Schlagwort: Republik Togo

Die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS weigerte sich auf einem Gipfeltreffen in Niger, den Sohn des verstorbenen Präsidenten Eyadema als legalen Regierungschef anzuerkennen und drohte mit Sanktionen, falls Togo nicht seine ursprüngliche Verfassung respektiert und Präsidentschaftswahlen organisiert. Der neue Präsident hat inzwischen Wahlen in Aussicht gestellt.

Der Präsident des „Aktionskomitees für die Erneuerung“ protestiert mit Tausenden Aktivisten in der Hauptstadt Lomé für mehr Gerechtigkeit für alle. Der Gnassingbé Clan, der das 7 Mio. Volk seit 1967 beherrscht, will weiter an der Macht bleiben, und je näher die für Ende Juli geplante Wahl rückt, umso häufiger werden Tränengas, Schlagstöcke, Bedrohung von Journalisten und Verhaftung eingesetzt. Togo ist nicht der ideale demokratische Staat, den die Regierung der Welt zeigt.

Um in den Auseinandersetzungen nach den umstrittenen Wahlen zu vermitteln, reist eine Delegation der Afrikanischen Union (AU) nach Lomé. Das Auswärtige Amt hat den Deutschen in Togo die Ausreise angeraten. Das Goetheinstitut in Lomé wurde von maskierten Angreifern in Brand gesteckt.

Bei Gewalttätigkeiten zwischen Anhängern von Regierungs- und Oppositionsparteien sind sieben Menschen ums Leben gekommen, über 150 wurden verletzt. Die Präsidentschaftswahlen finden am kommenden Sonntag statt.

Die Wahlen in Togo verliefen relativ ruhig. Am Abend des Wahltages stürmte eine Gruppe bewaffneter Männer das Zentralbüro der Oppositionspartei und konfiszierte alle Computer, mit denen die Resultate der Wahllokale ausgewertet werden sollten. Die Kandidat der Opposition, Bob Akitani, beschuldigte die Regierungspartei, die Wahlresultate fälschen zu wollen.

Bei Manifestationen der Oppositionspartei gegen den neuen Präsidenten, an denen bis zu 3.000 Menschen teilnahmen, erschoss die Polizei mindestens zwei Demonstranten.

In einer Resolution hat das europäische Parlament den sofortigen Rücktritt des vom Militär eingesetzten Präsidenten Faure Gnassingbe gefordert und erklärt, es werde die Gültigkeit von Wahlen unter einem illegitimen Präsidenten nicht anerkennen.

Ein adventistischer Pastor, aus den Kapverden stammend, wurde in Lomé fälschlich beschuldigt, an dem Mordkomplott eines geständigen Serienmörders beteiligt gewesen zu sein, weil er angeblich Blut und Körperteile der ermordeten Frauen für Rituale brauchen wollte. Obwohl der psychisch Kranke Täter seine Anschuldigung widerrufen hat, sind der Pastor und ein weiteres Kirchenmitglied immer noch in Haft. Die Kirche, geschätzt für wertvolle Dienste an den Menschen in Togo, ist entsetzt über die „groteske Anschuldigung“ und ungerechte Behandlung.

Eine Delegation der 15 ECOWAS Staaten ist in Lomé eingetroffen, um die Verfassungskrise durch die Ernennung des neuen Präsidenten zu lösen.

Eine Delegation von amnesty international bemängelt, dass die Verantwortlichen für die Verbrechen in der Folge der letzten Wahlen immer noch nicht gerichtlich verfolgt werden. Präsident Fauré hatte ein Ende der Straflosigkeit versprochen.

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