Schlagwort: Republik Togo

Präsident Faure Gnassingbe hat Victoire Tomegah Dogbe, 60, als erste weibliche Premierministerin des Landes ernannt. Frau Dogbe ist im Land respektiert, sie arbeitete für die Vereinten Nationen (UNDP), hatte verschiedene Positionen in der Regierung inne, in jüngster Zeit war sie  Ministerin für Jugend und Entwicklung. Die einst deutsche Kolonie, später unter französischer Herrschaft und seit 1960 unabhängig, zählt ca. 8 Mill. Einwohner.

Da in den letzten zehn Jahren keine Fälle gemeldet wurden, hat die WHO Togo als erstes afrikanisches Land anerkannt, das diese Krankheit beseitigt hat. Über zwei Jahrzehnte hat die nationale Gesundheitsbehörde strenge Kontrollmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Die afrikanische Trypanosomiasis oder Schlafkrankheit wird durch Parasiten verursacht, die von infizierten Tsetsefliegen übertragen werden. Sie kommt noch in 36 Ländern in sub-Sahara Afrika vor. Unbehandelt führt sie zum Tod.

Eine Untersuchung des Citizen Lab der Universität Toronto ergab, dass führende Kritiker der Regierung in Lomé Ziel eines Hackerangriffs waren; eine WhatsApp-Schwachstelle wurde genutzt. Es sind  der Bischof von Kpalimé Comlan Alowonou, Präsident der Bischofskonferenz in Togo und ein Kritiker von Präsident Faure Gnassingbé; Pater Pierre Marie-Chanel Affognon, ein Priester und Sprecher einer zivilgesellschaftlichen Gruppe namens „Hoffnung für Togo“, die die Regierung zur Rechenschaft ziehen will; Elliott Ohin, ein ehemaliger Minister für Staatsreform und Modernisierung und ehemaliger Vorsitzender der Oppositionspartei und Raymond Houndjo, ein Mitglied der Oppositionspartei. Der Zeitpunkt des Angriffs fiel mit weit verbreiteten Protesten gegen Gnassingbé und der Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten zusammen. Die Familie von Gnassingbé regiert seit Jahrzehnten in Togo, und Faure hat 2005 die Nachfolge seines Vaters EyadémaGnassingbé angetreten. Im Februar 2020 sicherte er sich seine 4. Amtszeit nach Wahlen, die die Opposition als Wahlbetrug betitelte.

Bei einem Treffen des türkischen Außenministers Mevlut Cavusoglu mit dem togolesischen Präsidenten Faure Gnassingbe in der Hauptstadt Lomé sagte Cavusoglu, dass die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter ausgebaut werden und eine Botschaft eröffnet wird. Der Außenminister reist diese Woche weiter nach Niger und Äquatorialguinea. Die Türkei erhöht die Zahl der türkischen Botschaften auf dem afrikanischen Kontinent von 12 im Jahr 2002 auf 42.  Im Gegenzug haben 36 afrikanische Länder eine Botschaft in der Türkei eröffnet. 2008 waren es nur 10 Länder. Das Handelsvolumen mit Afrika hat sich in den letzten 18 Jahren versechsfacht.

Togo – Nach offiziellen Angaben hat Präsident Fauré Gnassingbé die Wahlen Ende Februar mit über 70% der Stimmen gewonnen. Der Anführer der Opposition Agbeyome Kodjo erhielt 19%. Die Bevölkerung hat wenig Vertrauen in die öffentlichen Institutionen, wie die Wahlkommission. Togos Bischöfe beklagen einen Mangel von Transparenz und Fairness. Die Familie Gnassingbé herrscht über die 8 Millionen Einwohner der ehemaligen deutschen Kolonie seit 1967, als sich Faurés Vater Eyadéma Gnassingbé an die Macht putschte. Nach dessen Tod übernahm Fauré 2005 die Machtstellung seines Vaters.

Togo – Der emeritierte Erzbischof von Lome, Philippe Fanoko Kpodzro, wurde tagelang ernsthaft bedroht, weil er die Opposition unterstützt und transparente Wahlen fordert. Er und sein Sprecher sind überzeugt, dass die telefonischen Morddrohungen vom Staatsoberhaupt kommen. Gnassingbé und seine Familie üben schon ein halbes Jahrhundert eine autokratische Herrschaft über Togo aus und wollen weitermachen. Die Beziehungen zwischen Kirche und Regierung sind angespannt. Papst Franziskus hat Gnassingbé schon zweimal für Gespräche über Frieden, Sicherheit und Stabilität eingeladen.

Togo – Das Parlament hat eine Verfassungsänderung gebilligt, die die Präsidentschaft auf zwei Amtszeiten begrenzt, aber da bereits erfüllte Mandate nicht angerechnet werden, kann Faure Gnassingbé in 2020 und 2025 wieder antreten und bis 2030 regieren. Gerade das wollten die Togolesen durch ihre Proteste verhindern. Faure ist seit 2005 an der Macht, als er das Amt von seinem Vater übernahm, der sich 1967 an die Macht geputscht hatte. Das jahrzehntelange Festhalten der Gnassingbé Familie an der Macht ist nicht länger annehmbar

Togo – Faure E. Gnassingbé war gestern zum zweiten Besuch im Vatikan. Es ging um Fragen von „Sicherheit, Stabilität und Frieden“, die In Westafrika und der ganzen sub-Sahara Region bedroht sind. Menschenrechtler kritisieren die Zustände in Togo und die autokratische Linie, mit der die Familie Gnassingbé das Land 50 Jahre lang führt. Trotzdem spielt Togo eine Schlüsselrolle bei den Konflikten der umliegenden Länder, auch in Zentralafrika, das Franziskus so viel Sorge macht und das er 2015 besucht hat.

Togo – Am 20. Dezember sind Parlamentswahlen. Die Bevölkerung wehrt sich gegen eine Fortsetzung der Gnassingbé Dynastie. Vater Eyadéma hatte sich 1967 an die Macht geputscht. Nach seinem Tod in 2005 folgte Sohn Faure, der jetzt wieder weiter machen will. Regierung und Opposition sind in ständigem Streit über Amtszeiten, Wahlkommission, Wählerregistrierung und Verfassungsgericht. Die Massenproteste gehen trotz Verbot weiter, besonders in der Hauptstadt Lomé und in Sokodé, werden aber radikal niedergeschlagen.

Togo – Behinderungen und Fehlstellungen sind besonders für entfernt wohnende Menschen ein unüberwindbares Problem. Nun kommt die „Klinik“ zu ihnen. Die Hilfsorganisation „Handicap International“ untersucht, wie in drei Ländern: Togo, Mali und Niger, Orthesen mithilfe von 3D-Druckern hergestellt werden können. Der Scanner macht die Aufnahmen, die auf Laptop übertragen werden. Korrekturen geschehen durch Mausclick. Dann produziert der Drucker aus weichem Kunststoff die gewünschte Orthese. Vielen Menschen wurde bereits geholfen. Das Pilotprojekt läuft noch bis Jahresende.

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