Schlagwort: Angola

Die Wahl, die über Angolas Zukunft entscheiden könnte, ist nicht die für 2027 angesetzte Parlamentswahl. Es könnte vielmehr die interne Wahl der regierenden MPLA auf dem Parteitag im Dezember 2026 sein. Denn der Spitzenkandidat der Partei, die die Parlamentswahl gewinnt, wird Präsident. Die MPLA regiert seit der Unabhängigkeit. Präsident João Lourenço darf laut Verfassung 2027 nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Er strebt jedoch im Dezember 2026 eine Wiederwahl als Parteichef der MPLA an. Wenn Lourenço einen geordneten Machtwechsel will, sollte er den Präsidentschaftskandidaten benennen, eine parteiinterne Debatte zulassen und jede Verfassungsänderung, die ihm zugutekommt, öffentlich ausschließen. Sollte er sich weigern, hat Angola Grund, das Schlimmste zu befürchten. Die Zukunft Angolas darf nicht einem Einzelmann, einer Ein-Parteien-Maschinerie oder stillen Aktivisten gehören.

In Luanda und anderen Regionen des Landes sind dutzende Menschen infolge der Überschwemmungen nach starken Regenfällen ums Leben gekommen. Die Rettungsdienste melden etwa 39 Todesfälle. Mehr als 51.000 Menschen sind betroffen. Die Überschwemmungen haben zudem Tausende von Häusern und die öffentliche Infrastruktur beschädigt, darunter Straßen und Brücken sowie umgestürzte Bäume und Strommasten. Der Einsturz eines Brückenpfeilers am Fluss Hâlo hat den Verkehr zwischen den Provinzen Benguela und Huambo unterbrochen. Wetterexperten prognostizieren für die kommenden Tage weitere, teils heftige Regenfälle in den westlichen Regionen des Landes. 

Das UK-Innenministerium erklärt, dass keine Visa für Staatsangehörige aus Angola, Namibia und der Demokratischen Republik Kongo mehr ausgestellt werden, wenn deren Regierungen nicht verstärkt mit Großbritannien bei der Abschiebung ihrer Staatsangehörigen zusammenarbeiten. In einer Erklärung heißt es, dass Visumsverbote verhängt würden, „sofern sie nicht die Rückführung ihrer Kriminellen und illegalen Einwanderer akzeptieren … Derzeit halten sich Tausende illegaler Einwanderer und Kriminelle aus diesen Ländern im Vereinigten Königreich auf”, heißt es weiter. Das Innenministerium werde die Maßnahmen einführen, wenn in den „kommenden Monaten” keine Verbesserungen erzielt würden. Ähnliche Maßnahmen gegen andere Länder würden ebenfalls in Betracht gezogen.

Finanzministerin Vera Daves de Sousa versicherte Steuereinnahmen für die digitale Transformation des Landes einzusetzen. Sie sprach bei einem ministeriellen Runden Tisch mit Investoren zum Thema „Finanzierung der digitalen Transformation in Afrika“. Der Gipfel in Luanda, an dem zweitausend Delegierte teilnehmen, wird Angola in den Mittelpunkt großer Infrastrukturinvestitionen auf dem Kontinent rücken und das afrikanische Engagement für die Agenda 2063 der Afrikanischen Union stärken; aber auch die Vereinfachung der Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren erleichtern. Es wird erwartet, dass der Gipfel bis zu 160 Milliarden US-Dollar für den Kontinent mobilisieren wird.

Die Regierung legte ab September den neuen nationale Mindestlohn in Höhe von 100.000 Kwanzas (ca. 93 €) fest. Dies stellt eine Erhöhung um 211 % gegenüber 2022 dar. Für Kleinstunternehmen, Start-ups und Hausangestellte wurde ein Mindestlohn von 50.000 Kwanzas festgelegt. Unternehmen können Genehmigungen beantragen weniger als den nationalen Mindestlohn zu zahlen. Die Gewerkschaftsbewegung ist entschlossen, die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen.

De Beers hat in Angola ein neues Kimberlitfeld entdeckt, den ersten Fund dieser Art seit drei Jahrzehnten. Im Juli stieß das Unternehmen, das zu Anglo American gehört, in Zusammenarbeit mit dem staatlichen angolanischen Diamantenunternehmen Endiama bei seiner ersten Bohrung auf Kimberlit. Die Bohrung zielte auf eine hochprioritäre Lagerstätte ab, die bei Luftbildvermessungen im März 2025 identifiziert worden war. Kimberlite, ein seltenes Vulkangestein, das Diamanten an die Oberfläche befördert.

In der Hauptstadt Luanda kam es am Montag zu Gewaltausbrüchen, nachdem die Proteste gegen eine beträchtliche Dieselpreiserhöhung ins Chaos umschlugen. Bei Zusammenstößen, Plünderungen und weit verbreiteten Unruhen sind mindestens drei Menschen getötet wurden. Die Regierung hatte vor kurzem die Dieselpreise um 1/3 erhöht, als Teil eines laufenden Plans zur Kürzung der Kraftstoffsubventionen und zur Stabilisierung der öffentlichen Finanzen. Die Preiserhöhung hatte unmittelbare Auswirkungen auf den alltäglichen Verkehr: Die Betreiber von Minibustaxis erhöhten die Fahrpreise um bis zu 50 % und traten ab Montag in einen dreitägigen Streik. Die Lage in Luanda bleibt angespannt.

Schätzungsweise 1500 Delegierte versammeln sich in Luanda zum 17. US-Afrika-Wirtschaftsgipfel, der vom Corporate Council on Africa organisiert und dieses Jahr von der angolanischen Regierung ausgerichtet wird. Zu den erwarteten Teilnehmern gehören Staats- und Regierungschefs aus Algerien, Botswana, Burundi, Kap Verde, der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo, Eswatini, Äthiopien, Gabun, Madagaskar, Mauretanien, Namibia und Sao Tome und Principe sowie Präsident Joao Lourenco vom Gastgeber des Gipfels. Die Sitzungen des Gipfels in Luanda werden sich auf eine Reihe von Möglichkeiten zum Ausbau der Handels-, Investitions- und Geschäftsbeziehungen zwischen den USA und Afrika konzentrieren, die unter dem Motto „Wege zum Wohlstand“ stehen: Eine gemeinsame Vision für die amerikanisch-afrikanische Partnerschaft“.

Angola hat in den letzten 24 Stunden 144 neue Cholerafälle in den Provinzen Bengo, Luanda, Icolo e Bengo und Malanje registriert, Es wurden mindestens sieben Todesfälle verzeichnet. Die Opfer sind zwischen zwei und 100 Jahre alt. Von den 144 Fällen wurden 72 in Bengo, 55 in Luanda, 14 in Icolo und Bengo und drei in Malanje registriert.

Die Lobito Atlantic Railway (LAR) hat diese Woche mit der Ankunft der ersten Lieferung von 275 neuen Containerwaggons, die bei Galison Manufacturing in Südafrika gekauft wurden, einen wichtigen Schritt zur Stärkung ihrer Transportkapazität getan. Diese strategische Investition in neue Waggons ist Teil des Expansions- und Modernisierungsplans von LAR für die nächsten drei Jahre. Die Waggons verfügen über ein modernes pneumatisches Bremssystem und eine leichte Stahlkonstruktion, die zu einem sichereren und effizienteren Transportbetrieb beitragen. Der Lobito-Korridor, der die angolanische Küste mit den reichen landwirtschaftlichen Produktionsgebieten und der DR Kongo und Sambia verbindet, ist nach Ansicht der Weltbank von entscheidender Bedeutung für die Entfaltung einer diversifizierten Wirtschaft in Angola und seinen Nachbarländern.

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