Schlagwort: Republik Togo

Wegen einer heftig umstrittenen Verfassungsreform wurden die Wahlen verschoben. Am 25. März hat die Nationalversammlung von Togo eine Charta verabschiedet, die das Land von einem Präsidialsystem in ein parlamentarisches System umwandelt. Die Exekutivgewalt wird bei einem „Präsidenten des Ministerrats“ liegen, der praktisch ein Premierminister ist, während der derzeitige Präsident Togos auf eine zeremonielle Rolle reduziert wird. Die Nationalversammlung wird den Präsidenten für eine einzige Amtszeit von sechs Jahren wählen und die Direktwahl abschaffen. Die togolesische Opposition hält die Reformen für einen Trick, um den unpopulären Gnassingbé an der Macht zu halten und eine Abwahl durch die Öffentlichkeit zu vermeiden, die der lebenslangen Amtszeit von Präsidenten überdrüssig ist. Faure Gnassingbe ist seit 2005 an der Macht, nachdem er die Nachfolge seines Vaters angetreten hat, der nach einem Militärputsch drei Jahrzehnte lang regiert hatte.

Die togolesische Regierung zog Bilanz der „terroristischen“ Anschläge im Lande. Im Jahr 2023 wurden „31 Tote, 29 Verletzte und 3 Vermisste“ bei „terroristischen“ Vorfällen gemeldet, sagte Yawa Kouigan, Minister für Kommunikation und Regierungssprecher; weiter sagte sie, „Unser Land erlebte einen Angriff aus dem Hinterhalt, 11 Zusammenstöße mit bewaffneten terroristischen Gruppen, 9 Explosionen von improvisierten Sprengsätzen und 20 Entdeckungen von Sprengsätzen“. Die nördlichen Regionen von Benin, Togo und Ghana sind von Angriffen und Übergriffen dschihadistischer Gruppen betroffen, die in der Sahelzone ihr Unwesen treiben und nach Süden vordringen wollen.

Der Geschäftsführer der Ghana Water Company Limited (GWCL), Dr. Clifford Braimah, teilte mit, dass Togo versucht, Anspruch auf den Volta-See zu erheben. Er sagte, dies sei auf die kompromisslose Haltung Ghanas über das grenzüberschreitende Wasserversorgungsprojekt Sogakofe-Lome zurückzuführen. Seit den 1970er Jahren haben die Regierungen Ghanas und Togos nach einer Möglichkeit gesucht, gemeinsam ein Projekt zur Versorgung des südöstlichen Teils Ghanas und des Großraums Lomé im benachbarten Togo zu entwickeln. Das Sogakope-Lomé-Wasserversorgungsprojekt soll die Stadt Lomé in Togo und die Gemeinden in Ghana, die zwischen Sogakope und der Grenze zu Togo entlang der Autobahn Accra-Lomé liegen, mit Trinkwasser versorgen. Schon in 2001 wurde eine Durchführbarkeitsstudie abgeschlossen.

Die Angriffe gewalttätiger Extremisten in Benin und Togo nehmen zu. Seit den ersten Vorfällen im Jahr 2019 in Benin und 2021 in Togo hat sich die Taktik der Aufständischen ausgeweitet: Sie zielen nicht mehr nur auf Verteidigungskräfte ab, sondern legen auch improvisierte Sprengsätze auf Straßen und greifen Zivilisten an. Bei Angriffen im Februar und Mai 2023 sind mehr als 32 000 Togolesen und in Benin mehr als 900 Menschen geflohen.  CIPLEV (ein interministerielles Komitee für die Prävention und Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus) hat  Sensibilisierungskampagnen, vor allem in den Regionen Savanes, Centrale und Kara intensiviert. Diese Bemühungen sind wichtig, um die Verbindung zwischen dem Staat und der Bevölkerung zu stärken und die Zivilbevölkerung zu ermutigen, den Kampf gegen gewalttätigen Extremismus zu unterstützen. Da die Angriffe auf die Zivilbevölkerung jedoch zunehmen, muss die Regierung deren Schutz gewährleisten, wenn sie deren weitere Unterstützung wünscht.

Eine Gruppe schwer bewaffneter Männer überfielen einen Armeeposten in der Präfektur Kpendjal nahe der Grenze zu Burkina Faso; 8 Soldaten wurden getötet und 13 verwundet. Gruppen, die mit ISIL (ISIS) und Al-Qaida in Verbindung stehen, haben in den letzten Jahren Hunderte von Anschlägen in der westafrikanischen Sahelzone verübt und sich dabei vor allem auf die Binnenländer Burkina Faso, Niger und Mali konzentriert, aber nun weiten sie ihre Operationen auf den Golf von Guinea aus.

Die psychische Gesundheit in Afrika stellt ernste Herausforderungen. Es gibt laut WHO nur weniger als einen Therapeuten auf eine Million Einwohner; psychisch Kranke werden immer noch stigmatisiert; etwa 66 Millionen Frauen leiden unter Depressionen und Angstzuständen. Nun hat sich in Togo eine Gruppe von Frisörinnen gebildet, die die Tatsache nutzen, dass ihre Kundinnen vertrauensvoll mit Ihnen über Ihre Probleme reden. Unterstützt von der Philanthropin Marie-Alix de Putter, selbst in Kamerun aufgewachsen und preisgekrönte Kommunikationsleiterin für Afrika in Paris, werden die Frisörinnen über Symptome psychischer Krankheiten aus – und weitergebildet, so dass sie palliative erste Hilfe geben können und ernste Fälle erkennen, die sie dann an einen Psychiater weiterleiten –  alles während sie die Haare ihrer Kundinnen pflegen und stylen.

Bei einem Treffen zwischen beiden Ländern wurde die Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Energie besprochen. Es wurde beschlossen medizinische Ausbildungsprogramme abzuhalten und einen gegenseitigen Austausch von Fachkräften im Gesundheitsbereich vorzunehmen. Iran erwähnte auch die Möglichkeit, eine pharmazeutische Fabrik in Togo zu errichten. Ferner erklärt Iran, Togo bei der erfolgreichen Umsetzung seiner nationalen Elektrifizierungsstrategie zu helfen, um bis 2030 einen universellen Zugang zu Elektrizität zu erreichen.

Die Regierung wandte sich an Russland, um die Zusammenarbeit bei der Lieferung des Coronavirus-Impfstoffs Sputnik V zu erläutern. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte dazu, „Wir müssen einige Maßnahmen ergreifen, bestimmte [rechtliche] Prozeduren in Togo durchführen, und sobald dies geschieht, werden wir bereit sein, praktische Schritte zu prüfen“. Bisher ist der russische Impfstoff in 3 afrikanischen Ländern registriert: Algerien, Tunesien und die Republik Guinea.

Präsident Faure Gnassingbe hat Victoire Tomegah Dogbe, 60, als erste weibliche Premierministerin des Landes ernannt. Frau Dogbe ist im Land respektiert, sie arbeitete für die Vereinten Nationen (UNDP), hatte verschiedene Positionen in der Regierung inne, in jüngster Zeit war sie  Ministerin für Jugend und Entwicklung. Die einst deutsche Kolonie, später unter französischer Herrschaft und seit 1960 unabhängig, zählt ca. 8 Mill. Einwohner.

Da in den letzten zehn Jahren keine Fälle gemeldet wurden, hat die WHO Togo als erstes afrikanisches Land anerkannt, das diese Krankheit beseitigt hat. Über zwei Jahrzehnte hat die nationale Gesundheitsbehörde strenge Kontrollmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Die afrikanische Trypanosomiasis oder Schlafkrankheit wird durch Parasiten verursacht, die von infizierten Tsetsefliegen übertragen werden. Sie kommt noch in 36 Ländern in sub-Sahara Afrika vor. Unbehandelt führt sie zum Tod.

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