Schlagwort: Mauretanien

In 60 Jahren diplomatischer Beziehungen besucht erstmal ein russischer Außenminister das Land. Sergej Lawrow hat Mauretanien seine Unterstützung im Kampf gegen den Dschihadismus in der Sahelzone angeboten und erklärt, er respektiere die Position des Landes im Ukraine-Krieg. Im März 2022 stimmte es für eine UN-Resolution, in der Russland aufgefordert wird, seine militärischen Operationen in der Ukraine unverzüglich einzustellen. Nun bietet Russland Lieferungen von Kohlenwasserstoff-Kraftstoff, Lebensmitteln und Düngemitteln, sowie militärische Hilfe an. Mauretanien ist ein Schlüsselland zwischen dem Maghreb und Subsahara-Afrika.

Malier fliehen ins nahe gelegene Mauretanien, um Banditen, Kämpfern, der Armee und nun auch russischen Agenten zu entkommen. Wenn die Russen mit der malischen Armee in die Stadt kommen, „nehmen sie alles mit, was sie auf dem Markt finden“, sagt AG zu Al Jazeera im Flüchtlingslager M’bera im benachbarten Mauretanien, wo er und seine Familie vor etwa einem Monat ankamen. „Oft greifen sie die Menschen an, die versuchen zu fliehen. Wenn du versuchst zu fliehen, werden sie dich töten, ohne zu wissen, wer du bist.“ Malis Militär befindet sich im 10. Jahr eines Krieges, der als separatistische Rebellion begann und sich dann zu einem Kampf entwickelte, der von bewaffneten Gruppen geführt wird, die mit Al-Qaida und dem Islamischen Staat verbunden sind. Berichten zufolge kamen die mit Russland verbundenen Wagner-Söldner im Dezember letzten Jahres nach Mali, um das Militär zu unterstützen.

Trotz wiederholter offizieller Abschaffung –  zuletzt in 2007 – besteht die Sklaverei immer noch und betrifft die Nachfahren von Generationen versklavter und bis heute nicht freigelassener Menschen. Diese sind überwiegend Schwarze, Haratin genannt. Die Geschichte der Sklaverei ist komplex. Die in 2005 anerkannte mauretanische Organisation „SOS Esclaves“ schätzt, dass etwa 600.000 Sklaven im Land leben, fast 20% der Bevölkerung, die alle mühseligen, schmutzigen Arbeiten verrichten und so der Elite ein angenehmes Leben ermöglichen. Während manche Herren mit Gewalt drohen und sogar die Sklavenkinder von den Eltern wegnehmen und verkaufen können, bieten andere ihnen die Freiheit an, die die Sklaven ohne wirtschaftliche Lebensgrundlage nicht annehmen wollen. 10 Jahre Gefängnisstrafe hat „SOS Esclaves“ für Sklavenhaltung angeordnet, aber bis heute wurde noch nie ein Sklavenhalter verurteilt. Während der Islam die Sklaverei als mit dem Koran vereinbar ansieht, glauben viele Sklaven, dass ihre Lage gottgegeben ist. Der Widerstand wächst nur sehr langsam.

Präsident Ghazouani von Mauretanien ist mit leichten Symptomen positiv auf Covid-19 getestet Mauretanien meldete am Montag 490 neue Coronavirus-Fälle, die höchste Tageszahl seit Ausbruch der Pandemie. In dem westafrikanischen Land wurden bisher 862 Todesfälle durch Covid-19 unter den 4,6 Millionen Einwohnern gemeldet, mehr als 2,3 Millionen Impfdosen wurden verabreicht. Die Infektionsrate liegt bei 0,9% = 43.497 Infektionen. Mosambiks Präsident Filipe Nyusi und seine Frau Isaura sind positiv auf Covid-19 getestet worden und befinden sich in Isolation. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Mosambik hat ihren Höhepunkt erreicht.  Insgesamt wurden während der Pandemie über 2 000 Covid-19-bedingte Todesfälle und 196 000 Infektionen verzeichnet, die Infektionsrate ist 0,6% . Botswanas Präsident Mokgweetsi Masisi befindet sich in Selbstisolierung, nachdem er bei einem Routinetest positiv auf Covid-19 getestet wurde. Botswana hat 71 % seiner Bevölkerung von rund 1,3 Millionen Menschen vollständig geimpft. Bislang wurden 222.053 COVID-19 Infektionen erfasst, bei 2.452 Todesfällen (Stand: 04.01.2022). Dies entspricht einer Infektionsrate von 9,26% sowie eine Todes- bzw. Letalitätsrate von 1,10%. Im Dezember musste Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa sich wegen Covid-19 in Behandlung geben Sein Stellvertreter führte die Amstgeschäfte weiter. In Südafrika wurden bislang 3.483.590 COVID-19 Infektionen erfasst, bei 91.451 Todesfällen an oder mit Corona (Stand: 05.01.2022). Dies entspricht einer Infektionsrate von 5,80% sowie eine Todes- bzw. Letalitätsrate von 2,63%.

Mohamed Ould Abdel Aziz (ehemaliger Präsident) wurde inhaftiert, nachdem er sich weigerte, sich bei der Polizei zu melden, als er unter Hausarrest gestellt wurde. Der Ex-Führer sagt, dass er verfolgt wird, um ihn aus der Politik herauszuhalten, hat aber geschworen, dass er nicht ins Exil gehen wird. Er regierte von 2008 bis Mitte 2019, als er von seiner ehemaligen rechten Hand und Ex-Verteidigungsminister Mohamed Ould Cheikh El Ghazouani abgelöst wurde. Die Anklagen folgten einer einjährigen Untersuchung, die vom Parlament initiiert worden war, um den Umgang mit Öleinnahmen, den Verkauf von Staatseigentum, die Abwicklung eines staatlichen Lebensmittelversorgungsunternehmens und die Aktivitäten einer chinesischen Fischereifirma zu untersuchen. Mitte März soll die Staatsanwaltschaft Bargeld und Vermögenswerte im Gegenwert von etwa 96 Mill. Euro beschlagnahmt haben.

Die diplomatischen Beziehungen zu Katar wurden nach vierjährigem Einfrieren wieder aufgenommen. In der „Katar- Krise“ hatte Saudi-Arabien dem Emirat Katar vorgeworfen, terroristische Gruppen in der Region zu unterstützen. Saudi-Arabien und seine Verbündeten Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate setzten daraufhin die diplomatischen Beziehungen aus. Anfang des Jahres beendete Saudi-Arabien die Blockade gegen Katar.  Mauretanien ist Mitglied der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union (AU), der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), der Union des Arabischen Maghreb (UAM) und der Arabischen Liga.

Die mauretanische Polizei hat am Sonntag 42 Personen freigelassen, die nach einem Protest während der offiziellen Militärparade zum 60. Unabhängigkeitstag des Landes in Nouakchott in Anwesenheit von Präsident Mohamed Ould Ghazouani, verhaftet worden waren. Die Witwen und Waisen hatten Gerechtigkeit für die Opfer des Inal-Massakers gefordert.  1990 waren 28 dunkelhäutige Soldaten von Armeeangehörigen in der Militärbasis des Dorfes Inal im Norden des Landes gehängt worden. Auch in anderen Militärcamps, wie z. B. Nbeyka, Jreida, Oualata, Legat und Azlat sowie entlang des Senegal-Flusses wurden gezielt Soldaten aufgrund ihrer Hautfarbe ausgesondert und ermordet. Insgesamt fielen 534 dunkelhäutige Militärs diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Opfer. Den mordenden Militärs wurde mit der Verabschiedung eines Amnestiegesetzes im Jahr 1993 Straffreiheit gewährt. Obwohl dunkelhäutige Menschen den größten Anteil an der Bevölkerung stellen, bestimmt eine kleine Schicht von Arabern und Berbern Politik, Gesellschaft und Wirtschaft im Land.

Mauretanien – Es ist der erste demokratische Machttransfer in dem seit 1960 von Frankreich unabhängigen afrikanischen Staat. Inzwischen erlebten die 4.5 Mio. Bewohner fünf Putsche und wurden meist von Militärherrschern regiert. Mit 52% hat der frühere Generalstabschef Ghazouani, Wunschkandidat des scheidenden Aziz, die Wahl gewonnen, obwohl Gegner noch Kritik üben. Wie alle andern Kandidaten, hat er versprochen, die Sicherheit zu verbessern und die noch verbreitete aber bestrittene Sklaverei abzuschaffen.

Mauretanien – Habi Mint Rabah hofft in den September Wahlen auf einen Sitz im Parlament für die Antisklaverei Organisation IRA/Sawab. Als Fünfjährige wurde sie Sklavin, hütete tagsüber das Vieh und wurde nächtlich von ihrem Herrn missbraucht. Nach 30 Jahren kam sie frei. Jetzt will sie ihre Lebenserfahrung im Kampf für die 10%-20% der noch versklavten Mauretanier einsetzen. Sklaverei ist offiziell verboten, geht aber ungehindert weiter. Bisher sollen mehr Antisklaverei – Aktivisten als Sklavenhalter verhaftet worden sein.

Mauretanien – Nur etwa 4000 Katholiken gibt es in dem riesigen Wüstenstaat unter 4.3 Mio. sunnitischen Muslimen, in der einzigen Diözese Nouakchott unter dem Münsteranerbischof Happe zusammengefasst. Wogegen Muslimen bei einer Konversion die Todesstrafe droht, sind die Christen total unbehelligt. Wegen ihren sozialen und karitativen Tätigkeiten genießen sie einen guten Ruf. Bischof Happe nimmt sich zurzeit besonders der afrikanischen Flüchtlinge und Migranten an.

Länder