Schlagwort: Kenia

In seinem Unternehmen Progreen Inovations Ltd verwandelt James Murito Plastikmüll in Kraftstoff für Autos und Motoren aller Art. Durch das Erhitzen von Kunststoff bei sehr hohen Temperaturen unter Ausschluss von Sauerstoff–Pyrolyse–wird Abfall wieder in eine Öl–oder Kohlenwasserstoff Flüssigkeit verwandelt. Dann werden zwei Arten von alternativen Kraftstoffen produziert. Bei dem weltweit wachsenden Plastikproblem–laut UNO 4 Mio. Tonnen pro Jahr–kommt Muritus Erfindung zur rechten Zeit, denn im Moment werden nur 12% des Mülls verbrannt und 9% recycelt; Plastikmüll auf Deponien braucht Jahrhunderte, um sich zu zersetzen.

Auf der Fahrt durch den Tsavo Nationalpark zwischen der Küstenstadt Mombasa und der Hauptstadt Nairobi kollidierte ein Bus auf der stark befahrenen Autobahn mit einem Elefanten. Der Dickhäuter erlag auf der Unfallstelle; die verletzten Passagiere wurden in ein Krankenhaus gebracht. Herbeigeeilte Anwohner rissen sich um das Elefantenfleisch. Erst die später eintreffenden Ranger und Beamten des „Kenya Wildlife Service“ konnten die Situation entschärfen.

Der Oberste Gerichtshof hat dem Innenminister Kithure Kindiki untersagt, kenianische Polizeieinheiten im Rahmen der multinationalen Sicherheitsmission in Haiti einzusetzen. Richter Chacha Mwita vom Obersten Gerichtshofs von Milimani, hat den Polizeieinsatz vorübergehend gestoppt und der Nationalversammlung untersagt, sich mit der Angelegenheit zu befassen, bis am 24. Oktober weitere Anweisungen vorliegen. Die Entscheidung Kenias, eine multinationale Sicherheitsmission in Haiti zu leiten, hat in Kenia und in der ganzen Welt gemischte Reaktionen hervorgerufen, wobei auch ein Teil der Haitianer gegen diesen Schritt protestierte.

Lydia Iren verlor als junges Mädchen beide Eltern an HIV-Aids. Sie wurde von ihrer Gemeinde und von ihren Lehrern erzogen, wurde selbst Lehrerin und entschloss sich, für das Empfangene zu danken. Der schöne Küstenort Watamu  kämpft mit wachsender Plastikverschmutzung, sinkenden Fischbeständen und hoher Arbeitslosigkeit. So tat sich Lydia mit ehemaligen Schülern zusammen, um zu versuchen, das lokale Umfeld und die Chancen für junge Menschen zu verbessern. Wöchentlich sammeln sie Müll am Strand und machen daraus Kunst. Sie unterrichtet Kochen und Schneidern und hilft Jungunternehmern zu einem Start.

Die Benzinkosten haben ein Rekordhoch erreicht, nachdem die Energieregulierungsbehörde die Preise an den Zapfsäulen erhöht hat. Die Preisregelung gilt bis zum 14. Oktober.  In Nairobi kostet 1l Benzin 211,64 Ksh (+17Schilling), 1l Diesel 200,99 Ksh und 1l Kerosin 202,61 Ksh (ca. €1,30). Energieminister Davis Chirchir machte unter anderem die Drosselung der Ölproduktion durch die Hauptproduzenten Saudi-Arabien und Russland dafür verantwortlich, dass die weltweiten Rohölpreise auf ein Zehnmonatshoch gestiegen sind. Die Benzinpreiserhöhung verschärft die wirtschaftliche Notlage von Millionen von Menschen. Die Kenianer sind bereits mit einer schweren Lebenskostenkrise konfrontiert, da die Preise für viele Grundnahrungsmittel steigen, eine Reihe neuer Steuern erhoben werden und der Schilling stark fällt.

In den letzten 10 Jahren ist das Wasser im kenianischen Rift Valley aufgrund des Klimawandels, der falschen Landnutzung und der Verschiebung der tektonischen Platten gestiegen. Der Anstieg hat die Lebensgrundlagen und natürliche Touristenattraktionen wie die Heißwasserquellen beeinträchtigt. Ganze Dorfgemeinschaften mussten wegen des steigenden Wasserspiegels in den Bogoria-Nationalpark umsiedeln. Das Great Rift Valley ist die bevölkerungsreichste Region Kenias und beherbergt laut 2019 der letzten Volkszählung, ¼ der Bevölkerung. Das Gebiet ist multiethnisch: Samburu, Turkana, Massai, Kalendjin; die beiden letzteren bilden die Mehrheit. Laut einer Studie aus dem Jahr 2021, bedeckte das Wasser des Baringo-Sees 1995 eine Fläche von 118 km². Im Jahr 2020 hatte er sich auf 195 km² ausgedehnt.

Bei der Eröffnung des Afrikanischen Klimagipfels in Nairobi vor afrikanischen und internationalen Führern und Delegierten erklärte Ruto: „Nur wenige Kilometer von Ihrem Platz entfernt haben Wissenschaftler die frühesten Überreste des Menschen auf der Erde entdeckt und geortet. Mit anderen Worten: Hier hat die Menschheit begonnen. Erlauben Sie mir daher, Sie zu Hause willkommen zu heißen. In einigen Monaten werden wir ernsthaft darüber nachdenken, die Visumspflicht abzuschaffen, weil es unfair ist, von jedem, der nach Hause kommt, ein Visum zu verlangen“.

Die kenianischen Streitkräfte (KDF) haben bei einem laufenden Rekrutierungsverfahren in Lamu weibliche Rekruten ausgeschlossen. Die KDF-Beamten erklärten, dass es in der Region bereits eine ausreichende Anzahl weiblicher Angehöriger gibt. Hunderte von Frauen waren enttäuscht, da sie von weit herkamen und Geld für Übernachtung und Transport ausgegeben hatten. Für viele war es die letzte Chance, da die Altersgrenze 26 Jahre beträgt. Es ist nicht das erste Mal, dass Frauen von diesem Verfahren ausgeschlossen wurden. Ähnliche Vorfälle gab es bereits 2017 und 2018.

Ein kenianisches Gericht verlängerte am Donnerstag die Haftzeit des Sektenführers, Paul Nthenge Mackenzie und der 29 Mitangeklagten, die sich seit Mitte April in Polizeigewahrsam befindet, während die Ermittler in einem Wald nahe der Küste des Indischen Ozeans nach weiteren Leichen suchen. Bislang wurden 425 Leichen im Shakahola-Wald entdeckt, einem 325 Hektar großen Buschland, das landeinwärts von der Stadt Malindi am Indischen Ozean liegt. Eine vierte Runde von Exhumierungen wurde am 19. Juli ausgesetzt, damit das schlecht ausgestattete Leichenschauhaus in Malindi die Autopsien an 87 Leichen durchführen konnte. Die Haupttodesursache scheint Verhungern zu sein, doch einige der Opfer – darunter auch Kinder – wurden laut Autopsie Ergebnissen der Regierung erwürgt, geschlagen oder erstickt. Rund 95 Menschen wurden aus dem Wald gerettet, und nach Angaben der Polizei wurden 464 DNA-Proben von Familien entnommen, die nach ihren vermissten Angehörigen suchen. Im Juni erklärte die Regierung, sie werde den riesigen Küstenwald in eine nationale Gedenkstätte umwandeln. Die schreckliche Geschichte hat Präsident William Ruto dazu veranlasst, sich zu dem heiklen Thema der einheimischen religiösen Bewegungen in Kenia zu äußern – und zu den gescheiterten Bemühungen, skrupellose Kirchen und Sekten zu regulieren, die sich in der Kriminalität verstrickt haben. Nach Angaben der Regierung sind in dem ostafrikanischen Land mit rund 53 Millionen Einwohnern mehr als 4 000 Kirchen registriert.

26 Religionsführer aus 12 Ländern (katholische, anglikanische, presbyterianische und andere christliche Konfessionen, der Gesamtafrikanische Kirchenrat, Muslime und indigene Glaubensrichtungen) kamen in Nairobi zusammen, um konkrete Vorschläge zur nachhaltigen Entwicklung Afrikas zu machen. In einer Erklärung definierten sie das Treffen als „nicht nur eine Zusammenkunft, sondern ein eindrucksvolles Zeugnis der gemeinsamen Kraft der interreligiösen Einheit, der gemeinsamen Weisheit und des gemeinsamen Engagements für Gerechtigkeit“. „Geprägt von unseren Heiligen Schriften und moralischen Überzeugungen“, so das Dokument, „gehen wir entschlossen die drängenden Probleme der Verschuldung, der Regierungsführung und der sozioökonomischen Ungleichheiten an, die den afrikanischen Kontinent plagen. Vollständige Erklärung der afrikanischen Religionsführer aus Nairobi here.

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