Schlagwort: Gambia

Der Generalstabschef Ndure Cham und mehrere hohe Offiziere wurden in Banjul wegen Putschverdacht festgenommen. Schon letztes Jahr hatte Präsident Yahaya Jammeh, der selbst 1994 durch einen Putsch an die Macht kam, Oppositionsführer und Militärs verhaftet.

Die Juristin Fatou Bensouda aus Gambia hat schon acht Jahre unter dem viel kritisierten Luis Moreno Ocampo am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gearbeitet. Nun ist sie Chefin, als erste Afrikanerin und erste Frau. Mit ihrer Aussage, dass sie „Anklägerin von 121 Staaten, nicht nur der afrikanischen“ sei, hat sie manche Vorurteile in Afrika aufgeräumt, aber sie ist auch nicht bereit, vor den Verbrechen auf dem eigenen Kontinent die Augen zu verschließen. Sie hat mit ihrer ruhigen aber festen Art die Kriegsverbrecher gewarnt, dass die Zeit der Straflosigkeit vorbei sei. Ohne Gerechtigkeit gäbe es keinen Frieden.

Weil er kritisch über die von der Regierung angeheuerten Hexenjäger berichtet hat, wurde er verhaftet und ist in Gefahr, gefoltert zu werden. In Gambia werden Journalisten und Oppositionelle als Staatsfeinde betrachtet.

Wer mit über 250 g Kokain oder Heroin entdeckt wird, muss mit der Todesstrafe rechnen. Zusammen mit Nachbarländern wurde Gambia vor kurzem zum Hauptumschlagplatz für Drogen von Südamerika nach Europa. Allein im Juni wurden in Gambia zwei Tonnen Kokain im Wert von etwa einer Milliarde Dollar beschlagnahmt. Nun will die Regierung die devastierenden Folgen des Drogenhandels radikal ausrotten.

Die Oppositionspartei ‚National Alliance for Democracy and Development (Nadd)‘ kritisierte die Entlassung des Vorsitzenden der Wahlkommission durch die Regierung. Präsident Jammeh, der 1994 durch einen Putsch an die Macht kam, kandidiert bei den Wahlen im September für eine weitere Amtszeit.

Über 1000 Dorfbewohner sollen verschleppt und zum Trinken halluzinogener Kräutergetränke gezwungen worden sein. Präsident Jammeh, der sich selbst für einen Heiler hält, hat die Hexenjäger angeblich eingeladen, nachdem eine seiner Tanten durch Hexerei umkam. Die Hexenjäger wurden von Polizisten und Mitgliedern des Geheimdienstes begleitet. Viele Dörfler sind nun aus Furcht in die Stadt oder ins benachbarte Senegal geflohen.

Präsident Yahya Jammeh strebt die Königswürde an. Stammeshäuptlinge ziehen durch das winzige Land, eingebettet in Senegal, um Unterstützung für die Krönung zu suchen. Der neue Titel ändert wenig, denn Jammeh ist schon König, der das Land besitzt und die Presse, die Opposition, die Geistlichkeit und die Staatskasse kontrolliert. Er machte schon von sich hören, als er vorgab, ein Heilmittel gegen Aids gefunden zu haben. Auch ließ er in einer Hexenjagd etwa 1000 Menschen zusammen treiben.

Anfang Juli hat das gambische Parlament das Mediengesetz von 2009 verschärft, um zu verhindern, dass die Bevölkerung sich zu „unpatriotischem Verhalten“ verleiten lässt. 15 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 100,000 Dollar drohen dem, der das Internet nutzt, um falsche Nachrichten und Hassreden zu verbreiten, Unzufriedenheit zu schüren oder Gewalt anzustiften, ganz gleich ob er sich innerhalb oder außerhalb der Landesgrenzen befindet.

Präsident Yammehs APRC Partei hat 42 der 48 Parlamentssitze erobert. Oppositionspartei brachten nur zwei Kandidaten in Parlament. Fünf werden vom Präsidenten selbst ernannt.

Ein 60-jähriger Brite und seine 46-jährige Frau wurden wegen angeblicher Volksverhetzung zu einem Jahr Gefängnis mit Zwangsarbeit verurteilt. Sie hatten Präsidenten-kritische E-Mails versendet.

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