Schlagwort: Kenia

Präsident Uhuru Kenyatta teilte mit, dass der Mindestlohn des Landes sofort um 12 % angehoben wird. Der aktuelle Mindestlohn in Kenia beträgt 13 500 Kenia-Schilling pro Monat, ca.110€.; seit 3 Jahren ist er nicht mehr überprüft worden. Im vergangenen Monat war das Land von Kraftstoffknappheit betroffen. In einigen Teilen Nairobis kam der Verkehr zum Erliegen, da sich die Autofahrer in langen Schlangen vor den Tankstellen anstellten.  Wie in anderen Ländern der Region haben die Kenianer, bedingt durch den Krieg in der Ukraine, mit einem Preisanstieg bei Lebensmittel und Treibstoff zu kämpfen.

Weil wegen der extremen anhaltenden Dürre neben den Nutztieren der Hirten auch Wildtiere in den Nationalparks zu Hunderten umkamen, hat der „Kenya Wildlife Service“ (KWS) Heu bereitgestellt, Bohrlöcher gebohrt und Wasserpfannen gefüllt, um einige Tiere zu retten. Tierärzte sind in den Parks unterwegs, um kranke und schwache Tiere zu identifizieren und zu behandeln. Auch führen Sie Obduktionen an Kadavern durch. In den letzten Tagen gab es erhebliche Regenfälle, eine Erleichterung für Pflanzenfresser, die über Monate in der trockensten Jahreszeit seit 40 Jahren von Wasser und Laubmangel betroffen waren.

Nach Angaben der Forstbehörden hat das Programm, welches den Anbau von Feldfrüchten in Wäldern erlaubt, den illegalen Holzeinschlag eingedämmt. Während andere Länder darum kämpfen, Landwirte von ihren Wäldern fernzuhalten, sieht Kenia die kleinbäuerliche Landwirtschaft auf Waldflächen als einen wesentlichen Pfeiler seiner Verpflichtung an, den Baumbestand bis Ende des Jahres von 7% auf 10% zu erhöhen. Jüngsten Schätzungen der Regierung zufolge verliert Kenia jedes Jahr etwa 12.000 seiner 4,6 Millionen Hektar Waldfläche, was auf die steigende Nachfrage nach Brennmaterial und Holzkohle, die wachsende Bevölkerung, die Ausbreitung der Infrastruktur und die Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Nutzfläche zurückzuführen ist.

Laut der kenianischen Kommunikationsbehörde (Communications Authority of Kenya, CA) wird die Nichtregistrierung der Telefonnutzer zur dauerhaften Abschaltung tausender SIM-Karten von Safaricom, Telkom und Airtel führen. Die Registrierungspflicht wird damit begründet, Fälle von digitalem Betrug und Internetkriminalität zu verringern. Die kenianische Menschenrechtskommission hat davor gewarnt, dass der Schritt der Regierung, die Kenianer zur Registrierung ihrer SIM-Karten zu zwingen, die Privatsphäre der Bürger bedroht.

Da die Regierung wegen den schwierigen geographischen Bedingungen im Norden des Landes keine regulären Gesundheitsdienste anbieten kann, hat die NGO Community Health Africa Trust  (CHAT) vor 21 Jahren angefangen, Medikamente sowie kurative und vorbeugende Dienstleistungen mit Kamelen in die entlegenen Gebiete zu bringen. Kamele werden mit Zelten und medizinischen Geräten beladen. Sie sind ideal, weil sie schwere Lasten über große Entfernungen tragen können. Ihre dicken Fußpolster schaffen das raue Gelände; ihre langen Beine halten ihren Körper von der Oberflächenhitze fern, während die dicken Wimpern ihre Augen vor Sand schützen. Für die halbnomadischen Gemeinschaften, die meist von Armut geplagt sind, ist diese Initiative lebensrettend.

Der Oberste Gerichtshof sagte in einem Mehrheitsurteil: „Das Verfassungsänderungsgesetz von 2020 ist verfassungswidrig“, und beendete damit einen fast zweijährigen Rechtsstreit über die Vorschläge. „Der Präsident kann gemäß Artikel 257 der Verfassung keine Verfassungsänderungen durch eine Volksinitiative initiieren“, so das Gericht. Die Reformen hätten die Exekutive gestärkt und die Zahl der Parlamentssitze von 290 auf 360 erhöht. Dies wäre die größte Änderung des politischen Systems in Kenia seit der Einführung einer neuen Verfassung im Jahr 2010 gewesen.

Der Pharmariese Moderna hat mit der kenianischen Regierung eine Absichtserklärung (MOU) für seine erste Anlage zur Herstellung von mRNA-Impfstoffen in Afrika unterzeichnet. Das Unternehmen erklärte, sein Ziel sei es, bis zu 500 Millionen Impfstoffdosen pro Jahr für den Kontinent zu produzieren, wobei der Schwerpunkt auf der Herstellung von Arzneimittelsubstanzen liege, die Anlage aber auch auf die Herstellung von Fertigarzneimitteln erweitert werden könne. Afrika ist der Kontinent der weltweit am wenigsten gegen das Coronavirus geimpft hat und nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zu etwa 99 % auf Importe angewiesen ist.

Der Aberdare-Nationalpark beherbergt eine reiche Tierwelt, darunter Elefanten und vom Aussterben bedrohte Nashörner. Während Einheimische mit Zweigen und eimerweise Wasser versuchten, das riesige Feuer einzudämmen, wurde ein Team von Feuerwehrleuten eingeflogen. Das Lauffeuer kommt zu einer Zeit, in der das Land nach ausbleibenden Regenfällen eine ernste Dürre erlebt. Schon 2017 und 2018 erlitt der Park verheerende Brände. Wissenschaftler machen den Klimawandel für die jüngsten harten Trockenzeiten verantwortlich.

South African Airways und Kenya Airways bereiten sich darauf vor, eine formelle Partnerschaft einzugehen, die die Gründung einer panafrikanischen Fluggesellschaft in 2023 vorsieht. Beide Fluggesellschaften stehen unter finanziellem Druck und haben Marktanteile und Flugziele an die Konkurrenz verloren. Uneinigkeit herrscht zwischen Politikern und Fluggesellschaftsbetreibern über die Ausgestaltung der „ formellen Partnerschaft“.  

Der Avocado-Sektor in Kenia ist so lukrativ geworden, dass organisierte kriminelle Banden begonnen haben, die Früchte zu stehlen. Mit den Früchten eines einzigen Baumes kann man die private Ausbildung eines Sekundarschülers für ein ganzes Jahr bezahlen – bis zu 450 Euro. Die Farmer stellen Bürgerwehren auf und versuchen mit Drohnen ihre Bäume zu überwachen. Um den Schwarzmarkt einzudämmen, haben die Behörden ein Ausfuhrverbot für Avocados von November bis Ende Januar verhängt. Zu früh gepflückte Früchte reifen auch nicht nach. Kenia hat Südafrika als größter Avocado Exporteur des Kontinents überholt. In Zukunft wird der Avocado Anbau die Teeplantagen verdrängen.

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