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Simbabwe – Das lang erwartete Wasserkraftwerk in der Batoka Schlucht kann nächstes Jahr in Angriff genommen werden, nachdem Sambia und Simbabwe Finanzierungspartner gesichert haben, die die geschätzten Kosten von 4.6 Mrd. Dollar mittragen. Der Besuch letzte Woche von zwei Vertretern von „ChinaPower“ und „General Electric“ (USA) war ermutigend. Schon über 100 Jahre gibt es Pläne für mehr Energie vom Sambesi Fluss. Der Widerstand jedoch war groß, besonders wegen der befürchteten Beeinträchtigung der Viktoriafälle oberhalb der Batoka Schlucht. Das 2.400 Megawatt Projekt soll ab 2021 den ständig wachsenden Energiebedarf der beiden Länder decken helfen.

Simbabwe – Die simbabwische Tennisspielerin Zanele Ndlovu wollte ihre Heirat mit dem Briten James Fox an den Viktoriafällen halten. Doch bei einer Schlauchbootfahrt auf dem Sambesi griff ein Krokodil an, biss ein Stück Arm der Braut ab und ein Loch ins Boot und zog Zanele ins Wasser. Der Bräutigam kämpfte mit dem Reptil um seine Geliebte. Die Hochzeit fand einige Tage später statt, in der Kapelle des Mater Dei Krankenhauses in Bulawayo, die strahlende Braut in weißem Kleid mit bandagiertem rechtem Armstumpf. Das Paar ist dankbar, überlebt zu haben; die Erfahrung habe ihre Beziehung gestärkt.

Simbabwe – Nach ihrer Entlassung durch den Vizepräsidenten Chiwenga haben sie sich auf Drängen der Gewerkschaft beworben und wurden wieder eingestellt. Nur so seien weitere Verhandlungen über bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen möglich. Der Streik hatte, so der Gesundheitsminister Parirenyatwa, die prekäre Lage des Gesundheitssystems schwer belastet. Simbabwe hat wegen den mageren Gehältern schon viele gut ausgebildete Ärzte und Pflegekräfte an Großbritannien verloren.

Simbabwe – Obwohl ihnen bei ihrem Streik ein höheres Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen zugesagt wurden, seien sie nicht in die Kliniken zurückgekehrt. Deshalb hat Vize-Präsident Chiwenga 15.000 gefeuert. Er wirft ihnen vor, „politisch motiviert“ zu handeln. Das streikende Pflegepersonal weigert sich, die Entlassung anzunehmen. Um den Notstand zu decken, werden Ärzte, Medizinstudenten und Pensionierte eingestellt. Vor kurzem haben auch Ärzte gestreikt und Zugeständnisse erzwungen. Nun drohen auch die Lehrer mit einem Ausstand. Fast 90% des Haushalts fließen in Regierungsgehälter.

Simbabwe – Vier Monate nach dem Sturz des Diktators Mugabe, machte Präsident Mnangagwa den ersten Staatsbesuch außerhalb Afrikas nach China. Staats-und Parteichef XiJinping will die bestehende Kooperation noch weiter ausbauen zu einer „umfassenden strategischen Partnerschaft“. Es geht nicht nur um Kapital, sondern auch um technische Hilfe im Austausch für Rohmaterialien. Mnangagwa beschrieb er als „alten Freund des chinesischen Volkes“. Der junge Freiheitskämpfer hatte in den 1960er Jahren dort seine Militärausbildung gemacht.

Simbabwe – Der Schönheitswettbewerb wurde gegen Diskriminierung von Menschen mit Albinismus geplant. Die Siegerin, Sithembiso Mutukura, eine Sozialarbeit-Studentin, will sich für die Rechte von betroffenen, oft in Armut lebenden und bedrohten Kinder einsetzen, deren Haut besonderen Schutz braucht. Laut UNO Berichten kam es seit 2006 in 28 Ländern südlich der Sahara zu über 600 Angriffen, in denen Albinos von Zauberern für ihre „glücksbringenden“ Körperteile entführt und getötet wurden.

Simbabwe – Vier Monate nach seinem erzwungenen Rücktritt gab Mugabe das erste Interview. Der „Staatsstreich sei eine Schande“ und müsse „rückgängig gemacht“ werden. Er will weiter über die Zukunft des Landes mitbestimmen. Dass er Tausende getötet und das Land ruiniert hat, will er nicht wahrhaben. Von der verhaltenen Aufbruchsstimmung merkt er nichts. Es kommt jetzt drauf an, ob sein Nachfolger Mnangagwa den versprochenen politischen und wirtschaftlichen Neustart schafft und durch glaubwürdige Wahlen auch internationale Anerkennung erhält.

Simbabwe – Morgan Tsvangirai, früherer Minenarbeiter und Gewerkschaftsführer, fühlte sich getrieben, der Misswirtschaft, den Menschenrechtsverletzungen und der Korruption des Mugabe – Regimes entgegen zu treten. So gründete er 1999 die effektive Oppositionspartei MDC. Mugabe fürchtete den Gegenspieler; so ließ er ihn schlagen, foltern und einsperren. Obwohl Tsvangirai Wahlen gewann, wurde er nie Präsident, weil Mugabe die Ergebnisse fälschte und Oppositionsanhänger umbringen ließ. Die viel kritisierte Koalition mit der Regierungspartei ermöglichte es Tsangirai, das Gemetzel zu beenden und den Staatsbankrott aufzuhalten. Er starb nur drei Monate nach Mugabes Entmachtung durch das Militär und wird als großer Patriot in Erinnerung bleiben, der ausdauernd versuchte, aus Simbabwe einen demokratischen, toleranten und modernen Staat zu machen.

Simbabwe – Vor 30 Jahren, in der Operation „Gukurahundi“, wurden tausende Gegner von Mugabes Soldaten gefoltert und getötet. Der Ruf nach Gerechtigkeit wird nach Ende von Mugabes Herrschaft noch lauter als zuvor, denn der neue Präsident, als damaliger Minister für Sicherheit, soll in dem Blutvergießen entscheidend beteiligt gewesen sein. Die Menschen trauen sich immer mehr, an die Öffentlichkeit zu gehen. In Bulawayo, der meist betroffenen Stadt, gab es Proteste von Familien, die die Exhumierung ihrer Angehörigen aus Massengräbern forderten. Mnangagwa tut die Sache als „schwarze Phase“ ab. Solange die Täter an der Macht sind, wird sich nicht viel ändern.

Simbabwe – Mnangagwa sucht Annäherung, sogar an den Erzfeind Großbritannien. In einem Interview mit der „Financial Times“ erklärte er seine Bereitschaft, ausländische Wahlbeobachter ins Land zu lassen: die EU, die UNO und sogar das Commonwealth. Während der 37jährigen Herrschaft von Mugabe waren Simbabwes Wahlen von Manipulation, Unterdrückung und sogar Folter und Blutvergießen begleitet. Mnangagwa, der jetzt so versöhnlich klingt, hat als Mugabes Vertrauter in dem autoritären System eine wichtige Rolle gespielt.

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