Schlagwort: Ruanda

Am 1. Juli feiert Ruanda seine 60-jährige Unabhängigkeit von Belgien. Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Ländern, die diesen Tag mit Pomp und Festivitäten begehen, ist der Unabhängigkeitstag in Ruanda zwar ein gesetzlicher Feiertag, aber es finden keine nationalen Feierlichkeiten statt. Stattdessen wird nach Angaben der ruandischen Regierung in den 3 Tage später stattfindenden Befreiungstag – oder Kwibohora, wie er in der Region genannt wird – integriert. Der Befreiungstag erinnert an den Sieg der Ruandischen Patriotischen Front (RPF) unter der Führung von Präsident Paul Kagame über die ehemalige Diktatur von Juvenal Habyarimana und die ruandischen Streitkräfte im ruandischen Bürgerkrieg. Der Sieg der RPF endete 1994 in einem Völkermord an den Tutsi bei dem Hutu-Extremisten innerhalb von 100 Tagen schätzungsweise 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu töteten. Infolgedessen flohen mehr als 2 Millionen Ruander aus dem Land.

Premierminister Edouard Ngirente hat die Teefabrik Mulindi – Ruandas größte Teefabrik – an 5.000 Kleinbauern im Distrikt Gicumbi übergeben, was den Bauern helfen soll, mehr Gewinn aus dem Teeverkauf zu ziehen. Nach Angaben des National Agricultural Export Development Board ist dies die erste Fabrik, die vollständig im Besitz von Kleinbauern ist.

Ruanda öffnet die Landgrenzen vollständig, nachdem sie 2 Jahre lang als eine der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie für den normalen Verkehr geschlossen waren. Über die Landgrenzen durften nur Lastwagen, die Waren transportierten, und Notreisende, darunter ruandische Staatsbürger, die aus Nachbarländern zurückkehrten, fahren. IN Petite Barriere im Distrikt Rubavu, der Ruanda mit der DR Kongo verbindet, überquerten vor der Pandemie täglich mehr als 50 000 Menschen die Grenze; einer der meistbenutzen Grenzübergänge weltweit. Die Menschen in den Gemeinden Goma und Gisenyi, bestreiten ihren Lebensunterhalt durch informellen Handel; durch die Grenzschließung hatte sich ihr Leben dramatisch verschlechtert.

Frankreichs oberstes Gericht schließt die Untersuchung des Flugzeugabsturzes ab, das 1994 den Völkermord in Ruanda auslöste. Offiziell werden die Ermittlungen zur Frage, wer 1994 das Präsidentenflugzeug abgeschossen hat, eingestellt. Das Gericht erklärte, „… es gab keine ausreichenden Anklagen gegen irgendjemanden, weder für die angeblichen Verbrechen noch für andere Vergehen“, und wies die Berufung der Familien der Opfer des Raketenangriffs zurück. In die Ermittlungen waren einige Personen verwickelt, die dem derzeitigen ruandischen Präsidenten Paul Kagame nahestehen; auch waren sie von einer Reihe von Haftbefehlen geprägt, die die Beziehungen zwischen Paris und Kigali belasteten.

Amani Niyoyita, ein junger ruandischer Innovator, ist der Kopf hinter den ersten weißen Hightech-Stöcken Made-in-Ruanda, für sehbehinderte Menschen. Er nutzt Ultraschalltechnologie, um Hindernisse in einer Entfernung von 1,2 Metern zu erkennen und den Benutzer durch Vibrationen und Töne zu warnen; ferner hilft er zu erkennen, ob es Nacht oder Tag ist. Nachts wird der Stock blau und rot, um die Sichtbarkeit des Benutzers zu erhöhen. Der „intelligente weiße Stock“ selbst ist aus Aluminium gefertigt, wodurch er leichter, tragbar und einfach zu falten ist und er hat auch einen Isolator, um Gefahren zu vermeiden, falls elektrische Leitungen berührt werden. Diebstahl und Verlust sollen durch integriertes GPS verhindert werden, denn über ein Mobiltelefon mit entsprechender Software kann er geortet werden. Den verfügbaren Statistiken zufolge gibt es in Ruanda über 400.000 Menschen mit Sehbehinderung.

Zehntausende umweltschädliche Motorrad-Taxis tummeln sich in den hügeligen Straßen von Ruandas Hauptstadt. Nun baut eine in Kigali ansässige Start- Up Firma „Ampersand“ elektrische Motorräder, die umweltfreundlicher, leistungsstärker und günstiger sind. Unter dem Sitz hängt ein großes Akkupaket. An der Ladestation kann die leere Batterie schnell und einfach gegen eine volle ausgetauscht werden. So sparen die Fahrer die lästige Ladezeit. Afrikanische Großstädte, in denen Bodabodas (Motorrad-Taxis) den Personenverkehr bedienen, wie Nairobi und Kampala, und für die Benzin auch schwer erhältlich und fast unerschwinglich ist, bilden einen günstigen Markt für Ruandas E-Motorrad-Taxis.

Das „Education Development Center“ (EDC) und die „Mastercard Foundation“ haben sich zusammengetan, um das BRITE-Programm (Building Resilience in TVET Through E-Learning) ins Leben zu rufen. Ziel ist es, Ruandas Verpflichtung zur Integration von Technologie in die Bildung durch die Bereitstellung interaktiver digitaler E-Learning-Lösungen für das TVET-System zu erfüllen. Zu den E-Learning-Materialien, die in Kigali eingeführt werden, gehören ein „Work Ready Now-Audioprogramm“, branchenspezifische elektronische Lektionen (E-Lessons) und elektronisches arbeitsbezogenes Lernen (e-WBL). Building Resilience in TVET Through e-Learning (BRITE) ist ein zweijähriges Projekt, das von der Mastercard Foundation finanziert wird.

Der millionenschwere Geschäftsmann Revocant Karemangingo wurde am helllichten Tag von Bewaffneten mit automatischen Waffen in seinem Auto in Maputo erschossen. Die Ermordung eines prominenten Kritikers des ruandischen Präsidenten Paul Kagame hat die Befürchtungen anderer ruandischer Dissidenten bestätigt, dass die Präsenz ruandischer Truppen in Mosambik dazu beiträgt, gegen die eigenen politischen Feinde vorzugehen. Das Regime von Präsident Kagame, der seit 1994 regiert, wird beschuldigt, Oppositionspolitiker, Journalisten und Aktivisten in Ruanda und im Ausland zu töten oder verschwinden zu lassen, nachdem sie Kagame oder seine regierende Partei (Ruandische Patriotische Front) kritisiert haben. Die Deutsche Welle hat eine Liste der mysteriösen Todesfälle und des Verschwindens von regierungskritischen Personen in Ruanda zusammengestellt.

Die Hauptstadt Kigali wird ab dem 17. Juli für 10 Tage abgeriegelt. Das Land kämpft gegen eine schwere dritte Covid-19 Welle.

Viele Hügel im Ngoma Distrikt haben sich lila verfärbt; es blüht die Chia Pflanze. Das Pseudogetreide wurde schon von den Maya und Azteken angebaut und gilt als „Superfood“, obwohl seine Wirkungen nicht einwandfrei nachgewiesen sind. Die hauptsächlich für den Export produzierte Ernte dient als Nahrungsergänzungsmittel. Die meisten Chia-Bauern in diesem Gebiet sind Mitglieder der Kooperative Tuvugurure Ubuhinzi Ngoma 22 (KOTUNGO), die 2018 gegründet wurde. Die Nachfrage nach den Chia- Samen ist steigend. Die Kooperative verhandelt mit China und der EU während schon der Export nach Dubai floriert. Einige Chia-Bauern haben bereits Motorräder, Zuchtkühe und Häuser gekauft, andere weitere Farmen. Die Blüten der Chia Pflanze wecken Hoffnung auf ein nie dagewesenes Einkommen und so suchen die Kleinbauern ihr Glück in Chia-Samen.

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