Schlagwort: Kenia

Kenias Polizei verbietet Proteste in der Hauptstadt, nachdem Polizei mit Tränengas reagiert hatte, als die von Jugendlichen angeführten Demonstranten erneut in den großen Städten auf die Straße gingen. Die Proteste begannen letzten Monat gegen geplante Steuererhöhungen und gehen weiter, obwohl das Gesetz zurückgezogen wurde. Die Demonstranten fordern Präsident William Ruto zum Rücktritt auf. Ein kenianisches Gericht hat aber das von der Polizei verhängte Verbot von Protesten in der Hauptstadt aufgehoben.  

Präsident William Ruto hat sein gesamtes Kabinett entlassen, nachdem die Demonstranten der Generation Z Druck ausgeübt und Veränderungen gefordert hatten. Der stellvertretende Präsident Rigathi Gachagua und die Kabinettssekretärin Musalia Mudavadi wurden in ihren Ämtern belassen. Ruto hat weitere Maßnahmen zugesagt, die auf eine weitere Umstrukturierung seiner Regierung hindeuten, von der wahrscheinlich mehr ineffiziente Beamte betroffen sein werden. Die Protestanten fordern, dass alle Minister überprüft werden.

In Mombasa, der zweitgrößten Stadt des Landes, demonstrieren Hunderte mit Vuvuzelas, kenianischen Fahnen und „Ruto must go“ Schildern. In Kisumu forderten Demonstranten trotz starker Polizeipräsenz in Sprechchören den Rücktritt des Präsidenten, den sie für die steigenden Lebenshaltungskosten in dem ostafrikanischen Land verantwortlich machten. In Nairobi schloss ein massives Polizeiaufgebot die Zufahrtstraßen zum Parlament und zum Amtssitz des Präsidenten. In der Innenstadt waren viele Geschäfte geschlossen. Die Proteste dauern seit zwei Wochen an. Vor einer Woche war die Situation eskaliert, als hunderte Demonstranten das Parlament stürmten und einen Teil des Gebäudes in Brand setzten. Es sind die heftigsten gewaltsamen Zusammenstöße in Kenia, seit das Land 1963 seine Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte.

In einer Fernsehansprache an die Nation sagte Präsident William Ruto: „Ich gebe nach“ und erklärte, er werde das Finanzgesetz nicht unterzeichnen. Tausende von Menschen haben gegen das umstrittene Finanzgesetz protestiert. Die Demonstranten gingen auf die Straße, um die Ablehnung des Gesetzes zu fordern, und mehr als 10 Demonstranten wurden, getötet, als die Polizei die Randalierer auseinandertrieb. In seiner Ansprache versprach Präsident Ruto, einen Dialog mit der jüngeren Generation über den weiteren Weg des Landes zu führen. Er räumte ein, dass sich die Rücknahme des Gesetzes auf die Staatsverschuldung auswirken würde, die seine Regierung in den Griff bekommen will.

Die kenianische Regierung hat damit begonnen, ghanaischen Reisenden kostenlos elektronische Reisegenehmigungen (ETA) auszustellen. Mit dieser Initiative wird das Abkommen zwischen Kenia und Ghana über die Visumfreiheit anerkannt. Ghanaische Staatsbürger, die eine Reise nach Kenia planen, müssen ihre ETA-Anträge vor der Abreise über die offizielle Website www.etakenya.go.ke einreichen.

Eine neue Studie zeigt, dass wilde afrikanische Elefanten sich gegenseitig anrufen und auf individuelle Namen reagieren, was man bisher nur bei Delfinen und Papageien beobachtet hat. Die Namen sind wie ein leises Grollen der Elefanten durch die Savanne in  Kenias Samburu-und Amboseli Nationalparks. Das von Menschen kaum hörbare und in der Fachwelt als „Rumpeln“ benannte Grollen wird von Spezialmikrofonen aufgenommen und der Herde vorgespielt. Forscher können  beobachten, ob die Mutter ein Kalb oder die Matriarchin einen Nachzügler ruft. Es ist ein Vorstoß in die Welt der Elefanten, die schon lange für ihr unschlagbares Gedächtnis bekannt sind und die, laut Forschern, möglicherweise sogar abstrakt denken können.

Nach einem öffentlichen Aufschrei wurden einige vorgesehene Steuern gestrichen. Die Ankündigung erfolgte, als die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzte, um wütende Demonstranten in der Hauptstadt Nairobi zu vertreiben. Vorgesehene Steuern 16% auf Brot, sowie höhere Steuern auf Speiseöl und mobile Gelddienste wurden gestrichen. Die Kehrtwende in Bezug auf das neue Finanzgesetz wurde von Kuria Kimani, dem Vorsitzenden des parlamentarischen Finanzausschusses, auf einer Pressekonferenz angekündigt, an der auch Präsident Ruto und andere Abgeordnete der Regierungskoalition teilnahmen. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2022 hat Präsident William Ruto mehrere neue und unpopuläre Steuern eingeführt, um die Staatsverschuldung des Landes in Höhe von fast 80 Mrd. US-Dollar abzubauen.

Auf dem Viktoriasee hat die Überfischung zu einem Rückgang der Nilbarschpopulation geführt. Der Nilbarsch erzielt auf dem Markt sehr hohe Preise. Aber die Käufer sind nicht auf das Fleisch aus, sondern auf die Schwimmblasen, auch „Mondo“ oder „Maul“ genannt. Die Schwimmblasen sind auf den asiatischen Märkten, z. B. in China, sehr gefragt, wo sie als Delikatesse gelten, eine Anti-Aging-Wirkung haben sollen und auch zur Herstellung von chirurgischen Fäden verwendet werden. Die steigende Nachfrage hat zu illegalen Fangmethoden geführt, die auf Zucht- und Jungtierbestände abzielen. Der Nilbarsch ist eine invasive Art, die in den 1950er Jahren in den Viktoriasee eingeführt wurde und das Ökosystem gestört hat. Er ist jedoch nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle für die lokalen Fischer.

Jährlich werden in Kenia etwa 20.000 Menschen von Schlangen gebissen. Fast 4.000 Bisse enden tödlich, während 7.000 Lähmungen, Amputationen und andere Schäden verursachen. Die bisher von Indien und Mexiko eingeführten Gegengifte werden immer mehr unwirksam, während Abholzung der Wälder, expandiertes Ackerland und der Klimawandel die Schlangen für Wasser und Nahrung immer näher an menschliche Territorien vordringen lassen. Die KSRIC (Kenya Snakebite Research and Intervention Centre) arbeitet intensiv, vom Gift der Black Mamba eine neue Generation von Gegengiften zu entwickeln. Da Schlangenbisse zunehmen, bemüht sich KSRIC auch in den Gemeinden um Prävention von Bissen und Erste Hilfe bei Opfern.

Präsident William Ruto hat Generalmajor Fatuma Gaiti Ahmed zur ersten weiblichen Kommandeurin der Luftwaffe ernannt. Dieser Schritt erfolgte nach dem tragischen Hubschrauberabsturz im vergangenen Monat, bei dem der Militärchef und andere Personen ums Leben kamen und der eine neue Führung erforderlich machte.  Ihre militärische Karriere begann 1983, als sie dem Women Service Corps beitrat, einer von den Hauptstreitkräften getrennten Einheit, die sich auf unterstützende Aufgaben wie Verwaltung, Logistik, Medizin und Kommunikation konzentrierte. Mit der Auflösung der Einheit im Jahr 1999 wurden Frauen in die Hauptstreitkräfte integriert, was ihnen mehr Möglichkeiten eröffnete, sich zu profilieren.

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