logo Netzwerkafrika
Kenia – Die Schüler einer Regierungsschule in der Hauptstadt Nairobi wehrten sich lautstark, als sie erfuhren, dass ihr Sportplatz an einen privaten Investor verkauft werden sollte. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die 1000 Kinder der Schule sind zwischen 3 und 14 Jahre alt.
Äthiopien – Nach Rücksprache mit den afrikanischen Bischofskonferenzen, will der Erzbischof von Addis Abeba und designierter äthiopischer Kardinal Berhaneyesus Demerew Souraphiel der katholischen Kirche zum Beobachterstatus bei der Organisation Afrikanischer Staaten (OAU) verhelfen. Mit ihrer Soziallehre und ihren vielseitigen Kontakten könne die Kirche wesentlich zur Arbeit der OAU beitragen.
Burundi – 13 Seeleute eines burundischen Schiffes, das von Sambia über Tansania zurückkam, sind ertrunken. Nur einer überlebte, der aber keine Angaben machen kann. In der Zentralafrikanischen Republik befürchtet man 100 Tote, als der Motor eines Passagierschiffs auf dem Oubangui 125 km flussabwärts von Bangui explodierte. Die erschreckten Passagiere sprangen über Bord, um den wütenden Flammen zu entkommen.
Republik Äquatorialguinea – Vom 17. Januar bis 08. Februar ist das nur 800,000 Einwohner zählende Land Gastgeber der Spiele, nachdem es kurzfristig eingesprungen war. Kritiker sagen, es besteht die Gefahr, dass die Begeisterung und der Glanz der Spiele die Armut und die schlechte Menschenrechtslage vergessen lassen. Sie hoffen, dass Journalisten mutig und interessiert genug sind, hinter die Kulissen zu schauen. Präsident Obiang Ngubuema, seit 1979 durch einen Putsch an der Macht, führt ein repressives, diktatorisches Regime. Trotz des Ölreichtums ist sein Volk Großteils bitter arm. Um sich vor der Weltöffentlichkeit als großzügiger Landesvater zu zeigen, hat er 40,000 Karten gekauft, um sie an Bedürftige auszuteilen.
Kenia – Ein Sprecher der Tageszeitung „The Star“ entschuldigte sich, dass die Zeitung das Bild des weinenden Propheten, das in der 1.“Charlie Hebdo“ Ausgabe erschien, abgedruckt hatte. Unzählige muslimische Bürger drückten ihren Unmut über die Provokation aus. Die Zeitung wolle in Zukunft mehr auf muslimische Gefühle achten. Kenia kämpft gegen wachsenden Extremismus, seitdem mit al-Qaida vernetzte al- Shabaab Milizen jugendliche Kenianer rekrutieren. Ähnliche Reaktionen auf die „ungerechtfertigte Provokation“ gab es auch in andern afrikanischen Ländern.
Nigeria – Das Ausmaß der zerstörten Wohngebiete in der Stadt Baga und Doron Baga, wo 3,700 Gebäude verwüstet sind, soll der schlimmste Angriff sein, den Amnesty International bisher analysierte und lässt auf eine hohe Zahl von Opfern schließen. Augenzeugen berichten von einer Frau, die während der Geburt erschossen wurde. Kofi Annan, früherer UN- Generalsekretär, glaubt, dass Gewalt allein den Konflikt nicht lösen kann. Politiker müssten versuchen, auf Boko Haram zuzugehen und so zu einer Verständigung zu kommen.
Tansania – Erst Anfang dieser Woche kamen etwa 800 Mädchen zu ihren Familien zurück, nachdem sie sich 3 Monate lang in von Kirchen und Hilfsorganisationen geführten Frauenhäusern versteckt gehalten hatten; manche der Schutzunterkünfte waren sogar polizeilich bewacht. Die langen Schulferien sind die gefährlichste Zeit für die Mädchen, wenn sie der Genitalverstümmelung unterzogen werden. Diese Eingriffe, die so viele Schmerzen und gesundheitliche Schäden verursachen, sind in Tansania seit 1998 verboten und schwer strafbar, werden aber immer wieder heimlich durchgeführt. Laut WHO leben in 29 afrikanischen und arabischen Ländern 125 Mio. Frauen und Mädchen, die dieses Schicksal erleiden mussten. Die Kampagne gegen die Verstümmelung geht weiter.
Malawi – Im Süden Malawis und im benachbarten Mosambik sind mindestens 56 Menschen ertrunken; 85,000 mussten vor den Fluten fliehen, die durch starke Regengüsse ausgelöst wurden. Ganze Dörfer wurden weggeschwemmt, Straßen, Brücken, Bahntrassen und Felder wurden zerstört. Präsident Mutharika erklärte ein Drittel des Landes Katastrophengebiet und bat um internationale Hilfe. Der Regen könnte noch andauern.
Simbabwe – Das Oberste Gericht hat der Polizei verboten, weitere Bauern von dem Land zu vertreiben, das Grace Mugabe angeblich als Wildreservat einrichten wollte. Von den 200 Familien waren die Häuser von etwa 100 schon abgerissen. Ein Regierungssprecher dissoziiert die First Lady von dem Geschehen. Doch Wildhüter sind schon dabei, die Umsiedlung der „big 5“ und anderer Tiere in das nämliche Manzou Gebiet vorzubereiten. Das Reservat solle Geld zum Unterhalt des Waisenhauses der First Lady generieren.
Simbabwe – Weil die First Lady auf dieser Farm im Mazowe Distrikt ein Wildreservat einrichten will, wurden die Kleinbauern gezwungen, ohne vorherige Warnung das Land zu verlassen, und das ohne alternatives Ansiedlungsangebot und in der Mitte der Regenzeit. Ein Gruppe Anwälte von Human Rights Watch versucht, die Vertreibung noch zu stoppen. Grace Mugabe hat schon mehrere Ländereien an sich gerissen, obwohl auch für sie das Gesetz gilt: nur eine Farm pro Person.
­