Mehrere Mitglieder der neuen kenianischen Regierung haben sich aus Protest gegen das Kabinett nicht vereidigen lassen. Drei von 30 Ministern und 21 von 49 Staatssekretären blieben der Zeremonie in der Hauptstadt Nairobi fern. Fehlende Konsultationen vor der Regierungsbildung und mehr Parteigänger des Präsidenten als kompetente Fachleute im Kabinett sind einige der Begründungen dafür. Die Umweltstaatsekretärin und Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 2004, Wangari Maathai, kam nicht zu der Vereidigung. Ihren Posten will sie aber wahrnehmen.
Nach dem Erfolg einer Großdemonstration der Opposition für Neuwahlen in Kenias Hauptstadt Nairobi hat die Regierung von Kenias Präsident Mwai Kibaki sämtliche regierungsfeindlichen Demonstrationen verboten.
In Kenia hat die Opposition nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum am Samstag auf einer Massenkundgebung ihrer Forderung nach Neuwahlen Nachdruck verliehen. Fast 60 Prozent der Wähler hatten in dem ostafrikanischen Land am vergangenen Montag gegen den Entwurf für eine neue Verfassung gestimmt. In dem Referendum drückt sich auch Enttäuschung über die Arbeit des 74-jährigen Kibaki aus, der seit knapp drei Jahren im Amt ist.
Nach der Niederlage eines Verfassungsentwurfs seiner Regierung in einer Volksabstimmunghat Präsident Kibaki sein gesamtes Kabinett entlassen. Neue Minister sollen innerhalb von zwei Wochen ernannt werden.
Nach vorläufingen Ergebnissen hat die Mehrheit der Wähler den stark umstrittenen Verfassungsentwurf der Regierung abgelehnt. Beobachter sehen darin einen Protest gegen die Politik Kibakis. Die Abstimmung verlief im allgemeinen friedlich. Zu Gewalttätigkeiten kam es in Kisumu und im Kiberaslum in Nairobi. Die Beteiligung war hoch.
In Kisumu sind mindestens drei Menschen von der Polizei erschossen worden, als Anhänger von Raila Odinga eine Versammlung zu Gunsten der neuen Verfassung verhindern wollten.
Nach Presseberichten haben Agenturen in den letzten drei Jahren bis zu 5.000 ausgebildete Krankenschwestern für Krankenhäuser in Großbritannien und anderen Ländern abgeworben.
Der oberste Gerichtshof hat einen Journalisten freigesprochen, der wegen eines regierungskritischen Artikels nach einem Gesetz aus der Kolonialzeit verurteilt worden war.