Schlagwort: Kenia

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, verlängert die Regierung die nächtliche Ausgangssperre und verbietet öffentliche Versammlungen und persönliche Treffen. Religiöse Versammlungen sind weiterhin erlaubt, aber auf ein Drittel der Kapazität des Veranstaltungsortes begrenzt. Kenia registriert bisher mehr als 200.000 Fälle und 3.910 Todesfälle.

Ein vorgeschlagenes Gesetz (Lifestyle Audit Bill, 2021) soll die Beschränkungen für Kenianer aufheben Informationen über Einkommen, Vermögen und Verbindlichkeiten von Personen mit öffentlichen Ämtern zu erhalten. Es sieht vor, dass die Formulare zur Selbsterklärung von Reichtum der Öffentlichkeit über eine Website oder in einer unbeschränkten Datenbank, die von der Ethik- und Anti-Korruptionskommission (EACC) gehostet wird, leicht zugänglich gemacht werden. Von Interesse sind die Vermögensverhältnisse des Präsidenten und seines gesamten Kabinetts, der Abgeordneten und Senatoren, der Spitzenbeamten der Bezirke, der Führungskräfte staatlicher Firmen und anderer hoher Beamter, deren Rolle beim Diebstahl von Milliarden von Schilling an Steuergeldern in Prüfberichten aufgedeckt wurde. Gegenwärtig deklarieren die Amtsträger ihr Vermögen alle 2 Jahre, die Informationen bleiben aber vertraulich. Die Neufassung des Gesetzes zielt darauf ab, die Transparenz im öffentlichen Sektor zu erhöhen und die Praxis einzudämmen, bei der sich einflussreiche Staatsangestellte durch Skandale um gefälschte Ausschreibungen und Lieferanten bereichern.

Nach dem Covid-19 Lockdown hat der Kenya Wildlife Service (KWS) alle Nationalparks des Landes für einheimische und internationale Touristen wieder geöffnet. KWS teilte mit, dass alle Besucher der Parks sich strikt an die Covid-19-Protokolle des Gesundheitsministeriums halten müssen und verpflichtet sind, während des Aufenthalts in den Einrichtungen Gesichtsmasken zu tragen, körperlichen Abstand zu halten, die Hände zu waschen oder Desinfektionsmittel zu verwenden. Präsident Uhuru Kenyatta ordnete Lockerungsbeschränkungen an, einschließlich der Wiedereröffnung von Hotels und Bars bis 19 Uhr als Teil der Maßnahmen zur Rettung der kämpfenden Wirtschaft des Landes. Das Auswärtige Amt stuft Kenia weiterhin als Risikogebiet ein.

Ostafrikanische Bauern in den trockenen und halbtrockenen Gebieten im Norden des Landes besitzen etwa 60% der Kamele der Welt und können mit der nahrhaften Milch viel Geld machen. Das BBC Programm „Smart Money“ traf im nördlichen Kenia ein Ehepaar, das täglich 10 – 15.000 Liter Kamelmilch verkaufte. Schon in der Antike kannten die Wüstenbewohner den Wert der Milch ihres Lastenträgers. Der Westen lernte ihn erst viel später schätzen. Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Lanolin und Mineralstoffen macht Kamelmilch zu einem beliebten Gesundheits – und Schönheitsprodukt.

Martha Koome, Richterin am Berufungsgericht, wurde als Nachfolgerin von Chief Justice David Maraga zum 15. Obersten Richter (vergleichsweise mit dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts) nominiert. Die Nationalversammlung (Parlament) muss die Nominierung bestätigen. Kenias Judicial Service Commission (JSC) hat mit der Ernennung der ersten weiblichen Obersten Richterin des Landes, Lady Justice Martha Koome Karambu, Geschichte geschrieben. Bei den Vorstellungsgesprächen, die von JSC durchgeführt wurden, setzte sie sich gegen neun andere Kandidaten – darunter zwei weitere Frauen – für den Posten durch.

Das Oberste Gericht hat entschieden, das Versäumnis, eine frühere Ehe formell aufzulösen, sollte kein Hindernis für eine Person sein, ihre Rechte und ihre Freiheit auszuüben, eine andere Ehe zu wählen, oder sogar einzugehen. Der Mann hatte gehofft, das Vermögen, das seine 2018 verstorbene Frau hinterlassen hatte, von einem Ausländer zurückzufordern. Der Mann hatte sie nach dem Luo-Gewohnheitsrecht vor etwa 40 Jahren geehelicht; nach 10 Ehejahren und 2 Kindern trennte sie sich von ihm; ihre Ehe wurde aber nicht formell aufgelöst. Sie ging eine neue Ehe ein, die nach dem Gikuyu-Gewohnheitsrecht durchgeführt wurde, der neue Ehemann zahlte eine Mitgift an die Eltern der Frau.  Während der Ehe mit dem Ausländer erwarb, das Paar Immobilien in Malindi im Wert von Millionen von Schilling. Nach dem Urteil ging der erste Ehemann mit leeren Händen nach Hause.

Die Blumenfarm „Rift Valley Roses“ gewinnt jetzt ihren Strom aus einer schwimmenden Photovoltaik-Anlage. Die Solaranlage schwimmt platzsparend auf einem Wasserreservoir der Farm; dies ist nicht nur platzsparend, es verringert auch die Verdunstung, dämmt die Algenblüte und kühlt die Solarmodule, die so effizienter arbeiten. Das Projekt wurde von dem Unternehmen Ecoligo in Berlin realisiert, das sich über Crowdinvesting finanziert. Private Investoren erhalten so die Möglichkeit, Geld in nachhaltige Projekte anzulegen.

Kenia hat sich zum Ziel gesetzt, 5 % der zugelassenen Fahrzeuge bis 2025 elektrisch zu betreiben. Opibus, ein Startup Unternehmen aus Nairobi, das 2017 gegründet wurde, nutzte die Safari- und Tourismusbranche und rüstete Safari- und Wildtier-Geländewagen auf Elektroantrieb um. Nun soll durch die Elektrifizierung der Fahrzeuge der städtische Nahverkehr kostengünstiger, sauberer und effizienter werden. Die Mehrzahl der “Matatus“, sind 14- bis 51-sitzige Busse. Die Umrüstung könnte die Betriebskosten für dieses Taxigewerbe um bis zu 50 % senken. 39 % der CO2-Emissionen in Kenia sind dem Verkehrssektor zuzuschreiben. Das kenianische Stromnetz wird bereits überwiegend mit einer Mischung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Geothermie, Wasserkraft und einigen Solaranlagen betrieben. 

Die Regierung schließt die Flüchtlingscamps in Dadaab und Kakuma, da eine wachsende Terrorgefahr von den Lagern ausgehe. Es leben dort mehr als 430.000 Geflüchtete aus Somalia, Südsudan und anderen afrikanischen Staaten. Lange Zeit galt Dadaab als größtes Flüchtlingscamp der Welt.  Alle Geflüchteten müssten binnen 4 Monaten umgesiedelt werden. Amnesty International fordert Einbürgerungen und die Aussiedlung in Drittstaaten.

Die kenianische Landwirtschafts- und Lebensmittelbehörde teilte mit, dass sie „die Sicherheit von Lebensmittelimporten nach Kenia überwacht“. Maisimportteure müssen sich zukünftig registrieren lassen, die eintreffenden Sendungen müssen Bescheinigungen über den Aflatoxingehalt haben und die Händler müssen Angaben zu ihren Lagern machen. Letzte Woche hatte Kenia den Import von Mais aus Tansania und Uganda verboten hat, nachdem Untersuchungen höhere als normale Mykotoxinwerte ergeben hatten. Mykotoxine sind natürlich vorkommende Toxine, die von bestimmten Schimmelpilzen produziert werden und in Lebensmitteln vorkommen können. Sie wachsen auf einer Vielzahl von verschiedenen Pflanzen und Lebensmitteln, darunter Getreide, Nüsse, Gewürze, Trockenfrüchte, Äpfel und Kaffeebohnen, oft unter warmen und feuchten Bedingungen. Mais ist jedoch besonders gefährdet durch Aflatoxin-Befall. Die Internationale Krebsforschungsagentur klassifiziert Aflatoxin als primäres karzinogen für Menschen. Das Gift gefährdet rund 500 Millionen Menschen weltweit. Es verursacht jährlich schätzungsweise bis zu 155.000 Fälle von Leberkrebs und ist einer der Faktoren, die zu Wachstumshemmungen bei Millionen von Kindern beitragen.

Länder