fremde Firmen ihren kostbaren schwarzen Granit abbauen und abtransportieren – bis zu 60 Lastwagen pro Tag. Sie fühlen sich bedroht, ausgebeutet und schlecht behandelt; ihre Häuser werden durch Sprengungen beschädigt; Ackerland wird unbrauchbar und die schon prekären Straßen werden weiter demoliert. Die Königliche Bibliothek in Kopenhagen ist von Mutoko Granit gebaut. Für die 6.500 Tonnen hat die simbabwische Regierung 975.000 US Dollar eingesteckt. Bis die Dörfler  lernen, ihren Stein selbst zu bearbeiten, bleiben sie die Verlierer.

Simbabwe und Südafrika haben die Sicherheitsvorkehrungen entlang der Limpopo-Grenze verschärft, um illegale Aktivitäten, und illegalen Personenverkehr zwischen den beiden Ländern, zu unterbinden. Allein am vergangenen Sonntag wurden über 600 Personen festgenommen. Zwischen dem 10. und 31. Dezember letzten Jahres wurden 13 387 Personen wegen Grenzübertritts und Schmuggels festgenommen. Im Rahmen derselben Operation wurden zwischen Januar und Dezember letzten Jahres über 80 000 Personen. Die Sicherheitspatrouillen werden von Hubschraubern, Drohnen, berittenen Einheiten der Polizei und der Armee sowie von Hundestaffeln durchgeführt.

Präsident Emerson Mnangagwa, drängt das Vereinigte Königreich, auf die Rückgabe von Kriegstrophäen aus der Kolonialzeit, wie z. B. Schädel von einheimischen Führern. Im Gegenzug will er die sterblichen Überreste von Cecil Rhodes nach London verschiffen. Sein Vorgänger, Robert Mugabe, verhinderte 2012, dass Mitglieder seiner regierenden Zanu-PF-Partei die sterblichen Überreste von Rhodes exhumierten, mit der Begründung, Rhodes Vermächtnis sei Teil der Geschichte des Landes.  Mnangagwa liegt zur Zeit im Streit mit Häuptlingen und traditionellen Führern aus dem Süden und Südosten des Landes, die der Regierung Korruption und wirtschaftliches Versagen vorwerfen.

5 Flüchtlinge haben versucht, ihre Abschiebung durch das botsuanische Ministerium für Verteidigung, Justiz und Sicherheit vor Gericht anzufechten. Sie waren 2008 mit der Begründung ins Land gekommen, sie seien vor der politischen Gewalt während der Jahre von Robert Mugabe geflohen. Sie hatten sich mit einer Petition an den UNHCR-Hauptsitz in Genf gewandt, nachdem im Januar 2020 der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), erklärte dass die Flüchtlinge nicht mehr gefährdet seien, und damit den Weg für Botsuana ebnete, etwa 300 simbabwischen politischen Flüchtlingen und einigen Deserteuren der Armee die Rückkehr in ihre Heimat zu gestatten, damit sie sich für eine freiwillige Rückführung registrieren lassen können. Botsuana erkennt nun keine politischen Flüchtlinge aus Simbabwe mehr an.

Der Aufruhr gegen chinesische Investoren hört nicht auf. Von Muvuradonha in Mashonaland Central bis Mutoko in Mashonaland East werden chinesische Gold-, Chrom- und Granitabbauunternehmen beschuldigt, empfindliche Landschaften zu zerstören und zu versuchen, Tausende von Dorfbewohnern von ihrem angestammten Land zu vertreiben. In Mutorashanga sind chinesische Investoren, die Chrom abbauen, mit der Gemeinde aneinandergeraten, weil sie versuchen, Wasser aus dem „heiligen“ Green Pool zu entnehmen. Der „Green Pool“ bildete sich nach dem Einsturz eines Asbestschachtes im Jahr 1964, bei dem 68 Arbeiter des Steinbruchs Ethel Mine ums Leben kamen. Für die Bevölkerung ist die Entnahme von Wasser aus diesem Becken gleichbedeutend mit einer Störung der heiligen Chinhoyi-Höhlen; beides sind auch wichtige Tourismusziele.

Der südafrikanische Minister im Präsidialamt Mondli Gungubele verkündigte, die Regierung hat beschlossen, ein mehr als 10 Jahre altes Programm, das rund 300 000 Simbabwern erlaubte, im Land zu leben und zu arbeiten, zu beenden und die „ZSP-Genehmigungen“ nicht zu verlängern. Die Inhaber haben 1 Jahr Zeit, andere Visa zu beantragen. „Nach Ablauf dieser 12 Monate müssen diejenigen, die nicht erfolgreich sind, die Republik verlassen oder werden abgeschoben „, so Gungubele. In Südafrika leben 3 Mill. Migranten in einer Bevölkerung von 60 Millionen. Viele von ihnen sind Simbabwer, die durch zwei Jahrzehnte politischer Unterdrückung und wirtschaftlichen Zusammenbruchs in den Süden getrieben wurden. Die Mehrheit von ihnen hat keine Papiere, und das ZSP gilt nur für diejenigen, die sich bei seiner Einführung 2009 registriert haben. Die südafrikanische Regierung befürchtet unkontrollierbare fremdenfeindliche Übergriffe auf Simbabwer, sobald sie die Verlängerung der „ZSP-Genehmigungen“ bekannt gegeben hätten. „Das wird zu einer humanitären Katastrophe führen“, sagt Sharon Ekambaram, Leiterin des Programms für Flüchtlings- und Migrantenrechte bei Lawyers for Human Rights in Johannesburg. „Es ist eine sehr unmenschliche Entscheidung.“

Informationsministerin Monica Mutsvangwa hat klargestellt, dass die Regierung von Simbabwe mit einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) experimentieren möchte. Sie versicherte aber auch, dass die Regierung „keine weitere Währung in die Wirtschaft einführen möchte, wie es in einigen Medien hieß. Unsere lokale Währung ist weiterhin der Simbabwe Dollar (ZW$) und keine Kryptowährung.“

Die neue Fluggesellschaft „Eurowings Discover“ wird ab März 2022 jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag den Flug von Frankfurt nach Windhuk zu den „Vic Falls“ verlängern.  So wird es erstmals Direktflüge von Deutschland aus zu den Victoria-Fällen in Simbabwe geben.

Das Land hat eine Rekordernte von Mais und anderen Getreidesorten eingefahren, die die 14,65 Millionen Einwohner des Landes für das nächste Jahr ernähren kann. Dieser Maisertrag wird auf das Dreifache der Ernte 2020 geschätzt. Für den Agrarsektor wird in diesem Jahr ein Wachstum von 34 % prognostiziert. Im Jahr davor 2020/21 wurde Mais aus Südafrika importiert. Von den 2,6 Millionen Tonnen Mais, die Südafrika exportierte, gingen etwa 20 % nach Simbabwe. Im Mai dieses Jahres kündigte Simbabwes Agrarmarketingbehörde unter Hinweis auf die erwartete Rekordernte und den Überschuss ein vollständiges Einfuhrverbot für Mais an. Die simbabwische Regierung rechnet mit Einsparungen von schätzungsweise 300 Mio. US$ durch das Verbot. Die Rekordernte ist in erster Linie den günstigen Niederschlägen zu verdanken. Regierungsprogramme unterstützten die Landwirte und sorgten dafür, dass  rechtzeitig für die Anbausaison 2020/21 ausreichende Betriebsmittel zur Verfügung standen.

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