Schlagwort: Simbabwe

Etwa 400 Elefanten, 2.000 Impalas, 70 Giraffen, 50 Büffel, 50 Gnus, 50 Zebras, 50 Elenantilopen, 10 Löwen und ein Rudel von 10 Wildhunden gehören zu den Tieren, die im Rahmen von Projekt Rewild Zambezi, einer der größten Lebendfang- und Umsiedlungsaktionen, von der Save Valley Conservancy in drei Schutzgebiete im Norden – Sapi, Matusadonha und Chizarira – umgesiedelt werden. Schon einmal zwischen 1958 und 1964, wurden im Rahmen von „Operation Noah, wegen des steigenden Wassers des riesigen Kariba Staudamms am Sambesi-Fluss, mehr als 5.000 Tiere umgesiedelt.

Unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen ist es hauptsächlich der von Frauen angetriebene informelle Sektor, der für den Unterhalt der Familien sorgt. Frauen legen oft lange Strecken mit schweren Lasten auf dem Kopf zurück, um Produkte zu handeln, die häufig in der Hitze verderben. Ein von der EU finanziertes Projekt vergab im ländlichen Domboshava, unweit der Hauptstadt, solarbetriebene elektrische Dreiräder an Landfrauen. Gebaut wurden sie von dem in Harare ansässigen Sozialunternehmen „Mobility for Africa“. Die erste Flotte von 88 motorisierten Dreirädern soll sich bald verdreifacht haben. Die Dreiräder, in der Ndebele Sprache „Hamba“ = „Go“ genannt, können auch gemietet und als Taxi benutzt werden. Für die unternehmerischen produktiven afrikanischen Frauen bringt das elektrische Dreirad immer größere Möglichkeiten.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) hat vor Plänen der Regierungen von Simbabwe und Sambia gewarnt, einen Golfplatz und Lodges in der Nähe der Fälle zu bauen. Auch wird gefordert, den Bau eines 300-Betten-Hotelkomplexes auf der sambischen Seite zu stoppen. Darüber hinaus bemängelte das Team einen offensichtlichen Mangel an vollständiger Transparenz in Bezug auf Projekte auf beiden Seiten des Sambesi-Flusses, die angeblich lokale Korruptionsgerüchte schüren. Die Delegation schloss ihren Besuch mit der Feststellung, dass der besondere Status der Wasserfälle „in naher Zukunft als gefährdet angesehen werden könnte“.

Präsident Emmerson Mnangagwa sagte anlässlich des ersten Spatenstichs für das neue Cyber-City-Projekt in Mt Hampden: „Es mein Wunsch ist, hier eine intelligente Stadt wie Dubai zu bauen. Er (Milliardär und Investor Shaji Ul Mulk) hat zugestimmt, eine intelligente Stadt zu bauen, die besser ist als Dubai. Das 500-Millionen-Dollar-Projekt soll 250 Stadthäuser, mehr als 80 Luxusvillen, Wohnblöcke, eine hochwertige Einkaufspassage, einen 15-stöckigen Mulk-Tower, ein medizinisches Zentrum, ein Gemeindezentrum und andere Einrichtungen umfassen. Diese „Stadt“ wird sich in unmittelbarer Nähe des neuen, von China gebauten und für 100 Mio. USD „gestifteten“ Parlamentsgebäudes sowie der geplanten Gerichte und Präsidialämter befinden, wodurch der neue Bezirk symbolisch zur Hauptstadt Simbabwes wird.

Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass Simbabwes Mais gegen einheimisches Getreide ausgestauscht werden könnte, um die anhaltende Dürre und Nahrungsmittelknappheit zu überwinden.  Mais stellt in einem durchschnittlichen simbabwischen Haushalt nach Wasser den zweitwichtigsten Faktor dar. Die Nahrungsmittelknappheit wird noch dadurch verschärft, dass sich die Wirtschaft in einem bedrohlichen Zustand befindet. Die jährliche Inflation liegt bei 191 % und die Preise für Grundnahrungsmittel steigen stetig. Auch die Kosten für Düngerrohstoffe haben sich verdreifacht, was ein weiteres Problem darstellt, da Simbabwe in hohem Maße auf Dünger aus Russland angewiesen ist. Infolgedessen werden die Landwirte von der Regierung ermutigt, mehr traditionelle Kulturpflanzen anzubauen, da diese weniger Dünger benötigen, dürreresistenter und nahrhafter sind.

Simbabwe plant die Einführung von Goldmünzen, die es Anlegern ermöglichen sollen, Werte im Land zu speichern, während die Inflation außer Kontrolle gerät und die Landeswährung gegenüber den wichtigsten Währungen weiter rapide abwertet. Zentralbankchef John Mangudya sagt:  „Der geldpolitische Ausschuss der Reserve Bank of Zimbabwe (MPC) hat beschlossen, Goldmünzen auf den Markt zu bringen, um den Anlegern die Möglichkeit zu geben, Werte zu speichern“. Die Goldmünzen werden von Fidelity Gold Refineries (Private) Limited geprägt und über die normalen Bankkanäle an die Öffentlichkeit verkauft.“ Der Schritt erfolgt, nachdem die Inflation im Juni von 132 % im Mai auf 191,6 % angestiegen ist. Simbabwe versucht sich aus dem Griff einer Wirtschaftskrise zu befreien, die durch eine hohe Inflation, eine rapide abwertende Landeswährung, 90 % Arbeitslosigkeit und eine rückläufige Produktionsleistung gekennzeichnet ist

Die Regierung hat die 5% Abgabe auf den Export von Rohplatin ausgesetzt, nachdem die Bergbauunternehmen das Finanzministerium um ihre Abschaffung gebeten hatten. Davon profitieren kurzfristig die großen Minenunternehmen Impala Platinum, insbesondere die großen südafrikanischen, die im Nachbarland den Bergbausektor dominieren, Sibanye Stillwater, Impala Platinum und Anglo American Platinum. Die Abgabe sollte die Bergbauunternehmen dazu bewegen, inländische Wertschöpfungsanlagen zu entwickeln, da Simbabwe versucht, die Erträge aus seinen riesigen Platinvorkommen zu optimieren. Die Platinminenbetreiber exportieren das Mineral derzeit zur Veredelung nach Südafrika, größtenteils in rohem oder halbverarbeitetem Zustand, wodurch dem Land nach Ansicht der Regierung erhebliche potenzielle Einnahmen entgehen.

Die Landwirte in den Anbaugebieten Umguza und Bubi in der Provinz Matebeleland North haben Mühe, einen massiven Ausbruch von Quelea-Vögeln einzudämmen, die sich an ihren Ernten, vor allem an kleinen Körnern, gütlich tun. Farmer Moyo meint dazu, „nachdem ich im Jahr 2020 an einem Workshop über den Anbau von Kleingetreide teilgenommen hatte, beschloss ich, es anzubauen. Jetzt habe ich erkannt, dass ich einen Fehler gemacht habe, denn der Anbau birgt viele Risiken. Bisher habe ich fast ein Drittel eines Hektars durch die Vögel verloren. In der nächsten Saison kehre ich zum Maisanbau zurück“. Quelea-Vögel, deren Population auf 1,8 Milliarden in 25 Ländern geschätzt wird, verursachen große Schäden an Getreidekörnern, insbesondere an Weizen, Reis, Sorghum und Hirse, wenn diese das Reifestadium erreichen.

Allein in diesem Jahr haben 60 Simbabwer ihr Leben an Elefanten verloren; 50 wurden verletzt. Letztes Jahr starben 72 Menschen im Konflikt mit den Dickhäutern. Im Bezirk Bubi haben die Elefanten schon alles auf den Feldern verschlungen und nähern sich jetzt den Gehöften. Die im Konflikt mit Menschen verletzten Elefanten werden „aggressiv und unkontrollierbar“. Und jetzt, mit Beginn der Trockenzeit, sind die Herden ständig auf der Suche nach Wasser und Nahrung. Schätzungsweise gibt es 100.000 Elefanten in Simbabwe; Tendenz steigend. Simbabwe will diesen Monat einen „Elefantengipfel“ abhalten. Die Regierung hat europäische Staaten um Unterstützung gebeten, gelagertes Elfenbein im Wert von 600 Mio. $ zu verkaufen. Durch das CITES Abkommen ist der Handel mit Elfenbein illegal, doch könnte der Erlös aus dem Verkauf die Gemeinden in der Nähe von Wildreservaten kompensieren und unterstützen.

 „Wir ziehen Lehren aus Russland, eine davon ist, dass eine starke Abhängigkeit vom US-Dollar nicht gut ist“, sagt Persistence Gwanyanya. „Wir wollen versuchen, einige dieser geopolitischen Fragen in unserer lokalen Wirtschaft zu berücksichtigen.“ Im Rahmen der neuen Maßnahmen wird die Zahlung in Landeswährung für Dienstleistungen wie die Beantragung von Pässen, die Zahlung von Einfuhrzöllen und Steuern zunehmen. Mit „Greenbacks“ wird fast alles bezahlt, von Lebensmitteln über Treibstoff und Medikamente bis hin zu Straßenbenutzungsgebühren. Arbeitnehmer, darunter Lehrer und Bankangestellte, fordern seit Anfang dieses Jahres Gehälter in US-Dollar, um die an die ausländische Währung gekoppelten Lebenshaltungskosten zu begleichen.

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