Schlagwort: Republik Togo

Präsident Gnassingbe Eyadema, der am längsten regierende Präsident Afrikas, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Eyadema, der 1967 durch einen Staatsstreich an die Macht kam, wurde sofort durch seinen Sohn Faure ersetzt. Die Afrikanische Union (AU) bezeichnete die Machtübernahme, die inzwischen vom Parlament gebilligt wurde, als einen Coup.

Die seit Oktober 2012 immer wieder verschobene Parlamentswahl findet heute statt. Es waren besonders die mysteriösen Feuer, die die Regierung angeblich gelegt hatte, um die Opposition zu beschuldigen, die die Gemüter erhitzte und Demonstrationen auslöste. Der heutige Urnengang könnte zeigen, dass die Kontrolle der Gnassingbe Familie, die das Land über 40 Jahre regiert hat, geschwächt ist. Der Präsident wird nächstes Jahr gewählt. Für das Parlament stehen 1,174 Kandidaten zur Wahl, darunter 159 Frauen.

Binnen 72 Stunden brachen auf zwei Märkten, erst in Kara, dann in der Hauptstadt Lomé schwere Brände aus. Es scheint, als ob die Regierung diese nutzt, um die Opposition zu verfolgen, denn sofort fingen die Festnahmen an. Die oppositionelle Bewegung „ Sauvons le Togo“ wehrt sich gegen Änderung der Wahlgesetze, gegen Folter und Korruption und gegen das ganze Regime von Präsident Faure Gnassingbé. Frauen sind an vorderster Front; sie leiden auch am meisten.

Beim intertogolesischen Dialog haben Regierung und Opposition ein Abkommen geschlossen. Danach soll sich in einer Übergangsregierung die Opposition an der Regierung beteiligen. Eine unabhängige Wahlkommission soll transparente, demokratische Wahlen organisieren.

Zwei Wochen vor den Wahlen haben internationale christliche Organisationen um die Entsendung von Wahlbeobachtern gebeten. Die Lage sei bedenklich, meint die Aktion „Franciscans International“ Auch könne ohne Volkszählung keine demokratische Wahl durchgeführt werden.

Der Anführer der größten Oppositionspartei UFC, Gilchrist Olympio, wurde bei seiner Rückkehr aus dem Exil in Frankreich von Zehntausenden Anhängern begrüßt. Am 24. April finden Präsidentschaftswahlen statt.

Die Oppositionsparteien in Togo haben sich nach zweiwöchigen Verhandlungen auf Bob Akitani als Kandidaten geeinigt. Akitani gehört der wichtigsten Oppositionspartei ‚Union des Forces du Changement (UFC), deren Anführer, Gilchrist Olympio in Frankreich im Exil lebt.

Togo wählt heute einen neuen Präsidenten. 40 Jahre hatte Gnassingbé Eyadéma mit eiserner Hand regiert. Nach seinem Tod in 2005 ließ sich sein Sohn Faure Gnassingbé als Nachfolger aufstellen. Die Wahl, die ihn bestätigte, hatte blutige Folgen; 1000 Menschen kamen um. Nun tritt er wieder an, obwohl seine Regierung durch wachsende Armut, blühende Korruption und Verfolgung von Andersdenkenden gezeichnet ist. Die Befürchtung ist, dass, auch wenn die Regierungspartei verliert, sie sich zum Sieger erklärt.

Präsident Faure Gnassingbé besucht die EU, Frankreich und Italien. Bei Gesprächen mit dem EU-Entwicklungskommissar Louis Michel wurde eine Wiederaufnahme der Entwicklungshilfe vereinbart, die 1993 wegen der ‚demokratischen Defizite‘ in Togo eingestellt worden war.

Eine Manifestation in der Hauptstadt Lome von ca. 500 Personen , darunter viele mit HIV-Infizierte, wollte Autoritäten und eine breite Öffentlichkeit alarmieren, dass es zur Zeit keine antiretrovirale Medikamente mehr gibt und deshalb die lebensnotwendigen Behandlungen unterbrochen sind.

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