Schlagwort: Simbabwe

Harter Lockdown – ab sofort gelten weitreichende Ausgangssperren. Zwischen 18 Uhr und 6 Uhr dürfen die Bürger nicht mehr das Haus verlassen. Reisen zwischen den Städten sind verboten. Nicht notwendige Wirtschaftszweige müssen schließen. Die Polizei hat auch die öffentliche Besichtigung von Leichen und die Tradition, einen Leichnam vor der Beerdigung im Haus der Familie übernachten zu lassen, verboten. Familien dürfen nicht ihre toten Verwandten zwischen den Städten transportieren, ein Brauch, bei dem Familien die Toten für Bestattungsrituale und Zeremonien in ihre Geburtsgebiete bringen. Nach Angaben der Regierung wurden am 10. Januar 21.477 Fälle und 507 Todesfälle registriert, gegenüber den etwas mehr als 10.000 Fällen und 277 Todesfällen Anfang Dezember.

Das Welternährungsprogramm (WFP) warnt vor einer Hungersnot. Etwa 6.9 Millionen Menschen sind betroffen. Ein Dürrejahr, zunehmender Hyperinflation und Folgen der Corona-Pandemie sind die Ursachen. Dabei blüht auch der Goldschmuggel. Durch den illegalen Handel entgehen dem Staat, schätzungsweise 100 Millionen Dollar pro Monat an Einnahmen. Die Goldproduzenten werden gezwungen, das, was sie abbauen, an die von der Zentralbank kontrollierte Firma Fidelity Printers and Refiners (FPR) zu verkaufen, seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1980 der einzige legale Käufer von simbabwischem Gold. Sie zahlt unter dem Marktpreis. Derzeit braucht man 105 simbabwische Dollar, um auf dem Schwarzmarkt einen Dollar zu kaufen, verglichen mit einem Marktwechselkurs von 82 Zimdollars für einen Greenback.

Finanzminister Mthuli Ncube hat für alle wichtigen Flughafeneinrichtungen des Landes ein Sanierungsprogramm bekannt gegeben, da mit einem Boom im Tourismus und im Luftverkehr gerechnet wird. China hat ein Darlehen zur Instandsetzung des Haupstadtflughafens gegeben. Luftfahrtexperten warnen seit langem, dass das veraltete Flugverkehrskontrollsystem das Leben der Passagiere in Gefahr bringt. Von 1997-2007 stellten mehr als zwanzig Linienfluggesellschaften den Flugbetrieb in Simbabwe ein, darunter Air France (1997), KLM (1998), Lufthansa (2000), Swiss Air (2000) und British Airways (2007). Gegenwärtig bieten etwa 16 Fluggesellschaften Flüge von und nach Simbabwe an. Neben Bergbau und Landwirtschaft soll der Tourismus die wirtschaftliche Erholung des Landes vorantreiben.

Harare steht vor ernsthaften Wasserproblemen. Im vergangenen Monat konnten täglich durchschnittlich nur 319 Megaliter gepumpt werden, bei einem Bedarf von 800 Megalitern. Die wichtigste Kläranlage, Morton Jaffray, musste abgeschaltet werden, denn die Chemikalien zur Wasseraufbereitung waren ausgegangen. Die Gründe für das Problem sind: hohe Kosten für Wasseraufbereitungschemikalien, ein unhaltbares Tarifsystem und eine enorme Verschuldung (über 350 Millionen Dollar) gegenüber Lieferanten von Wasseraufbereitungschemikalien. Die Stadtverwaltung ist hoch verschuldet, obwohl sie Rettungspakete von der Regierung erhalten hat.

Simbabwe arbeitet an einem Gesetz, mit dem Bürger bestraft werden sollen, die mit ausländischen Regierungen kommunizieren und „nationalen Interessen schaden“. Die Regierung behauptet, das vorgeschlagene Gesetz sei vom Logan-Gesetz der Vereinigten Staaten inspiriert. „Der Gesetzentwurf geht von der Verfassungsbestimmung über die Außenpolitik unseres Landes aus, die die Förderung und den Schutz der nationalen Interessen Simbabwes wertschätzt“, sagte die Ministerin für Justiz, Recht und Parlamentarische Angelegenheiten, Virginia Mabhiza, gegenüber den staatlich kontrollierten Medien.

10 chinesische Ärzte sind in Harare eingetroffen, um für die nächsten 12 Monate im Parirenyatwa Krankenhaus zu arbeiten. Sie sollen die Zusammenarbeit zwischen Simbabwe und China im Gesundheitsbereich voranbringen und die traditionelle chinesische Medizin fördern.

Die Regierung hat mit sofortiger Wirkung den gesamten Bergbau im Hwange-Nationalpark verboten. Die Zhongxin Mining Group und Afrochine Smelting, 2 chinesische Unternehmen, hatten Lizenzen erhalten, um im größten Wildreservat Simbabwes, nach Kohle zu suchen. Naturschützer und die Zivilbevölkerung hatten einen Dringlichkeitsantrag gestellt, in dem sie argumentierten, dass jede Art des Bergbaus die akute Gefahr einer irreversiblen ökologischen Schädigung darstelle und die Tourismusindustrie des Landes zerstören könne. Der Nationalpark Hwange, mit seinem Tierreichtum – Elefanten, Spitzmaulnashörner, Löwen, Giraffen, jegliche Art von Gnus und Antilopen und vielen anderen Wildtieren, ist ein beliebter Ort für Touristen. Das Kabinett einigte sich auch auf ein Verbot des Bergbaus im Flussbett und im Schwemmland, mit Ausnahme der Flüsse Save und Angwa, wo dies, wenn auch unter sehr strengen Auflagen, erlaubt sein wird.

Die Botschafter Deutschlands, Großbritanniens, Kanadas, der Niederlande, Norwegens, Polens und der USA haben die Regierung aufgefordert, die Corona-Krise nicht für neue Machtbefugnisse zu missbrauchen und Rechte der Bürger nicht weiter einzuschränken. Präsident Emmerson Mnangagwa wird aufgefordert, gegen die sich verbreitende Korruption vorzugehen. Die katholischen Bischöfe beschrieben in einem Hirtenwort die Lage des Landes als „eine vielschichtige Krise, die einen wirtschaftlichen Zusammenbruch, zunehmende Armut, Korruption und Menschenrechtsverletzungen umfasse“. Die Regierung griff daraufhin Erzbischof Robert Ndlovu scharf an und beschuldigte ihn, ethnische Spaltung zu schüren.

Die 7 katholischen Bischöfe schreiben in einem Brief, „Der Kampf in Simbabwe hat zu einer vielschichtigen Krise mit wirtschaftlichem Zusammenbruch, sich vertiefender Armut, Ernährungsunsicherheit und Menschenrechtsverletzungen geführt“. Präsident Mnangagwa hat jedoch seinen politischen Gegnern vorgeworfen, mit Ausländern zusammenzuarbeiten, um zu versuchen, das Land zu destabilisieren. Er nannte sie „faule Äpfel“ und warnte davor, dass er sie „auslöschen“ werde. Die Simbabwer protestieren gegen Korruption der Regierung und eine sich verschärfende Wirtschaftskrise mit einer Inflationsrate von mehr als 700%.

Wegen knappem Personal, mangelnder Schutzausrüstung und den steigenden Corona-Zahlen kann das kleine Team freiwilliger Ärzte und Pfleger u.a. nur 30 Patienten ins Covid- Zentrum aufnehmen. Die anderen müssen abgewiesen werden . Letzte Woche starben, auch in einem Harare Krankenhaus, 7 Babys in einer Nacht . Proteste gegen die Missstände und landesweite Korruption wurden  blockiert, Journalisten verhaftet und Zivilisten geschlagen . Präsident Mnangagwa hat geschworen, all seine Gegner „wegzuspülen“ . Um die Gesundheitsversorgung zu stabilisieren, hat er gestern seinen Vizepräsidenten Constantino Chivenga zum neuen Gesundheitsminister ernannt, nachdem der Skandal um die Beschaffung von Corona – Virus Tests und Schutzausrüstung zur Entlassung seines Vorgängers geführt hatte .

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