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Präsident Adama Barrow hat angekündigt, dass das Land die Energieversorgung bis zum nächsten Monat ausbauen werde, in der Hoffnung, die gewalttätigen Proteste gegen anhaltende Stromausfälle zu unterbinden. In der Hauptstadt Banjul und den umliegenden Städten zündeten Demonstranten Reifen an und errichteten Barrikaden, um den Verkehr zu blockieren. Sie fordern Barrows Rücktritt. Im Dezember kandidiert Barrow für eine dritte Amtszeit. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die wiederholten Stromausfälle finden während der heißen Jahreszeit statt und dauerten an einigen Orten bis zu 48 Stunden. Die anhaltenden Stromausfälle sind zum Teil auf den Klimawandel und den Krieg der USA und Israels gegen den Iran zurückzuführen. Der gambische Präsident kündigte zudem den Bau eines zusätzlichen 50-Megawatt-Solarkraftwerks an, mit dem bald begonnen werden soll.

Der Oberste Gerichtshof Gambias bereitet sich darauf vor, über das landesweite Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung zu entscheiden.  Die Entscheidung bedeutet für die Frauen, ob ihre Töchter weiterhin gesetzlich geschützt sind oder dasselbe Trauma erleben müssen, das sie selbst durchgemacht haben. Im Jahr 2024 wurde ein Versuch durch das Parlament abgelehnt, das Gesetz von 2015 zum Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) aufzuheben. Das Verbot stellte die Praxis unter Strafe und sah Strafen von bis zu drei Jahren Haft sowie lebenslange Freiheitsstrafe vor, falls sie zum Tod führt. Die Durchsetzung blieb jedoch begrenzt, sodass die Praxis weitgehend im Verborgenen fortgesetzt werden konnte. Der Druck, das Gesetz aufzuheben, hielt trotz der begrenzten Durchsetzung an. Der Oberste Islamische Rat Gambias unterstützte den Vorschlag und bezeichnete die weibliche Genitalverstümmelung als „eine der Tugenden des Islam“. Befürworter der Verfassungsklage argumentieren, dass es in diesem Fall eher um Religionsfreiheit und kulturelle Rechte gehe als um die Praxis selbst. Während das Land auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wartet, könnte das Ergebnis nicht nur die Zukunft des Gesetzes prägen, sondern auch das Leben Tausender Mädchen, deren Schutz auf dem Spiel steht.

Mindestens sieben Menschen sind ums Leben gekommen und viele weitere werden vermisst, nachdem ein Boot mit etwa 200 Migranten, die nach Europa gelangen wollten, vor der Küste Gambias gekentert ist. Die gefährliche Überfahrt über den Atlantik wird für afrikanische Migranten, die nach Europa gelangen wollen, immer häufiger zur Route ihrer Wahl. Im Jahr 2024 erreichten fast 47.000 Menschen die Kanarischen Inseln, und die spanische Nichtregierungsorganisation Caminando Fronteras schätzt, dass mehr als 9.000 Migranten dabei ums Leben gekommen sind.

Der Tod eines einmonatigen Babys das Opfer einer weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) wurde, hat weitreichende Empörung ausgelöst. FGM ist die absichtliche Beschneidung oder Entfernung der äußeren Genitalien einer Frau. Die am häufigsten genannte Gründe dafür sind soziale Akzeptanz, religiöse Überzeugungen, falsche Vorstellungen über Hygiene, die Erhaltung der Jungfräulichkeit eines Mädchens oder einer Frau, um sie „heiratsfähig“ zu machen, und die Steigerung der sexuellen Lust des Mannes. Gambia gehört zu den zehn Ländern mit den höchsten Raten an weiblicher Genitalverstümmelung. 73 % der Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren wurden dieser Prozedur unterzogen, viele davon vor ihrem sechsten Lebensjahr. FGM ist in Gambia seit 2015 verboten. Die Täter werden mit Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren bestraft, wenn ein Mädchen daran stirbt, sogar mit lebenslanger Haft. Allerdings gab es bisher nur zwei Strafverfahren und eine Verurteilung, und zwar im Jahr 2023. FGM ist weltweit in mehr als 70 Ländern verboten, wird jedoch weiterhin praktiziert, insbesondere in afrikanischen Ländern mit muslimischer Mehrheit.

Der illegale Holzeinschlag in Afrika kostet den Kontinent jährlich bis zu 17 Milliarden US-Dollar. Die hohe weltweite Nachfrage nach afrikanischem Hartholz treibt dieses Umweltverbrechen voran. Nach Wert und Volumen ist Rosenholz das weltweit am meisten gehandelte Wildnis Produkt. Im Jahr 2022 ergab eine Analyse der Environmental Investigation Agency, dass innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Millionen Tonnen Palisanderholz im Wert von mehr als 2 Milliarden US-Dollar illegal zwischen Westafrika und China gehandelt wurden. Gambia das für seine reiche Artenvielfalt bekannt ist, ist von diesem Handel stark betroffen. Obwohl das Land im August 1977 das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) ratifiziert hat, verstießen die meisten der 1,6 Millionen Rosenholzbäume, die zwischen 2012 und 2020 aus Gambia ausgeführt wurden, gegen das Übereinkommen. Ein ehemaliger senegalesischer Palisanderhändler, sagt, dass der Handel innerhalb eines klandestinen Netzwerks in Gambia und Senegal stattfinde. Einheimische fällen Bäume und verkaufen die Stämme an Händler, die Forstbeamte bestechen, damit diese die illegal geschlagenen Stämme über Nebenstraßen und durch Wälder zu den Häfen des Landes transportieren. Händler in Senegal und Gambia schmuggeln das Holz dann in falsch etikettierten Containern nach China.

Der Verfassungsentwurf wird für drei Monate und weitere 10 Tage im Amtsblatt veröffentlicht, wie in der Verfassung von 1997 vorgesehen. Nach Ansicht der Regierung spiegelt er „unsere nationalen Werte und unser Ethos wider und steht im Einklang mit der Existenz Gambias als souveräner, unabhängiger, republikanischer Staat mit einer auf demokratischen Grundsätzen beruhenden Mehrparteiendemokratie und regelmäßigen Wahlen auf der Grundlage des allgemeinen Erwachsenenwahlrechts“. Zum ersten Mal in der Geschichte der Verfassungsentwicklung führt der Entwurf Amtszeitbeschränkungen für Personen ein, die das Amt des Präsidenten bekleiden.

Die gambischen Gesetzgeber haben für die Aufrechterhaltung des 2015 erlassenen Verbots der weiblichen Genitalverstümmelung gestimmt und damit den umstrittenen Gesetzentwurf, den muslimische Geistliche eingebracht hatten, abgelehnt. Das seit 2015 geltende Verbot hat zu einem deutlichen Rückgang der Genitalverstümmelung in Gambia geführt. Die Befürworter der Aufhebung argumentieren jedoch, dass die Genitalverstümmelung religiöse und kulturelle Werte aufrechterhält. FGM (Female Genital Mutilation) beinhaltet die teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren weiblichen Genitalien und kann zu schweren gesundheitlichen Problemen wie Infektionen, Blutungen, Unfruchtbarkeit und Komplikationen bei der Entbindung führen. Gambia gehört zu den 10 Ländern mit der höchsten FGM-Rate. 73 % der Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren haben sich dem Eingriff unterzogen, so die Zahlen von UNICEF für 2024. Wäre der Gesetzentwurf angenommen worden, wäre Gambia das erste Land der Welt gewesen, das das Verbot der Genitalverstümmelung aufgehoben hätte.

Ein Schweizer Gericht hat den ehemaligen gambischen Minister Ousman Sonko wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er war 2016 in die Schweiz geflohen. Der Regierung von Präsident Yahya Jammeh, der von 1996 bis 2016 an der Macht war, wurde zahlreiche Rechtsverletzungen nachgewiesen; es existierte eine finstere paramilitärische Gruppe, die als „Junglers“ bekannt ist. Sonko galt als Jammehs rechte Hand und war in seiner Funktion als Innenminister für die Sicherheitsdienste zuständig. Schweizer Ermittler reisten nach Gambia und befragten Dutzende von mutmaßlichen Opfern und Zeugen für den Prozess. Im Oktober wurde Bai Lowe, ein ehemaliges Mitglied der „Junglers“, in Deutschland wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Im Jahr 2015, unter Präsident Jammeh, wurde die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) unter Strafe gestellt, weil sie im Islam nicht erforderlich sei. Jetzt drängen muslimische Geistliche auf die Aufhebung des Verbots, während Frauenrechtsaktivistinnen für die Beibehaltung des Verbots kämpfen. Mehr als drei Viertel aller gambischen Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sind Opfer von FGM geworden und haben unendlich gelitten. Die Female Lawyers Association will sich weiter einsetzen, damit die Grundrechte der Frauen erhalten bleiben und nicht wieder durch die Entscheidung der Nationalversammlung verletzt werden. Die Abgeordneten stimmten mit 42 Ja- und vier Nein-Stimmen dafür, den Gesetzentwurf zur weiteren Prüfung für mindestens drei Monate an einen Parlamentsausschuss zu überweisen, bevor er zur dritten Lesung zurückkehrt.

Der Prozess gegen den ehemaligen gambischen Innenminister Ousman Sonko hat vor einem Bundesgericht in der Schweiz begonnen. Sonko, der von 2006 bis 2016 Innenminister war, wird beschuldigt, in dieser Zeit an Folter, Mord und Vergewaltigung beteiligt gewesen zu sein. Er war ein getreuer Gefolgsmann von Präsident Jammeh, der Gambia seit einem Putsch 1994 mehr als 20 Jahre lang mit harter Hand regierte. Im Januar 2017 floh Jammeh nach Äquatorialguinea. Im September 2016 stellte Sonko einen Antrag auf Aufenthalt in Schweden, der jedoch abgelehnt wurde. Im Januar 2017 wurde Sonko in der Schweiz in einem Zentrum für Asylbewerber festgenommen. Die Schweiz anerkennt, das Recht mutmaßliche Täter schwerster Verbrechen vor Gericht zu stellen, unabhängig davon, ob sie Staatsbürger oder Ausländer sind, solange sie sich auf Schweizer Boden befinden. Gambia ist eines der ärmsten Länder der Welt. Etwa die Hälfte der zwei Millionen Einwohner lebt nach Angaben der Weltbank von weniger als 1,90 Dollar (1,68 Euro) am Tag.

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