Schlagwort: Kenia

Am Vorfeld des Staatsbesuches von König Charles III. und Königin Camilla (31. Oktober bis 3. November) hat ein Gericht die britische Armee zur Zahlung einer Entschädigung für den Brand verurteilt, der 2021 während einer Militärübung der British Army Training Unit in Kenia (BATUK) entstand. Mehr als 4 800 Hektar Land wurden dabei verwüstet. Die Betroffenen fordern eine Kompensation für die Umweltschäden sowie eine Entschädigung für medizinische Probleme wie „schwerwiegende Atembeschwerden“ und „dauerhafte Probleme mit dem Sehvermögen“, die ihrer Meinung nach auf das Feuer zurückzuführen sind. Viele Landwirte waren nicht in der Lage, die Ernte und den Viehbestand, der bei diesem schrecklichen Feuer verloren ging, wieder aufzubauen. Die Einheit befindet sich in der Nähe der Stadt Nanyuki, etwa 200 km nördlich der Hauptstadt Nairobi.

Kenia wird eine sechsjährige Vereinbarung beenden, die es mehr als 100 kubanischen Ärzten erlaubte, in ihren Krankenhäusern zu arbeiten. Bei den kenianischen Ärzten war das Vorhaben unbeliebt, da sie argumentierten, dass die einheimischen Ärzte genauso gut ausgebildet seien wie ihre kubanischen Kollegen. Es gab auch Bedenken, dass die kenianische Regierung den kubanischen Fachkräften viel mehr zahlte als ihren kenianischen Kollegen – und das, obwohl einige lokal ausgebildete Ärzte arbeitslos blieben

Mentor Publishing Company hat ein Schulbuch zurückgezogen, das eine Zeichnung des Propheten Mohammed enthielt, nachdem muslimische Führer und Eltern aufgebracht waren. Sie beschwerten sich, dass es blasphemisch sei, den Propheten zu zeichnen und die Schüler aufzufordern, die Illustration auszumalen. Der Buchverleger erklärte, er bedauere den „schwerwiegenden“ Fehler in dem Buch über islamische Studien für Schüler im zweiten Jahr der Grundschule. Etwa 11 % der Kenianer sind Muslime und damit die zweitgrößte Religionsgemeinschaft.

In seinem Unternehmen Progreen Inovations Ltd verwandelt James Murito Plastikmüll in Kraftstoff für Autos und Motoren aller Art. Durch das Erhitzen von Kunststoff bei sehr hohen Temperaturen unter Ausschluss von Sauerstoff–Pyrolyse–wird Abfall wieder in eine Öl–oder Kohlenwasserstoff Flüssigkeit verwandelt. Dann werden zwei Arten von alternativen Kraftstoffen produziert. Bei dem weltweit wachsenden Plastikproblem–laut UNO 4 Mio. Tonnen pro Jahr–kommt Muritus Erfindung zur rechten Zeit, denn im Moment werden nur 12% des Mülls verbrannt und 9% recycelt; Plastikmüll auf Deponien braucht Jahrhunderte, um sich zu zersetzen.

Auf der Fahrt durch den Tsavo Nationalpark zwischen der Küstenstadt Mombasa und der Hauptstadt Nairobi kollidierte ein Bus auf der stark befahrenen Autobahn mit einem Elefanten. Der Dickhäuter erlag auf der Unfallstelle; die verletzten Passagiere wurden in ein Krankenhaus gebracht. Herbeigeeilte Anwohner rissen sich um das Elefantenfleisch. Erst die später eintreffenden Ranger und Beamten des „Kenya Wildlife Service“ konnten die Situation entschärfen.

Der Oberste Gerichtshof hat dem Innenminister Kithure Kindiki untersagt, kenianische Polizeieinheiten im Rahmen der multinationalen Sicherheitsmission in Haiti einzusetzen. Richter Chacha Mwita vom Obersten Gerichtshofs von Milimani, hat den Polizeieinsatz vorübergehend gestoppt und der Nationalversammlung untersagt, sich mit der Angelegenheit zu befassen, bis am 24. Oktober weitere Anweisungen vorliegen. Die Entscheidung Kenias, eine multinationale Sicherheitsmission in Haiti zu leiten, hat in Kenia und in der ganzen Welt gemischte Reaktionen hervorgerufen, wobei auch ein Teil der Haitianer gegen diesen Schritt protestierte.

Lydia Iren verlor als junges Mädchen beide Eltern an HIV-Aids. Sie wurde von ihrer Gemeinde und von ihren Lehrern erzogen, wurde selbst Lehrerin und entschloss sich, für das Empfangene zu danken. Der schöne Küstenort Watamu  kämpft mit wachsender Plastikverschmutzung, sinkenden Fischbeständen und hoher Arbeitslosigkeit. So tat sich Lydia mit ehemaligen Schülern zusammen, um zu versuchen, das lokale Umfeld und die Chancen für junge Menschen zu verbessern. Wöchentlich sammeln sie Müll am Strand und machen daraus Kunst. Sie unterrichtet Kochen und Schneidern und hilft Jungunternehmern zu einem Start.

Die Benzinkosten haben ein Rekordhoch erreicht, nachdem die Energieregulierungsbehörde die Preise an den Zapfsäulen erhöht hat. Die Preisregelung gilt bis zum 14. Oktober.  In Nairobi kostet 1l Benzin 211,64 Ksh (+17Schilling), 1l Diesel 200,99 Ksh und 1l Kerosin 202,61 Ksh (ca. €1,30). Energieminister Davis Chirchir machte unter anderem die Drosselung der Ölproduktion durch die Hauptproduzenten Saudi-Arabien und Russland dafür verantwortlich, dass die weltweiten Rohölpreise auf ein Zehnmonatshoch gestiegen sind. Die Benzinpreiserhöhung verschärft die wirtschaftliche Notlage von Millionen von Menschen. Die Kenianer sind bereits mit einer schweren Lebenskostenkrise konfrontiert, da die Preise für viele Grundnahrungsmittel steigen, eine Reihe neuer Steuern erhoben werden und der Schilling stark fällt.

In den letzten 10 Jahren ist das Wasser im kenianischen Rift Valley aufgrund des Klimawandels, der falschen Landnutzung und der Verschiebung der tektonischen Platten gestiegen. Der Anstieg hat die Lebensgrundlagen und natürliche Touristenattraktionen wie die Heißwasserquellen beeinträchtigt. Ganze Dorfgemeinschaften mussten wegen des steigenden Wasserspiegels in den Bogoria-Nationalpark umsiedeln. Das Great Rift Valley ist die bevölkerungsreichste Region Kenias und beherbergt laut 2019 der letzten Volkszählung, ¼ der Bevölkerung. Das Gebiet ist multiethnisch: Samburu, Turkana, Massai, Kalendjin; die beiden letzteren bilden die Mehrheit. Laut einer Studie aus dem Jahr 2021, bedeckte das Wasser des Baringo-Sees 1995 eine Fläche von 118 km². Im Jahr 2020 hatte er sich auf 195 km² ausgedehnt.

Bei der Eröffnung des Afrikanischen Klimagipfels in Nairobi vor afrikanischen und internationalen Führern und Delegierten erklärte Ruto: „Nur wenige Kilometer von Ihrem Platz entfernt haben Wissenschaftler die frühesten Überreste des Menschen auf der Erde entdeckt und geortet. Mit anderen Worten: Hier hat die Menschheit begonnen. Erlauben Sie mir daher, Sie zu Hause willkommen zu heißen. In einigen Monaten werden wir ernsthaft darüber nachdenken, die Visumspflicht abzuschaffen, weil es unfair ist, von jedem, der nach Hause kommt, ein Visum zu verlangen“.

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