Schlagwort: Äthiopien

Äthiopien – Abiy Ahmed, der neue Premierminister, hat einen couragierten Start gemacht: das Foltergefängnis geschlossen, Häftlinge befreit und, nach Monaten, das Internet wieder angeschlossen. Er selbst, der erste Premier vom Stamm der Oromo, besuchte das Krisengebiet, wo zurzeit Oromo und Somali bittere ethnische Kämpfe austragen. Noch immer sitzen Tausende Äthiopier im Gefängnis und haben keine Stimme im Parlament. Trotz enormer wirtschaftlicher Fortschritte in den letzten Jahren mit hunderten neuen Schulen und Universitäten und einer um acht Jahre gestiegenen Lebenserwartung ist die Bevölkerung unzufrieden. Es braucht viele Reformen, friedlich und durch politische Teilhabe, um aus Äthiopien einen demokratischen Staat zu machen.

Äthiopien – Der Schauspieler wäre heute 90 Jahre alt geworden, doch auch vier Jahre nach seinem Tod wird er von Millionen Menschen geehrt, die ihm und seinem Einsatz ein besseres Leben verdanken. Seit Böhms Gründung der Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen“ in 1981 werden immer noch Entwicklungsprojekte im ländlichen Äthiopien umgesetzt: Wasserstellen, Schulen, Kliniken, Ausbildungsprogramme, Wüstenbekämpfung, und alle auf Augenhöhe, den Bedürfnissen der Menschen angepasst und mit Einbeziehung der Empfänger. Böhms Name bleibt mit moderner Entwicklungszusammenarbeit eng verbunden.

Äthiopien – Die anhaltenden Unruhen und die sich seit zwei Jahren wiederholenden Proteste, bei denen hunderte Menschen umkamen, ließen der Regierung angeblich keine andere Wahl. Als sein Beitrag zur Überwindung der Krise hat Regierungschef Desalegn seinen Rücktritt erklärt. International wird die Maßnahme scharf kritisiert. Solange die größeren Volksgruppen, die Oromo und Amhara, nicht zu ihrem Recht kommen, kann es keinen Frieden geben.

Äthiopien – Bei seinem 4-tägigen Besuch in Ägypten, mit Zwischenstopp im Sudan, will Premier Desalegn Spannungen entschärfen, die sich zwischen Äthiopien, dem Sudan und Ägypten wegen dem Bau des Grand Renaissance Damm am Blauen Nil aufgestaut haben. Mit diesem Riesenprojekt, das 74 Milliarden Kubikmeter Wasser aufstaut und einen 1680 Quadratkilometer großen See bildet, will Äthiopien der größte Stromproduzent Afrikas werden. Ägypten, das fast für seinen ganzen Wasserbedarf vom Nil abhängt, bangt um sein Überleben, da Äthiopien durch seine Kontrolle des Flusses die Wassersicherheit bedrohen könnte. Das Nilwasser war schon immer heiß umkämpft. Äthiopien spricht von einer progressiven Füllung, damit die Länder flussabwärts nicht unnötig geschädigt werden.

Äthiopien – Die Nachricht Anfang Januar, dass, zur Stärkung der Demokratie, alle politischen Gefangenen freigelassen werden sollten und das berüchtigte Gefangenenlager Maekelawi ein Museum werden sollte, überraschte die Bevölkerung. Seit 2016 wurden in regierungskritischen Protesten in den Regionen Oromia und Amhara Zehntausende zeitweise festgenommen. 2000 sollen weiterhin in Haft sein. Hunderte seien getötet worden. Einige Tage später kam die Korrektur: Ministerpräsident Desalegn sei falsch zitiert worden. Nur Einzelfälle würden zwecks einer Freilassung überprüft.

Äthiopien – Die 35-jährige Juristin Yetnebersh Nigussie erblindete im Alter von fünf Jahren. Später sah sie in ihrer Behinderung ein Glück für Viele, denn, während ihre Altersgenossen in Kinderehen gezwungen wurden, durfte sie zur Schule gehen. Nach ihrem Jura Studium setzte sie sich energisch für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. Sie strebte Inklusion und gleichberechtigte Mitbestimmung an und wurde jetzt für ihr Engagement ausgezeichnet, widmet aber den Preis allen weniger privilegierten Menschen.

Äthiopien – Die äthiopische Tigray Region zeigt, dass es möglich ist, durch gemeinschaftliches Handeln und die Einbindung von Jugendlichen und Ehrenamtlichen, die rasante Erosion und die Landverödung, die Hunger und Kriege verursachten, zu bekämpfen. Da die meisten Menschen in den letzten Jahrzehnten durch Dürre ums Leben kamen, müsse die Wüstenbildung eingedämmt werden. Für die Rückgewinnung degradierter Flächen wurde Äthiopien mit dem Future Policy Award (FPA) ausgezeichnet.

Äthiopien – Die Anlage auf dem Flughafen von Addis Abeba ist die größte ihrer Art auf dem Kontinent und ermöglicht Ethiopiea Airleines einen jährlichen Umschlag von 600.000 t. Neben Importen und Exporten für das eigene Land soll der Flughafen als Knotenpunkt für die ganze Region dienen. Eine Erweiterung des Terminals auf eine Kapazität von 1.2 Mio.t pro Jahr ist bereits geplant. Das Cargoterminal bietet wichtige Impulse für die Wirtschaft und Infrastruktur des Landes.

Äthiopien – Die UNO- Gesundheitsorganisation hat in Genf den Äthiopier Tedros Adhanom Ghebreyesus als Generaldirektor gewählt. Tedros hat als Gesundheitsminister Äthiopiens das Gesundheitssystem weitgehend ausgebaut. In sieben Jahren entstanden 3500 Gesundheitszentren; 38.000 Hilfskräfte wurden in ländlichen Gebieten eingestellt; die Zahl der medizinischen Hochschulen, die viele Ärzte ausbildeten, stieg von 3 auf 33. Kindersterblichkeit durch Infektionen sank um 74%, neue HIV Fälle um 90%. Tedros erhielt große Unterstützung von den Delegierten der 55 afrikanischen UN-Nationen.

Äthiopien – Vier Tage nach dem Erdrutsch an der Koshe Müllhalde in Addis Abeba ist die Zahl der Toten auf 82 gestiegen. Es waren die Menschen, die, um ihren Lebensunterhalt aufzubessern, täglich den Müll durchwühlten. Manche hatten sich dort provisorische Hütten gebaut, die jetzt von der Mülllawine verschüttet sind. Beobachter sehen den Grund für das Unglück in der Überladung der Deponie nach 50 Jahren Nutzung der inzwischen 4 Mio. Einwohner Stadt; andere suchen die Ursache in der im Bau befindenden Anlage, die Müll in Energie umwandeln soll.

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