Schlagwort: Republik Togo

Togo – Ein Bündnis von 14 Oppositionsparteien organisiert wöchentliche Proteste gegen den Präsidenten und dessen Familie, die seit 50 Jahren das Land beherrscht. Sie fordern den sofortigen Rücktritt von Faure Gnassingbé und eine Begrenzung der Amtszeiten. Die Proteste werden mit Gewalt unterdrückt. Eine regelrechte Verfolgungsjagd auf Oppositionelle ist im Gange. Die eindrucksvollste Demo war von tausenden Frauen, die für ihre leidenden Familien auf die Straße gingen.

Togo – Schon seit Wochen demonstriert die Bevölkerung, besonders die Jugend, gegen die Familiendynastie der Gnassingbé. Das kleine Togo war der erste postkoloniale Staat, dessen Unabhängigkeitsführer 1963 von Soldaten getötet wurde. Beteiligt war Eyadema Gnassingbé, der sich vier Jahre später an die Macht putschte und fast 40 Jahre lang einer der repressivsten afrikanischen Diktatoren war. Nach seinem Tod in 2005 übernahm sein Sohn Faure das Staatsamt. 800 Menschen starben bei Protesten. Das erklärt, warum so viele Togolesen trotz Tränengas und Internet Sperre furchtlos auf die Straße gehen. Sie wollen den Rücktritt des Präsidenten erzwingen und zeigen, wie Langzeitherrschern Grenzen gesetzt werden können.

Togo – Deutschland wird seine Zusammenarbeit im Gesundheitssektor mit Togo ausbauen. In Kooperation mit dem Bernhard-Nocht-Institut (BNITM) wird das nationale Referenzlabor in Togo bei der schnellen Identifizierung von Krankheitserregern unterstützt. Auch wird die Entwicklungshilfe im Ausbildungs – und Agrarsektor weiter ausgebaut. Togo ist Standort eines der zwölf grünen Zentren des BMZ in Afrika.

Republik Togo – Faure Gnassingbé, seit zehn Jahren an der Macht, will morgen für eine 3. Amtszeit wiedergewählt werden. Vor ihm regierte sein Vater das Land 40 Jahre lang. Die Opposition wollte eine erneute Kandidatur Faures verhindern, ist aber zerstritten und zu schwach. So wird das 7.3 Mio. Volk weiter unter den Repressionen der Gnassingbé Familie leiden müssen: unter Folter; Haft und politischen Morden.

Seit der Oppositionsführer Jean-Pierre Fabre und ein weiteres Mitglied der Organisation „Sauvons le Togo“ offiziell im Zusammenhang mit den Marktbränden in Kara und Lomé angeklagt wurden, gerieten auch die Medien unter mehr Druck. Diese reagierten mit einem Medien-Blackout: keine Tageszeitung und nur Musik im Radio. Es wird vermutet, dass die Regierung die Brände in Auftrag gegeben hat, um die Opposition beschuldigen zu können. Vor den anstehenden Wahlen will sie wieder die Oberhand gewinnen.

Die Wahlkommission hat die Präsidentschaftswahlen auf den 24. April festgelegt. Die Oppositionspartei wollen sich an den Wahlen beteiligen, obwohl ihr Spitzenkandidat, Gilchrist Olympio, ausgeschlossen wurde, da er nicht die letzten 12 Monate in Togo lebte, sondern im Exil in Paris.

Trotz Demonstrationsverbot der Regierung protestieren seit Tagen Tausende Einwohner in den Straßen der Hauptstadt Lomé und verlangen den Rücktriff von Präsident Faure Gnassingbé und neue Wahlen. Die Oppositionskoalition „Let’s save Togo“ spricht von über 100 Verletzten. Die Meisten der 129 verhafteten Demonstranten wurden wieder freigelassen.

Die Regierung hat die internationale Gemeinschaft um Hilfe für die Opfer der Überschwemmungen der letzten Wochen gebeten. Die EU hat den drei am härtesten getroffenen Ländern, Togo, Ghana und Burkina Faso, 2 Millionen Euro zugesagt.

Präsident Faure Ggassingbé möchte den ‚Nationalen Dialog‘, der mit dem Tod seines Vater und den umstrittenen Wahlen unterbrochen war, wiederaufnehmen. Er appellierte an die Flüchtlinge im Ausland, heimzukehren.

Der Justizminister hat angekündigt, dass es in Zukunft keine Todesstrafe mehr gibt. Die kath. Basisgemeinschaft Sant’ Egidio hat sich für die Abschaffung eingesetzt und auch durch intensiven Dialog mit Regierung und Opposition in den letzten Jahren die nationale Einheit in Togo verbessert.

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