Schlagwort: Südsudan

Südsudan – In dem von AU Ermittlern erstellten Bericht beschreiben Zeugen schockierende Szenen von Gewalt. Schläge, Vergewaltigung , Verstümmelung, Verschleppung und Tötung. Die Konfliktparteien sollen ihre Opfer sogar zu Kannibalismus gezwungen haben. Seit dem Ausbruch des Machtkampfes zwischen Präsident Kiir und seinem abgesetzten Vize sind Zehntausende umgekommen und 2,5 Mio. Menschen auf der Flucht.

Südsudan – Laut einer von FAO und UNICEF veröffentlichten Erklärung leben im Krisenstaat „30,000 Menschen unter extremen Bedingungen und sind von Hungertod bedroht“. Tausende weitere sind am Rand der Hungersnot. Am stärksten betroffen sind die Menschen im ölreichen, umkämpften Unity State, wo sich die Lage enorm verschlechtert hat und Hilfsorganisationen sich zurückziehen mussten. 3,9 Mio. sind bereits Opfer der Krise; alle vereinbarten Waffenruhen sind bisher gescheitert.

Südsudan – Zu Beginn des Bürgerkrieges hatte Präsident Kiir Uganda um militärische Hilfe gegen die Rebellen unter Machar gebeten. Jetzt haben die ugandischen Truppen ihren Rückzug begonnen – eine Bedingung, die die Rebellen bei den Friedensverhandlungen stellten. Inzwischen ist es zweifelhaft, ob eine Ordnung hergestellt werden kann, denn die Rebellen sind erbost über Kiirs Verfügung, 18 neue Staaten zu schaffen – eine neue Machtergreifung seitens der Regierung.

Südsudan – Die Entführung von Frauen und Mädchen ist ein beunruhigender Aspekt in dem seit 21 Monaten anhaltenden Konflikt, der bereits durch viele Kriegsverbrechen gezeichnet ist. Manche Frauen werden tagelang gefesselt und missbraucht, viele andere müssen unbegrenzt in Sex-Camps leben. Die Lage scheint sich nach dem kürzlich vereinbarten Waffenstillstand verschlechtert zu haben. Solange die Täter aus Regierungs- und Rebellentruppen Straffreiheit genießen, werden Frauen weiter leiden müssen.

Südsudan – Über 100 weitere wurden verletzt, als der Tanklaster explodierte. Der Tanker war westlich von Juba verunglückt und zog, wie so oft, viele Menschen an, die ihre Kanister mit Treibstoff füllen wollten. Solche Unglücke sind häufig; in der DR Kongo gab es vor 5 Jahren fast 300 Opfer.

Südsudan – Trotz großer Vorbehalte unterzeichnete Präsident Kiir in Juba das in Addis Abeba ausgehandelte Friedensabkommen. Es sieht eine Machtteilung zwischen den verfeindeten Gruppen vor. In einer 30 Monate dauernden Übergangsregierung soll Salva Kiir Präsident und Rebellenführer Riek Machar Vize-Präsident werden. Die Hauptstadt Juba soll eine entmilitarisierte Zone werden. Trotz des Abkommens kam es erneut zu Kämpfen im Süden von Juba und im Norden des Landes. Die USA drohten den Kriegsparteien mit Konsequenzen im Falle eines erneuten Vertragsbruchs.

Präsident Salva Kiirs Weigerung, die Abkommen von Addis Abeba zu unterzeichnen, nachdem Rebellenführer sie Riek Machar unterschrieben hatte, schockierte die an den monatelangen Verhandlungen beteiligten Regierungen und löste neue Kämpfe vor Ort aus. Unter internationalem Druck erklärte Kiir jetzt seine Bereitschaft, die Verträge zu unterzeichnen. Die USA bereiten eine Resolution im UN-Sicherheitsrat für ein Waffenembargo vor. Ob die Vereinbarungen tatsächlich von beiden Konfliktparteien eingehalten werden, ist fraglich, da sich die Rebellen inzwischen in zwei Fraktionen gespalten haben.

Südsudan – Der südsudanesische Rat der Kirchen (SSCC), dem alle christlichen Denominationen angehören, hat einen neuen Friedensprozess angestoßen. Durch Einfluss auf die verantwortlichen Politiker, Mediationsbemühungen und Versöhnungsarbeit der Christen vor Ort wollen die Kirchen Druck auf die Friedensverhandlungen in Addis Abeba machen. Die Kirchen sind die einzige Institution, die noch Vertrauen in der Bevölkerung genießt, nachdem Politiker und Militärs durch bodenlose Korruption und einen sinnlosen Bürgerkrieg, der 2 Millionen Menschen heimatlos gemacht hat, jede Glaubwürdigkeit verloren haben. Präsident Obama hat in Falle eines Scheiterns der Verhandlungen, Sanktionen angedroht. Präsident Kiir verlangte eine Bedenkzeit von zwei Wochen vor der Unterzeichnung des Vertragsentwurfs.

Südsudan – In einer Regierungsoffensive gegen die Rebellen sollen letzten Monat 129 Kinder getötet worden sein, die Jungen kastriert und verblutet, die Mädchen vergewaltigt und verbrannt. Die Gräueltaten sollen sich im Unity State zugetragen haben. Diese abscheulichen Verbrechen müssen aufhören, so ein UNICEF Beauftragter. Die etwa 13,000 zu Kämpfen gezwungenen Kinder leiden lebenslang. Dazu kommen eine viertel Million südsudanesische Kinder, die vom Hunger bedroht sind. Der UNO Sicherheitsrat will, dass alle, die in Konfliktsituationen Kinder entführen und missbrauchen, öffentlich benannt und beschämt werden sollen.

Südsudan – Die Kämpfe in den Staaten Upper Nile und Unity sind wieder aufgeflammt. Angriffe auf die Städte Leer und Malakal stehen bevor. Hundert Tausende Zivilisten sind von Medizin – und Nahrungsversorgung abgeschnitten. Bauern werden an der Aussaat des Getreides gehindert, was neuen Hunger bringt. UNICEF berichtet von gezielten Angriffen auf Kinder, die entführt, missbraucht und getötet werden. Seit Dezember 2013 versinkt das Land im Chaos, als Präsident Kiir seinem Vize Machar einen geplanten Putsch vorwarf und dieser zu den Waffen griff.

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