Schlagwort: Nigeria

Die Regierung wird ab dem 1. Juli die Einfuhrzölle auf eine Reihe von Waren ermäßigen, um die Lebenshaltungskosten zu senken und Unternehmen zu unterstützen. Nach den neuen Sätzen sinken die Zölle auf Personenkraftwagen auf 40 %, auf Reis in Großmengen auf 47,5 % und auf Rohzuckerrohr auf 55 bis 57,5 %. Die Zölle auf Palmöl sinken auf 28,75 %. Elektrofahrzeuge, Nahverkehrsbusse und Fertigungsmaschinen werden vollständig von den Zöllen befreit.

Nach Massenprozessen wurden fast 400 Personen wegen Verbindungen zu militanten islamistischen Gruppen verurteilt. Die Verurteilten erhielten Strafen zwischen fünf Jahren und lebenslanger Haft. Es wurde ihnen Verbindungen zu Boko Haram oder einer rivalisierenden Splittergruppe, der „Islamic State West Africa Province“ (ISWAP), nachgewiesen. Die Regierung steht unter starkem Druck, die zunehmende Unsicherheit im Land einzudämmen. Die Sicherheitskräfte kämpfen gegen zahlreiche bewaffnete Gruppen, von militanten Islamisten über Separatisten bis hin zu Banden, die Entführungen zur Erpressung von Lösegeld begehen.

Die nigerianische Luftwaffe flog einen Angriff auf den Jilli-Wochenmarkt, im nordöstlichen Bundesstaat Yobe. Ziel des Angriffs soll das Logistikzentrum von Boko-Haram gewesen sein. Der Angriff fand während der Hauptgeschäftszeit statt und traf überwiegend Zivilisten darunter Frauen und Kinder. Ein zweiter Schlag soll erfolgt sein, während Menschen versuchten, die Leichen der ersten Explosion zu bergen.

Katholische als auch evangeliare Ostergottesdienste wurden in Ariko, im nordwestlichen Bundesstaat Kaduna, angegriffen. Sieben Menschen wurden getötet und mehrere entführt. Die nigerianische Armee teilte mit, dass sie 31 Gläubige befreit habe. Der Angriff fand statt, obwohl der Polizeichef für Ostern einen „massiven Sicherheitsaufgebot“ angeordnet hatte, auch an Gotteshäusern.

Während des Staatsbesuchs von Präsidenten Bola Ahmed Tinubu in London wurde mit der britischen Regierung ein neues Abkommen unterzeichnet, das die Rückführung von Migranten ohne Aufenthaltsrecht im Vereinigten Königreich erleichtert. Der Abschiebeprozess wird durch die Anerkennung von britischen Identitätsdokumenten (sogenannte „UK letters“) beschleunigt. Gegen Visabetrug ((z. B. Scheinehen, gefälschte Job-Sponsorenschaften) soll gemeinsam härter vorgegangen werden.

Präsident Bola Tinubu hat den erfolgreichen Abschluss einer historischen Einigungsvereinbarung, um die Ölförderlizenz 245 (Zabazaba-Etan), zwischen der nigerianischen Bundesregierung, ENI und Nigerian Agip Exploration Limited (NAEL) beigelegt. Die Rechtsstreitigkeiten („Malabu-Skandal“) befassten sich mit Korruptionsvorwürfen. Das Zabazaba-Etan-Tiefseeprojekt (OPL 245) gilt als eines der größten unerschlossenen Ölfelder des Kontinents.

Konservative Anglikaner, die sich in Abuja versammelten, haben ihre Pläne zur Wahl eines rivalisierenden „Primus inter Pares”, was die Position des Erzbischofs von Canterbury innerhalb der weltweiten anglikanischen Kirche beschreibt, zurückgezogen.  Stattdessen erklärt GAFCON, dass es alte Strukturen und alte Titel hinter sich lässt und nun einen neuen Führungsrat unter der Leitung des ruandischen Erzbischofs Laurent Mbanda vorstellt. Der Global Anglican Council erklärt: Erzbischof Laurent Mbanda ist ihr Vorsitzender, und Sarah Mullally ist die Erzbischöfin von Canterbury.

Die Britin Sarah Mullally wird noch in diesem Monat offiziell zum Oberhaupt der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft eingesetzt. Sie ist nicht nur die ranghöchste Geistliche der Church of England, sondern als auch „primus inter pares” (die Erste unter Gleichen) der Primas der anglikanischen Gemeinschaft. Somit ist sie das geistliche Oberhaupt von fast 95 Millionen Anglikanern. Die globale Bewegung Gafcon (Global Anglican Future Conference) der „authentischen Anglikaner, die Gottes Evangelium bewahren” plant, nur wenige Wochen vor der Amtseinführung von Erzbischof Mullaly in der Kathedrale von Canterbury ihren eigenen „Ersten unter Gleichen” zu wählen. Viele konservative Christen sind der Meinung, dass nur Männer zu Bischöfen geweiht werden sollten. Dies kommt einem Schisma (Kirchenspaltung) gleich. Anglikanische Provinzen in Afrika (insbesondere Nigeria) treiben den Bruch voran. Andere Regionen wie das südliche Afrika oder Kenia unterstützen die Erzbischöfin von Canterbury.

Der nigerianische Präsident Bola Tinubu und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz haben in einem Telefonat über eine Vertiefung der Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Energie und Infrastruktur gesprochen. Die beiden Staatschefs diskutierten die Wiederaufnahme eines ins Stocken geratenen Stromprojekts, an dem Siemens beteiligt ist, sowie den Kauf gebrauchter deutscher Hubschrauber. Sie vereinbarten zudem eine engere Kooperation in den Bereichen Schienenverkehr und berufliche Bildung. Merz befürwortete Pläne für ein „Museum für afrikanische Kunst“. 

Die islamische Polizei im nördlichen Bundesstaat Kano hat neun Muslime verhaftet, die am ersten Tag des diesjährigen Ramadan-Fastens beim Essen gesehen wurden. Die islamische Polizei, bekannt als Hisbah, durchsucht jedes Jahr während des Ramadan Cafés, Restaurants und Märkte, um sicherzustellen, dass die Muslime die Fastenzeiten einhalten. Einige Einrichtungen bleiben in Gegenden von Kano, in denen viele Christen leben, geöffnet. Kano hat eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung, wo neben dem säkularen Recht auch die Scharia gilt.

Länder