Schlagwort: Ruanda

Frankreichs oberstes Gericht schließt die Untersuchung des Flugzeugabsturzes ab, das 1994 den Völkermord in Ruanda auslöste. Offiziell werden die Ermittlungen zur Frage, wer 1994 das Präsidentenflugzeug abgeschossen hat, eingestellt. Das Gericht erklärte, „… es gab keine ausreichenden Anklagen gegen irgendjemanden, weder für die angeblichen Verbrechen noch für andere Vergehen“, und wies die Berufung der Familien der Opfer des Raketenangriffs zurück. In die Ermittlungen waren einige Personen verwickelt, die dem derzeitigen ruandischen Präsidenten Paul Kagame nahestehen; auch waren sie von einer Reihe von Haftbefehlen geprägt, die die Beziehungen zwischen Paris und Kigali belasteten.

Amani Niyoyita, ein junger ruandischer Innovator, ist der Kopf hinter den ersten weißen Hightech-Stöcken Made-in-Ruanda, für sehbehinderte Menschen. Er nutzt Ultraschalltechnologie, um Hindernisse in einer Entfernung von 1,2 Metern zu erkennen und den Benutzer durch Vibrationen und Töne zu warnen; ferner hilft er zu erkennen, ob es Nacht oder Tag ist. Nachts wird der Stock blau und rot, um die Sichtbarkeit des Benutzers zu erhöhen. Der „intelligente weiße Stock“ selbst ist aus Aluminium gefertigt, wodurch er leichter, tragbar und einfach zu falten ist und er hat auch einen Isolator, um Gefahren zu vermeiden, falls elektrische Leitungen berührt werden. Diebstahl und Verlust sollen durch integriertes GPS verhindert werden, denn über ein Mobiltelefon mit entsprechender Software kann er geortet werden. Den verfügbaren Statistiken zufolge gibt es in Ruanda über 400.000 Menschen mit Sehbehinderung.

Zehntausende umweltschädliche Motorrad-Taxis tummeln sich in den hügeligen Straßen von Ruandas Hauptstadt. Nun baut eine in Kigali ansässige Start- Up Firma „Ampersand“ elektrische Motorräder, die umweltfreundlicher, leistungsstärker und günstiger sind. Unter dem Sitz hängt ein großes Akkupaket. An der Ladestation kann die leere Batterie schnell und einfach gegen eine volle ausgetauscht werden. So sparen die Fahrer die lästige Ladezeit. Afrikanische Großstädte, in denen Bodabodas (Motorrad-Taxis) den Personenverkehr bedienen, wie Nairobi und Kampala, und für die Benzin auch schwer erhältlich und fast unerschwinglich ist, bilden einen günstigen Markt für Ruandas E-Motorrad-Taxis.

Das „Education Development Center“ (EDC) und die „Mastercard Foundation“ haben sich zusammengetan, um das BRITE-Programm (Building Resilience in TVET Through E-Learning) ins Leben zu rufen. Ziel ist es, Ruandas Verpflichtung zur Integration von Technologie in die Bildung durch die Bereitstellung interaktiver digitaler E-Learning-Lösungen für das TVET-System zu erfüllen. Zu den E-Learning-Materialien, die in Kigali eingeführt werden, gehören ein „Work Ready Now-Audioprogramm“, branchenspezifische elektronische Lektionen (E-Lessons) und elektronisches arbeitsbezogenes Lernen (e-WBL). Building Resilience in TVET Through e-Learning (BRITE) ist ein zweijähriges Projekt, das von der Mastercard Foundation finanziert wird.

Der millionenschwere Geschäftsmann Revocant Karemangingo wurde am helllichten Tag von Bewaffneten mit automatischen Waffen in seinem Auto in Maputo erschossen. Die Ermordung eines prominenten Kritikers des ruandischen Präsidenten Paul Kagame hat die Befürchtungen anderer ruandischer Dissidenten bestätigt, dass die Präsenz ruandischer Truppen in Mosambik dazu beiträgt, gegen die eigenen politischen Feinde vorzugehen. Das Regime von Präsident Kagame, der seit 1994 regiert, wird beschuldigt, Oppositionspolitiker, Journalisten und Aktivisten in Ruanda und im Ausland zu töten oder verschwinden zu lassen, nachdem sie Kagame oder seine regierende Partei (Ruandische Patriotische Front) kritisiert haben. Die Deutsche Welle hat eine Liste der mysteriösen Todesfälle und des Verschwindens von regierungskritischen Personen in Ruanda zusammengestellt.

Die Hauptstadt Kigali wird ab dem 17. Juli für 10 Tage abgeriegelt. Das Land kämpft gegen eine schwere dritte Covid-19 Welle.

Viele Hügel im Ngoma Distrikt haben sich lila verfärbt; es blüht die Chia Pflanze. Das Pseudogetreide wurde schon von den Maya und Azteken angebaut und gilt als „Superfood“, obwohl seine Wirkungen nicht einwandfrei nachgewiesen sind. Die hauptsächlich für den Export produzierte Ernte dient als Nahrungsergänzungsmittel. Die meisten Chia-Bauern in diesem Gebiet sind Mitglieder der Kooperative Tuvugurure Ubuhinzi Ngoma 22 (KOTUNGO), die 2018 gegründet wurde. Die Nachfrage nach den Chia- Samen ist steigend. Die Kooperative verhandelt mit China und der EU während schon der Export nach Dubai floriert. Einige Chia-Bauern haben bereits Motorräder, Zuchtkühe und Häuser gekauft, andere weitere Farmen. Die Blüten der Chia Pflanze wecken Hoffnung auf ein nie dagewesenes Einkommen und so suchen die Kleinbauern ihr Glück in Chia-Samen.

„Frankreich hat eine Rolle, eine Geschichte und eine politische Verantwortung in Ruanda“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch am Gisozi-Denkmal von Kigali, das an den Genozid erinnert.1994 hatten radikale Hutus in kurzer Zeit mindestens 800.000 Angehörige der Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutus getötet. Frankreichs Rolle ist dabei umstritten, denn der damalige Präsident Francois Mitterrand, unterhielt engste Beziehungen zu der von extremistischen Hutu geführten Regierung.

Schon seit langem ist die zwielichtige Rolle Frankreichs im Völkermord in Ruanda im Jahr 1994 bekannt. Jetzt hat sich der französische Historiker François Graner Zugang zu den Akten des Präsidenten juristisch erzwungen und konnte das Versagen der Regierung Mitterand dokumentarisch belegen. Frankreich war mit der Hutu-Regierung, die für den Genozid verantwortlich ist, politisch und militärisch eng verbunden. In die von Frankreich geschaffene „humanitäre Zone“ flohen vieler der Verantwortlichen für den Genozid. Statt sie festzunehmen und dem Internationalen Gerichtshof zu übergeben, halfen sie ihnen aktiv, mit ihren Waffen in den Kongo zu flüchten, wo sie eine Guerilla Gruppe bildeten, die bis heute den Ostkongo terrorisiert

In den Monaten des Lockdowns nahm die Cyberkriminalität im Land massiv zu, mit einem 72% Anstieg der involvierten Geldbeträge. Die häufigsten Methoden sind Phishing (gefälschte E-mails), Vishing (Telefonanrufe) und Smishing (Betrug per SMS). Koordinierte Anstrengungen zwischen Finanzinstitutionen, Aufsichtsbehörden und Regierungsbehörden sowie Strafverfolgungsbehörden werden unternommen, um die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter verschiedener Institutionen auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

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