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Uganda – So drängte Yoweri Museveni die Menschen bei einer Wahlkundgebung. Vor Jahren hatte er gesagt, dass zu lange regierende Führer Afrikas Grundproblem seien. Jetzt ist er 30 Jahre an der Staatsspitze und will das vierte Jahrzehnt anfangen. Er brauche noch mehr Zeit, das von ihm gerettete Land zu entwickeln. Er könne „die Plantage nicht verlassen, wenn die Bananen reif werden“. Am 18. Februar treten sieben Oppositionskandidaten gegen Museveni an. Opposition und Regierung werfen sich gegenseitig gewaltsame Übergriffe vor. Beide Seiten würden Milizen anheuern. Journalisten und Aktivisten werden eingeschüchtert und Radiosender bedroht. Der Trend zur Gewalt ist, laut HRW, besorgniserregend.

Uganda – Als einzige Frau ruderte Gertrude Nabukeera ihren kleinen Kahn auf den Viktoria See und fischte nahe der Insel Bugala, damals schlangen-befallen. Heute, nach 27 Jahren gibt es in Bugala Häuser, Straßen, Solarstrom und fließendes Wasser. „Mama Sylvia“, wie sie genannt wird, besitzt 22 motorisierte Fischerboote und hat auf der Insel eine Anlegestelle, komplett mit Kühl-, Lager- und Verkaufsraum errichtet. Sie selbst kontrolliert die Arbeit ihrer Angestellten, auch ihres Mannes, und verwaltet die Finanzen. Sie hat ein weiteres Haus in Kampala; alle Kinder besuchten gute Schulen und ihre Eltern sind versorgt. Mama Sylvias Rat: „Steige ins Boot und fahr dahin, wo die Arbeit ist“.

Uganda – Robina Babirye ist seit ihrer Geburt HIV-positiv, und hat, wie etwa 1,5 Mio. ihrer infizierten Landsleute, Verachtung und Ausgrenzung erfahren. Nun ist sie stolze Schönheitskönigin „Miss Y+“ 2015. Mit diesem Wettbewerb wollen junge Ugander gegen das Stigma kämpfen und andere von ihren Chancen überzeugen. Die Gewinner und Zweitplatzierten sollen Kämpfer gegen AIDS sein und, nach Schulungen, an allen Foren, Workshops und Talkshows teilnehmen können.

Uganda – Im Februar nächsten Jahres soll der Präsident gewählt werden. Museveni, seit 30 Jahren im Amt, ist überzeugt, dass nur er das Land regieren kann. Kandidat für die Opposition ist Besigye. Nach Fernsehberichten sollen beide Parteien bereits Jugendmilizen ausbilden lassen, die, mit Knüppeln bewaffnet, die Bürger einschüchtern und ihre Politiker schützen sollen. Gewaltbereite Gruppen im Vorfeld von Wahlen sind nichts Neues in Uganda.

Uganda – Das schnellste und billigsten, aber auch gefährlichste Transportmittel im Verkehrschaos von Kampala ist ein Moped-Taxi, auch Boda-Boda genannt. Sie verursachen täglich schwere Unfälle. Clevere Fahrer bieten jetzt das Safe-Boda an, das sowohl für Fahrer wie Fahrgast Sturzhelme anbietet.

Uganda – In einem unerwarteten Urteil endete eine Klage der Frauenrechtsbewegung Mifumi, die gegen die Verpflichtung der Familie der Frau im Fall einer Scheidung den Brautpreis an den Mann zurückzahlen zu müssen. Der Richter begründete das Urteil mit dem Argument, dass die in Afrika gängige traditionelle Praxis nicht verfassungsgemäß sei und das Recht der Frau auf Scheidung beeinträchtige.

Uganda – Der frühere Ministerpräsident Mbabazi und der jetzige Oppositionsführer Besigye wurden am selben Tag in verschiedenen Landesteilen festgenommen. Beide wollen im Februar 2016 gegen Staatschef Museveni antreten. Sie sind inzwischen wieder frei, wollen sich aber weiter gegen die repressive Regierung des Präsidenten stellen. Museveni, seit 1986 an der Macht, träumt von weiteren Amtszeiten; er hat die Verfassung ändern lassen, um alle Beschränkungen der Amtszeit aufzuheben.

Uganda – Vor vier Monaten ist ein etwa 8 ha großes Stück Land vom ugandischen Festland abgebrochen und bewegt sich seitdem langsam über den Viktoriasee. Zehn Künstler, alles Männer, haben sich darauf niedergelassen. Sie wohnen in Grashütten und leben vom Ertrag kleiner hügelförmiger Beete und Geflügel. Orientierungspunkt ist eine ugandische Flagge auf einem provisorischen Mast. Ob Maler, Musiker oder Schriftsteller, alle finden die Atmosphäre einträglich für ihre Kreativität. Die Umweltbehörde warnt vor einer Gefahr des Sinkens, doch die Insulaner sind bereit, dorthin zu gehen, wohin die Wellen sie tragen. Der Name der Insel ist „Mirembe“ – Frieden in der Luganda Sprache.

Uganda – Die ugandische Regierung will 200 Ärzte und Krankenpfleger in die Karibik schicken, um das Gesundheitswesen dort zu stärken. Es sei Teil eines bilateralen Abkommens mit Trinidad und Tobago, da Trinidad ja auch ugandische Fachkräfte im Ölsektor ausbildet. Ein ugandisches Thinktank (IPPR) jedoch hat die Regierung verklagt, durch den Abzug von medizinischen Fachkräften der ugandischen Bevölkerung großen Schaden zuzufügen. Das ugandische Gesundheitssystem sei unterfinanziert und unterbesetzt.

Uganda – Wie in vielen Großstädten Afrikas ist für Autos kaum noch ein Durchkommen. Deshalb ist das Motorradtaxi so wichtig. In Ugandas Hauptstadt Kampala wurden 43,000 Boda-Bodas gezählt. Sie bewegen sich durch Slums und engste Gassen mit Schlaglöchern und Morast, tragen Matratzen, Kühe, Schulkinder und Patienten. Die jungen Fahrer, oft ohne Führerschein, sind geschickt und „schneller als die Polizei“. Sie leisten einen von der Bevölkerung geschätzten Dienst. Nur die Krankenhäuser beklagen sich über die vielen Notaufnahmen.

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