Schlagwort: Republik Togo

Seit der Oppositionsführer Jean-Pierre Fabre und ein weiteres Mitglied der Organisation „Sauvons le Togo“ offiziell im Zusammenhang mit den Marktbränden in Kara und Lomé angeklagt wurden, gerieten auch die Medien unter mehr Druck. Diese reagierten mit einem Medien-Blackout: keine Tageszeitung und nur Musik im Radio. Es wird vermutet, dass die Regierung die Brände in Auftrag gegeben hat, um die Opposition beschuldigen zu können. Vor den anstehenden Wahlen will sie wieder die Oberhand gewinnen.

Die Wahlkommission hat die Präsidentschaftswahlen auf den 24. April festgelegt. Die Oppositionspartei wollen sich an den Wahlen beteiligen, obwohl ihr Spitzenkandidat, Gilchrist Olympio, ausgeschlossen wurde, da er nicht die letzten 12 Monate in Togo lebte, sondern im Exil in Paris.

Trotz Demonstrationsverbot der Regierung protestieren seit Tagen Tausende Einwohner in den Straßen der Hauptstadt Lomé und verlangen den Rücktriff von Präsident Faure Gnassingbé und neue Wahlen. Die Oppositionskoalition „Let’s save Togo“ spricht von über 100 Verletzten. Die Meisten der 129 verhafteten Demonstranten wurden wieder freigelassen.

Die Regierung hat die internationale Gemeinschaft um Hilfe für die Opfer der Überschwemmungen der letzten Wochen gebeten. Die EU hat den drei am härtesten getroffenen Ländern, Togo, Ghana und Burkina Faso, 2 Millionen Euro zugesagt.

Präsident Faure Ggassingbé möchte den ‚Nationalen Dialog‘, der mit dem Tod seines Vater und den umstrittenen Wahlen unterbrochen war, wiederaufnehmen. Er appellierte an die Flüchtlinge im Ausland, heimzukehren.

Der Justizminister hat angekündigt, dass es in Zukunft keine Todesstrafe mehr gibt. Die kath. Basisgemeinschaft Sant’ Egidio hat sich für die Abschaffung eingesetzt und auch durch intensiven Dialog mit Regierung und Opposition in den letzten Jahren die nationale Einheit in Togo verbessert.

Sicherheitskräfte kämpften in Lomé mit Demonstranten der Oppositionsparteien, die eine Aufschiebung des Wahltermins verlangen. Präsidentschaftswahlen sollen am 24. April stattfinden.

Die kürzlich eröffnete kath. Universität, angegliedert an die CUWA (Catholic University of West Africa), spezialisiert sich in Informations Technologie. Dies soll die Entwicklung des Landes vorantreiben. Die kath. Bischofskonferenz hatte beschlossen, in allen Mitgliedsländern kath. Colleges zu eröffnen, die verschiedene Fachgebiete anbieten. Zusammen wollen sie versuchen, eine christliche Kultur zu fördern und sich in den Dienst des Gottesvolks zu stellen.

Durch Vermittlung der Gemeinschaft S. Egidio haben sich Präsident Gnassingbe und Oppositionsführer Gilchrist Olympio in Rom zu Gesprächen getroffen. Sie versprachen die Freilassung aller politischen Gefangenen. Amnesty International klagt Sicherheitskräfte und Milizen an, seit den Wahlen mindestens 150 Menschen ermordet zu haben. 38.000 sind ins Ausland geflohen.

Die togolesische Polizei hat 26 Kinder und Jugendliche von 10 bis 16 Jahre alt vor dem verschleppen ins Nachbarland gerettet. Bei einem Sicherheitscheck gelang es der Polizei, den Lastwagen anzuhalten und zwei mutmaßliche Kinderhändler festzunehmen. Die Kinder sollten auf nigerianischen Plantagen arbeiten und hatten angeblich die Zustimmung ihrer Eltern.

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