Schlagwort: Nigeria

Die Zentralbank hat eine Kursänderung angekündigt, die darauf abzielt, die digitale Finanzsicherheit des Landes durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen zu stärken und die Verluste durch Finanzbetrug bis 2028 um bis zu 70 % zu reduzieren. Anstatt Transaktionen erst nach deren Abschluss zu prüfen, analysiert das neue KI-gestützte System Zahlungsdaten in Echtzeit. So können verdächtige Aktivitäten erkannt oder gestoppt werden, bevor die Gelder vollständig überwiesen werden.

Das 11-Milliarden-Dollar-Projekt der Küstenstraße zwischen Lagos und Calabar hat heftige Kritik von Umweltschützern ausgelöst. Naturschützer, lokale Fischergemeinden und Klimaexperten warnen vor schwerwiegenden ökologischen Schäden, beschleunigter Küstenerosion und erheblichen CO₂-Emissionen. Studien zeigen, dass sich die Küstenlinie am Golf von Guinea rapide zurückzieht.  Kritiker befürchten, dass der Anstieg des Meeresspiegels letztendlich die Autobahn selbst gefährden könnte. Bisher hat der Baukorridor bestehende Küstenlandschaften durchschnitten, Teile lokaler landwirtschaftlicher Betriebe zerstört und Grundstücke geteilt. Internet- und Telekommunikationsbetreiber haben Bedenken geäußert, dass das riesige Bauprojekt wichtige Offshore-Breitbandkabel wie WACS und MainOne beschädigen könnte. Die über 700km entlang der nigerianischen Küste erstreckende Straße Lagos-Calabar ist eines der ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte von Präsident Bola Tinubu.

Mehrere afrikanische Staaten repatriieren, mit Sonderflügen und Busreisen ihre Bürger, aus Südafrika. Nigeria hat Evakuierungsflüge für über 1.000 Landsleute genehmigt. Auch Länder wie Ghana, Malawi und Simbabwe repatriieren Hunderte oder Tausende ihrer Staatsbürger. In der Provinz Westkap, wird von Tür zu Tür Einschüchterungen, sowie vom Tod zweier Mosambikaner in Mossel Bay, berichtet. 150 Malawiern, die in Mossel Bay, in Notunterkünften Zuflucht gesucht hatten, wurden zurückgeholt. Eine schwere Wirtschaftskrise mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 30% führten zu anti-migrantischen Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen. Anti-Migranten-Gruppen fordern, dass Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung das Land verlassen – und haben den 30. Juni als Frist gesetzt.

Mindestens 360 Menschen, die im März von Boko-Haram-Dschihadisten aus einer überwiegend muslimischen Gemeinde im nordöstlichen nigerianischen Bundesstaat Borno entführt worden waren, wurden aus einem abgelegenen Bergversteck befreit. Es ist zunächst unklar, wie die Freilassung der Opfer erreicht wurde, doch das Militär erklärte, es habe eine „auf Geheimdienstinformationen basierende Rettungsaktion“ durchgeführt.

Das nigerianische Verteidigungshauptquartier teilte mit, dass bei den gemeinsam mit dem US-Militärkommando für Afrika (AFRICOM) durchgeführten Operationen Kontrollpunkte, Waffenlager, Logistikzentren, militärische Ausrüstung und Finanzierungsnetzwerke zerstört wurden, die vom ISIL und dessen Ableger in der Westafrika-Provinz (ISWAP) genutzt wurden. Seit Jahren führen sie einen Kampf in der Region. Seitdem der ISIL im Nahen Osten erhebliche Rückschläge erlitten hat, hat er seinen Fokus auf Afrika verlagert. In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 entfielen 86 % der weltweiten Aktivitäten der Gruppe auf Afrika.

Die Anti-Korruptionskonferenz des Commonwealth legt eine Vision für den KI-gestützten Kampf gegen Korruption in Afrika vor. In Yaoundé versammelten sich Vertreter aus 20 afrikanischen Staaten sowie über 200 internationale Expertenmit dem Ziel moderne Oversight-Mechanismen zu etablieren, um Haushaltsunregelmäßigkeiten, Unterschlagung und mangelnde Transparenz in öffentlichen Verwaltungen zu bekämpfen. Nigeria präsentierte seine Technologie-Initiative CEPTI (Constituency and Executive Projects Tracking Initiative) Das System nutzt Geospatial-Mapping und Datenanalysen zur Echtzeitüberwachung staatlich finanzierter Projekte. Seit dem Start der Initiative wurden Projekte im Wert von 22,9 Billionen Naira überwacht, über 4,9 Milliarden Naira direkt aus mangelhaften Verträgen zurückgewonnen und Einsparungen von 91,4 Milliarden Naira durch das Verhindern künstlich aufgeblähter Budgets erzielt.

Nigeria plant eine „freiwillige Rückführung“ seiner in Südafrika lebenden Staatsbürger. Es wird befürchtet, dass fremdenfeindliche Gewalttaten zunehmen. Südafrika blickt auf eine lange Geschichte fremdenfeindlicher Gewalt zurück, die häufig durch wirtschaftliche Frustrationen, Arbeitslosigkeit und die Vorstellung ausgelöst wird, dass Migranten um Arbeitsplätze und Ressourcen konkurrieren. Nigerianer, die einen bedeutenden Teil der Migrantengemeinschaft ausmachen, gehörten häufig zu den Betroffenen.

Die Ökologin Dr. Iroro Tanshi wurde mit dem renommierten Goldman Environmental Prize 2026 (Grüner Nobelpreis) ausgezeichnet.  Im Afi-Mountain-Wildreservat wiederentdeckte sie die Fledermausart Kurzschwanz-Rundblattnase (Hipposideros curtus). In einem Land, in dem Fledermäuse oft mit Hexerei in Verbindung gebracht werden, hat Tanshi erfolgreich eine Kampagne ins Leben gerufen, um die Tiere zu schützen, indem Waldbrände in den Gebieten, in denen sie leben, verhindert werden. Sie gründete die Small Mammal Conservation Organization (SMACON) um Buschbrände zu verhindern.

Die Regierung wird ab dem 1. Juli die Einfuhrzölle auf eine Reihe von Waren ermäßigen, um die Lebenshaltungskosten zu senken und Unternehmen zu unterstützen. Nach den neuen Sätzen sinken die Zölle auf Personenkraftwagen auf 40 %, auf Reis in Großmengen auf 47,5 % und auf Rohzuckerrohr auf 55 bis 57,5 %. Die Zölle auf Palmöl sinken auf 28,75 %. Elektrofahrzeuge, Nahverkehrsbusse und Fertigungsmaschinen werden vollständig von den Zöllen befreit.

Nach Massenprozessen wurden fast 400 Personen wegen Verbindungen zu militanten islamistischen Gruppen verurteilt. Die Verurteilten erhielten Strafen zwischen fünf Jahren und lebenslanger Haft. Es wurde ihnen Verbindungen zu Boko Haram oder einer rivalisierenden Splittergruppe, der „Islamic State West Africa Province“ (ISWAP), nachgewiesen. Die Regierung steht unter starkem Druck, die zunehmende Unsicherheit im Land einzudämmen. Die Sicherheitskräfte kämpfen gegen zahlreiche bewaffnete Gruppen, von militanten Islamisten über Separatisten bis hin zu Banden, die Entführungen zur Erpressung von Lösegeld begehen.

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