Schlagwort: Simbabwe

„Seine Exzellenz Präsident Putin hat seiner Exzellenz Präsident Emmerson Dambudzo Mnangagwa einen Präsidentenhubschrauber geschenkt“, schrieb das simbabwische Informationsministerium in den sozialen Medien. Es postete Fotos von Mnangagwa, wie er die Stufen des blauen Flugzeugs hinuntergeht und in der Kabine vor einem Tisch mit Gläsern Weißwein und einer Schale mit Obst sitzt. „Dieser Vogel wird bald unseren Himmel zieren“, fügte Regierungssprecher Nick Mangwana zu.

Das Zitat „Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher als andere“ aus George Orwells satirischem Roman hat in Simbabwe große Resonanz gefunden, weil es so viel  über die Realität Simbabwes aussagt. Schon die englische Version war ein Favorit, wurde in Schulen unterrichtet und in einer Lokalzeitung veröffentlicht. Jetzt hat die Autorin Petina Gappah in ihrer Übersetzung die Erzählung in Standard-Shona gemacht, aber die Tiere in den unterschiedlichen Dialekten sprechen lassen, um die Machtkämpfe widerzuspiegeln. „Animal Farm ist ein Mikrokosmos der politischen Entwicklungen in Simbabwe nach der Unabhängigkeit“. (Nyarota). Trotz politischen Änderungen, sowie dem Sturz und Tod von Mugabe, erkennen Simbabwer immer noch die Parallelen, da die Inflation ein Überleben fast unmöglich macht und im August eine weitere Wahl ansteht, die von Drohungen gegen Regierungskritiker überschattet ist.

Am 23. August wählt Simbabwe den Präsidenten, ein neues Parlament und Lokalpolitiker. Die Stimmung ist schon angespannt, besonders seit ein neues Gesetz „The Patriotic Bill“ Meinungsäußerungen  und Versammlungsfreiheit beschneidet und drakonische Strafen androht. Die Hoffnung auf ein freieres und besseres Leben bleibt auch sechs Jahre nach Mugabes Sturz unerfüllt. Die Bischöfe appellieren an die Bevölkerung, „politisch geladene Sprache“ zu vermeiden und die Wahlen friedlich anzugehen. Von der Wahlbehörde fordern sie „absolute Integrität und Unparteilichkeit“.

Etwa 178 000 simbabwische Staatsangehörige, die in Südafrika arbeiten und denen die Abschiebung drohte, wenn ihre Arbeitserlaubnis Ende Juni ausläuft, haben eine vorübergehende Gnadenfrist erhalten. Die Frist, andere Visa und Ausnahmegenehmigungen zu beantragen, wurde bis Ende Dezember verlängert. Innenminister Aaron Motsoaledi sagte, dass die Behörde täglich zwischen 1.000 und 1.500 Anträge auf Visa und Befreiung von der Visumspflicht von Simbabwern erhält, die ihren Aufenthalt in Südafrika verlängern wollen. Die genannte Gruppe 178.000 Menschen, unter ihnen Lehrer, allgemeine Arbeiter, Mechaniker, Hausangestellte und Tankstellenwärter, unterstützen finanziell ihre Familien in der Heimat, sind dokumentierte Migranten, die wirtschaftlich aktiv sind. Einige von ihnen könnten ihren Arbeitsplatz und ihre Sozialleistungen verlieren, wenn sie nicht mehr in Südafrika arbeiten können.

Die 7 jungen Elefanten, die durch Wilderei, Unglück oder Dürre mutterlos waren, hätten nicht überlebt, wenn sie nicht in der Auffangstation „Zimbabwe Elephant Nursery“ gepflegt worden wären,  denn Elefantenbabys sind in den ersten beiden Jahren total auf die Milch und Obhut ihrer Mütter angewiesen. Jetzt, nach monatelanger intensiver Betreuung, waren sie auf das Leben in der Wildnis vorbereitet. Mit Kran, Hebebühne und Schwertransport wurden die Jungtiere von Harare in das 1100 Kilometer entfernte Naturschutzgebiet unweit der Victoriafälle gebracht. Dort sollen schon elf früher ausgewilderte Elefanten leben, die den Neuankömmlingen helfen, sich in die neue Umgebung einzuleben. Afrikanische Savannenelefanten gelten als „gefährdet“, da ihre Zahl in den letzten 50 Jahren um mindestens 60% gesunken ist. Aktuell leben noch etwa 415.000 der Tiere auf dem Kontinent, meist im südlichen Afrika.

Anfang der 2000er Jahre wurde Simbabwe wegen Wahlbetrug und Menschenrechtsverletzungen von den USA und der EU mit Sanktionen belegt, so dass keine Verteidigungs–und Technologiegüter geliefert werden konnten. Nun hat sich Präsident Mnangagwa an den „Bruder“ Wladimir Putin gewandt. Inzwischen sind 18 Kazan Helikopter gelandet,  12 für das Katastrophenmanagement und 6 für die Strafverfolgung. Bei der Übergabe waren sich der Präsident und der russische Botschafter einig, dass „sanktionierte Staaten miteinander kooperieren müssen“. Simbabwe steht kurz vor Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, die Mnangagwa und seine ZANU- PF gewinnen wollen. Dafür könnte er, nach Meinung von Beobachtern, die Hubschrauber und das Wohlwollen der Bevölkerung brauchen. Für Letzteres hat er die Freilassung von über 4000 Häftlingen aus 55 Gefängnissen angeordnet

Im Februar brach in Chegutu, im Nordwesten des Landes, Cholera aus. Mittlerweile ist das ganze Land betroffen und Harare ist einer der Cholera-Hotspots.

Hamba ist ein speziell angefertigtes Elektro-Dreirad, das mit austauschbaren, solarbetriebenen Akkus betrieben wird, es ermöglicht Mobilität in ländlichen Gegenden. Den Nutzern wird es gegen eine monatliche Gebühr vermietet, oder verkauft. Im Dezember 2022 erhielt Mobility for Africa (MFA), einem in Mauritius registrierten und in Simbabwe tätigen Unternehmen, eine Investition von InfraCo Africa in Höhe von 2 Mio.$. Bis Ende 2023 hofft das Unternehmen bis zu 400 E-Dreiräder zu erstellen und 8 Ladestationen zu errichten. Auch eine Expansion in die Nachbarländer wird angestrebt. In Simbabwe leben 67 % der Bevölkerung in ländlichen Gebieten. Das Straßennetz ist unzureichend, was es der Landbevölkerung erschwert, wichtige Dienstleistungen wie Kliniken und Geschäftszentren zu erreichen und ihre Waren und Dienstleistungen pünktlich auszuliefern.

Bona Mugabe, Tochter des Langzeitherrschers Robert Mugabe, will sich nach 9 Ehejahren von Simba Chikore, dem ehemaligen Piloten, trennen. Laut den Scheidungsunterlagen vor Gericht soll Bona 25 Wohnimmobilien besitzen–darunter eine Vila in Dubai–im Gesamtwert von etwa 80 Mio.€. Chikore will das Vermögen, zu dem auch 21 Farmen gehören sollen, teilen. Familienmitglieder behaupten, dass Mugabe ohne Vermögen und ohne Testament starb, während der frühere Regierungssprecher George Charamba den Besitz der Farmen dementiert. Die Bevölkerung von Simbabwe hat mit Schock und Empörung auf die Anhäufung von Reichtum reagiert, da die meisten von ihnen verzweifelt um ihre Existenz kämpfen und Inflation und Unterdrückung jeglicher Opposition zunehmen.

Die Zentralbank von Simbabwe will eine Gold-gedeckte digitale Währung einführen. Diese wird als anerkanntes Tauschmittel fungieren. Die Goldbindung der neuen Digitalwährung soll nun für die nötige Währungsstabilität sorgen. Die Gold-Token repräsentieren dabei von der Zentralbank gelagerte Goldreserven. Sie sollen den Einheimischen als Wertaufbewahrungsmittel dienen. Im August 2022 lag die Inflationsrate bei 285 %, im März dieses Jahres noch bei 87,6 %. Der Simbabwe Dollar wird mit 1.001 ZWL pro 1 $ gehandelt, auf dem Parallelmarkt in Harare mit 1.750 ZWL.

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