Schlagwort: Kenia

Somalia und Kenia stärken ihre bilateralen Beziehungen. Der neu gewählte somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud beendete am 15.07.2022 einen zweitägigen offiziellen Besuch bei seinem kenianischen Amtskollegen Uhuru Kenyatta. Die Staats- und Regierungschefs haben den sofortigen Marktzugang für Fisch aus Somalia nach Kenia und umgekehrt angeordnet und die Lockerung einiger Visabeschränkungen sowie die Wiederöffnung der Grenze vereinbart. Nach einer 2-jährigen Unterbrechung wird der Handel mit Gat, Khat oder Miraa wieder aufgenommen. Somalia ist einer der größten Märkte für Miraa. In Deutschland ist nicht-medizinischer Konsum illegal.

Im Jahr 2005 unternahmen die Bewohner der Kuruwitu Beach den beispiellosen Schritt, ein 30 Hektar großes Meeresschutzgebiet (MPA) einzurichten.  Sie hatten erkannt, dass Überfischung, Klimawandel und das unkontrollierte Sammeln von Fischen und Korallen bekämpft werden mussten, bevor das marine Ökosystem irreparabel geschädigt wurde. In dem Schutzgebiet wurde das Fischen verboten und Ersatzkorallenblöcke aus Zement und Sand ausgelegt. Das Gebiet hat sich auf bemerkenswerter Weise erholt.  Kenias Kuruwitu-Korallen sind wieder da und es gibt jetzt mehr Fische außerhalb der Schutzzone, da sich das Gebiet in einen Brutplatz verwandelt hat. Das führt dazu, dass die Fischer mehr und größere Fische fangen. Gleichzeitig hat die Artenvielfalt erheblich zugenommen, was Kuruwitu zu einem beliebten Ziel für Ökotourismus macht und Arbeitsplätze für Ranger, Bootskapitäne und Führer schafft.

Kenias Hoffnungen, zum ersten Mal das Ereignis auszurichten, haben sich zerschlagen, nachdem der Leichtathletik-Weltverband bekannt gegeben hat, dass Tokio 2025 Gastgeber sein wird. Nach der erfolgreichen Ausrichtung der U18-Weltmeisterschaft 2017, der U20-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr sowie drei Ausgaben des Kip Keino Classic, einer Etappe der World Athletics Continental Gold Tour, war Kenia zuversichtlich gewesen, das Turnier ausrichten zu können. Kenia wird nun überdenken, ob es sich für die Austragung des Turniers 2027 bewerben wird.

Der Kabinettssekretär für Landwirtschaft, Peter Munya, hat die Kenianer angesichts der steigenden Preise für Maismehl, dem Hauptbestandteil von Ugali, dem kenianischen Grundnahrungsmittel, dringend aufgefordert, ihren Ernährungsplan durch den Verzehr anderer Lebensmittel zu ergänzen. Munya sagte, Mais sei zwar das Grundnahrungsmittel, aber die Kenianer sollten sich für andere Nahrungsmittel entscheiden, wenn das Maismehl im Land knapp wird. Er forderte die Kenianer außerdem auf, verschiedene Arten von Nahrungsmitteln anzubauen, damit sie sich selbst ernähren können, ohne von importierten Erzeugnissen abhängig zu sein.

Die Kenia-Konferenz der katholischen Bischöfe (KCCB) hat die Wähler aufgefordert, bei der Ausübung ihres Wahlrechts am 9. August nicht „lässig und unvorsichtig“ zu sein. Erzbischof Martin Kivuva, der Vorsitzende der Konferenz, betonte, dass Führungspersönlichkeiten visionär sein sollten und dass ihre Visionen über ihre auf Papier festgehaltenen Manifeste hinausgehen sollten, und forderte die Wähler auf, sich die Zeit zu nehmen, die Manifeste der Führungspersönlichkeiten, die sie ins Amt wählen wollen, genau zu prüfen.

Unterhändler der Vereinten Nationen haben in Nairobi Gespräche über ein neues globales Abkommen zum Schutz von Natur und Wildtieren aufgenommen, nachdem bei einer früheren Gesprächsrunde im März keine Fortschritte erzielt werden konnten. Die UNO fordert die Länder auf, bis 2030 30 % ihrer Land- und Meeresgebiete für den Naturschutz auszuweisen. Das Erreichen dieses „30-mal-30“-Ziels würde dazu beitragen, die Umwelt weltweit vor Wilderei, Umweltverschmutzung oder einer sich ausbreitenden menschlichen Nutzung zu schützen. Nur 17 % der Landflächen der Erde und 7% der Ozeane stehen derzeit in irgendeiner Form unter Schutz. Wissenschaftler warnen, dass schätzungsweise eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind.

Die 29-jährige Nzambi Matee ist ausgebildete Maschinenbauingenieuinr und Biochemikerin, heute besser bekannt als Umweltschützerin, die ihre kreativen Möglichkeiten ausschöpft, um Plastikmüll in nachhaltige Materialien umzuwandeln. In dem von ihr gegründeten Start-up-Unternehmen Gjenge Makers produziert sie ein leichtes, kostengünstiges Baumaterial, das aus recyceltem Kunststoff, unter  Hitzezufuhr mit Sand gemischt, Ziegel härter als Beton ergibt. Diese werden in Häusern, Schulen, Straßen und Plätzen angebracht. Weil sie langlebig sind, verringern sie die Wartungskosten. Bis zu 15.000 Ziegel können täglich produziert werden. In 2020 wurde Matee vom  UN Umweltprogramm UNEP zur Gewinnerin des Young Champions of the Earth Afrika ernannt.

Die Zukunft der Flüchtlinge in den Kamps Kakuma und Dadaab ist immer noch nicht geklärt. Mehr als 400 000 Menschen, hauptsächlich aus den Nachbarländern Somalia, Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo harren einer ungewissen Zukunft entgegen. Im März 2021 ordnete die kenianische Regierung die rasche Schließung von Kakuma und Dadaab an. Als Reaktion darauf legte das UNHCR Kenia Lösungen für die seit langem andauernde Vertreibung der Flüchtlinge vor; unter anderem freiwillige Rückführung, Ausreise in Drittländer und Vereinbarungen auf alternative Aufenthaltsmöglichkeiten in Kenia. Schließlich einigten sich das Flüchtlingshilfswerk und die kenianischen Behörden auf einen Fahrplan, der die Schließung beider Lager bis zum 30. Juni 2022 vorsieht. Wenige der Versprechen sind erfüllt und die Menschen leben in Ungewissheit.

Für die im August stattfindenden Präsidentschaftswahlen hat sich Raila Odinga die erfahrene Politikerin Martha Karua zu seiner Vizekandidatin gewählt, die erste Frau auf dem Präsidentschaftsticket. Sie ist eine ehemalige Justizministerin. Als solche hatte sie 2007 Odingas oppositionelle „Orange Democratic  Movement“ (ODM) der „ethnischen Säuberung“ beschuldigt. Weil sie sich in der Vergangenheit öffentlich zur Korruption geäußert und Kenias  Politiker als „Rich Boys Club“ angeprangert hat, wurde sie von der Presse die „Eiserne Lady“ genannt. Sie wird gelobt für ihre Unterstützung von Menschenrechtsaktivisten und für ihre Bemühungen für einen breiteren Zugang zu sauberem Wasser. Mit nur 23% hat Kenia einen der niedrigsten Anteile an weiblichen Parlamentariern in Ostafrika.

Dem mit 90 Jahren verstorbenen Mwai Kibaki wurde bei der Trauerfeier am Wochenende von Würdenträgern aus dem In- und Ausland unendlich viel Lob gespendet. Kibaki war der dritte Präsident des unabhängigen Kenia, der erste aus der Opposition nach 40 Jahren Einparteienwirtschaft. Nach seiner Wahl in 2002 führte er effektive Wirtschaftsreformen ein. Leider löste seine Wiederwahl 5 Jahre später landesweite Gewalt aus. Er war ein „wahrer Patriot“, ein „großer Führer“, der auch Macht teilen konnte, solange es nicht zu Korruption kam. Er war der „beste Ökonom“ und der „großartigste Präsident“, der Architekt der jetzigen Wirtschaft, der  das Land entwickelte und zur Vereinigung des kenianischen Volkes beigetragen hat.

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