Schlagwort: Republik Togo

Der Justizminister hat angekündigt, dass es in Zukunft keine Todesstrafe mehr gibt. Die kath. Basisgemeinschaft Sant’ Egidio hat sich für die Abschaffung eingesetzt und auch durch intensiven Dialog mit Regierung und Opposition in den letzten Jahren die nationale Einheit in Togo verbessert.

Sicherheitskräfte kämpften in Lomé mit Demonstranten der Oppositionsparteien, die eine Aufschiebung des Wahltermins verlangen. Präsidentschaftswahlen sollen am 24. April stattfinden.

Die kürzlich eröffnete kath. Universität, angegliedert an die CUWA (Catholic University of West Africa), spezialisiert sich in Informations Technologie. Dies soll die Entwicklung des Landes vorantreiben. Die kath. Bischofskonferenz hatte beschlossen, in allen Mitgliedsländern kath. Colleges zu eröffnen, die verschiedene Fachgebiete anbieten. Zusammen wollen sie versuchen, eine christliche Kultur zu fördern und sich in den Dienst des Gottesvolks zu stellen.

Durch Vermittlung der Gemeinschaft S. Egidio haben sich Präsident Gnassingbe und Oppositionsführer Gilchrist Olympio in Rom zu Gesprächen getroffen. Sie versprachen die Freilassung aller politischen Gefangenen. Amnesty International klagt Sicherheitskräfte und Milizen an, seit den Wahlen mindestens 150 Menschen ermordet zu haben. 38.000 sind ins Ausland geflohen.

Die togolesische Polizei hat 26 Kinder und Jugendliche von 10 bis 16 Jahre alt vor dem verschleppen ins Nachbarland gerettet. Bei einem Sicherheitscheck gelang es der Polizei, den Lastwagen anzuhalten und zwei mutmaßliche Kinderhändler festzunehmen. Die Kinder sollten auf nigerianischen Plantagen arbeiten und hatten angeblich die Zustimmung ihrer Eltern.

Die EU wie auch die USA unterstützen die Entscheidung der westafrikanischen ECOWAS Staaten, ein Waffenembargo und andere Sanktionen gegen Togo zu verhängen, wenn der vom Militär ernannte Staatspräsident Faure Gnassingbe nicht zurücktritt. Sowohl Gegner wie auch Anhänger des Präsidenten demonstrierten in Lomé.

Obwohl er in der US Botschaft Zuflucht suchte, wurde Kpatcha Gnassingbe, der Bruder des Staatschefs, verhaftet. Die Putschvorwürfe gegen seinen Bruder Faure weist er zurück. Er selbst sei das Opfer eines versuchten Attentats. Bei einer Schießerei mit Sicherheitskräften in seinem Haus wurden zwei Menschen getötet. Fünf hohe Offiziere wurden verhaftet. Nach Amtsantritt seines Bruders Faure 2005 wurde Kpatcha Verteidigungsminister, verlor aber 2007 seinen Posten, was die Beziehungen trübte. Der Familienzwist könnte eine ethnische Dimension annehmen, denn die Mütter der beiden Halbbrüder kommen von verschiedenen Stämmen, Ewe und Kabye.

In Burkina Faso begann der ‚intertogolesische Dialog‘ aller Konfliktparteien. Der Moderator, Burkinas Präsident Campaore, stellte einen Versöhnungsplan vor, um die gewalttätigen Konflikte zu bewältigen, die der Tod von Präsident Eyadéma, fragwürdige Wahlen und die Repression der Opposition auslösten.

Die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS weigerte sich auf einem Gipfeltreffen in Niger, den Sohn des verstorbenen Präsidenten Eyadema als legalen Regierungschef anzuerkennen und drohte mit Sanktionen, falls Togo nicht seine ursprüngliche Verfassung respektiert und Präsidentschaftswahlen organisiert. Der neue Präsident hat inzwischen Wahlen in Aussicht gestellt.

Der Präsident des „Aktionskomitees für die Erneuerung“ protestiert mit Tausenden Aktivisten in der Hauptstadt Lomé für mehr Gerechtigkeit für alle. Der Gnassingbé Clan, der das 7 Mio. Volk seit 1967 beherrscht, will weiter an der Macht bleiben, und je näher die für Ende Juli geplante Wahl rückt, umso häufiger werden Tränengas, Schlagstöcke, Bedrohung von Journalisten und Verhaftung eingesetzt. Togo ist nicht der ideale demokratische Staat, den die Regierung der Welt zeigt.

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