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Gambia – Nach Burundi und Südafrika will auch Gambia den Strafgerichtshof verlassen. Das Gericht in den Haag sei eine Erfindung der Weißen, um Afrikaner „zu verfolgen und zu demütigen“. Die Chefanklägerin des ICC ist eine Gambierin. Kenia, Namibia und Uganda haben bereits einen möglichen Rückzug angedeutet, wogegen Botswana bedauert, wenn gerade die Tyrannen nichts mehr zu fürchten haben.

Gambia – Zwei bekannte Politiker der Oppositionspartei United Democratic Party (UDP) sind unter ungeklärten Umständen im Gefängnis gestorben. UN-Berichte sprechen von Inhaftierung und Folter von Oppositionspolitikern, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten.Die Maßnahmen werden im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen im Dezember gesehen. Seit der Machtübernahme Yahya Jammehs im Jahr 1994 gilt Gambia als eines der repressivsten Länder Afrikas.

Gambia – Verglichen mit der geringen Einwohnerzahl (1,8 Mio.) ist die Zahl der Flüchtlinge hoch. 2015 kamen 8,500 Gambier in Italien an. Sie fliehen vor dem Terror Regime von Präsident Jammeh, der Oppositionelle foltert und einsperrt. Ein bekannter Kritiker starb kürzlich in Polizeigewahrsam. Dazu kommt die bittere Armut und mangelnde Perspektive für junge Gambier. Das Urlaubsparadies bröckelt; Erdnüsse sind das einzige Exportprodukt. Wirtschaftlich ist das Land auf Geldtransfers seiner Bürger in der Diaspora angewiesen. So fliehen junge Menschen weiter nach Europa, obwohl nur wenige dort Schutzstatus bekommen.

Gambia – Als der Präsident letzten Monat sein Land zur Islamischen Republik erklärte, hoffte er wohl auf finanzielle Hilfe von andern muslimischen Staaten, da die EU-Gelder wegen seines repressiven Regimes eingefroren sind. Doch der Geldfluss ist spärlich, bis auf die normalen Zusagen und Bauzuschüsse für Moscheen und „islamisch korrekte Kleidung für Gambias Frauen“ von Katar. Gambier befürchten, dass die Scharia der zu zahlende Preis ist, um ganz integriert zu werden. Der erste Befehl ist, dass Beamtinnen bei der Arbeit „ihr Haar bedecken müssen“. Die Zahl der Gambier, die in der EU Asyl beantragt haben, hat sich im vergangenen Jahr auf knapp 12.000 verdreifacht.

Gambia – Staatschef Jammeh hat sein verarmtes Land, das kleinste Afrikas, zur „islamischen Republik“ erklärt. Er wolle endgültig mit der kolonialen Vergangenheit abschließen. Von den fast zwei Millionen Bürgern seien etwa 90% Muslime; Anhänger anderer Religionen hätten aber die Freiheit, ihr Leben zu gestalten. Jammeh herrscht über sein gebeuteltes Land seit dem Putsch vor 21 Jahren. Menschenrechtler werfen ihm Unterdrückung der Medien und massive Verletzungen der Menschenrechte vor.

Gambia – 21 Jahre nach dem Putsch, der Jammeh an die Staatsspitze brachte, plant er für seine 5. Amtszeit und wird täglich autoritärer. Den Häftlingen in der Todeszelle droht er mit baldiger Exekution. Allen Oppositionellen flößt er Furcht ein. Wer gegen ihn kandidieren will, muss das 28fache eines Durchschnittsjahreseinkommens hinlegen. Die Angst wächst seit einem Coup Versuch im Dezember. Änderung ist nicht in Sicht. So wandern tausende junge Menschen, auch viele Minderjährige, aus und suchen ein besseres Leben. Bei einer Bevölkerung von nur zwei Millionen ist der Prozentsatz der Migranten extrem hoch.

Gambia – Der seit 21 Jahren regierende Yahya Jammeh hat sich einen neuen Titel zugelegt: „Babili Mansa = Oberster Brückenbauer oder Eroberer der Flüsse“. Je lauter die Kritik an seinem autokratischen Führungsstil, umso mehr Ehren strebt er an. Er gab sich bereits aus als universaler „Wunderheiler“- Aids und Unfruchtbarkeit eingeschlossen. 2010 missglückte ihm der Plan, sich als König krönen zu lassen. „Eine Milliarde Jahre“ werde er regieren, wenn Allah es will. Unter den westafrikanischen Migranten, die übers Mittelmeer kommen, sind die meisten aus dem kleinen aber von Terror, Unterdrückung und Willkür gequälten Gambia.

Gambia – Sicherheitskräfte haben 30 Familienangehörige der mutmaßlichen Putschisten inhaftiert. Amnesty international beschwert sich, dass die Betroffenen, darunter ein Minderjähriger, schon über zwei Wochen festgehalten werden, obwohl laut Verfassung dies nur für 72 Stunden möglich ist. Der Putschversuch am 30. 12. 2014 führt zu weiteren Repressionen. Präsident Jammeh bedroht alle mit dem Tod, die sein Land angreifen. Ein Rücktritt kommt nicht in Frage; er werde „eine Milliarde Jahre Präsident bleiben“.

Gambia – Nachdem der Präsidentenpalast in Banjul angegriffen war, ging die Suche, sogar Haus zu Haus, nach Drahtziehern an. Staatschef Jammeh machte Dissidenten verantwortlich. Verhaftungen häuften sich. Zwei mutmaßliche Verschwörer müssen sogar in den USA vor Gericht. Jammeh, der 1994 selbst durch einen Putsch an die Macht kam, wird Repression, Willkür und Unterdrückung der Pressefreiheit vorgeworfen. Der Umsturzversuch wird als Hoffnungszeichen gewertet, dass Gambier „ dabei sind, sich aus der Bedrückung zu befreien“.

Gambia – Zwei UNO Beauftragte wurden von den Behörden daran gehindert, Untersuchungen über Folter anzustellen. Sie hatten wohl Erlaubnis, außergerichtliche Hinrichtungen und Unterdrückung der Oppositionellen zu beurteilen, aber in das Hochsicherheitsgefängnis in Banjul durften sie nicht rein. Präsident Jammeh regiert sein kleines Land rigoros und wird unzähliger Menschenrechtsverletzungen beschuldigt.

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