Schlagwort: Gambia

Staatsanwälte in der Schweiz haben den ehemaligen gambischen Innenminister Ousman Sonko wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und anderer Vergehen angeklagt. Er wird beschuldigt, an systematischen Angriffen (systematische Folter, Vergewaltigung und außergerichtliche Hinrichtungen) auf Gegner des ehemaligen Präsidenten Jahya Jammeh beteiligt gewesen zu sein. Sonko hatte mehrere hochrangige Posten in der autoritären Regierung von Jammeh inne, der Gambia mehr als 20 Jahre lang regierte, nachdem er Mitte der 1990er Jahre durch einen Militärputsch an die Macht gekommen war. 2016 suchte Sonko Asyl in Europa. Seit über 6 Jahren wird er in der Schweiz festgehalten.

Die Polizei untersucht den Tod von 66 Kindern, der mit importiertem indischem Hustensaft in Verbindung gebracht wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine weltweite Warnung vor den 4 Hustensäften -Promethazin Lösung zum Einnehmen, Kofexmalin Baby Hustensaft, Makoff Baby Hustensaft und Magrip N Erkältungssaft – herausgegeben. Beamte des gambischen Gesundheitswesens und Mitarbeiter des Roten Kreuzes gehen nun von Tür zu Tür sowie zu Apotheken und Märkten und suchen nach den Sirupen und anderen Medikamenten; bisher wurden mehr als 16.000 Produkte gefunden und vernichtet.

Eine Gruppe junger Menschen, die sich „Arr Banjul Movement“ nennt versammelte sich gestern in Banjul, um gegen die sich ihrer Meinung nach verschlechternde Umweltsituation in der Hauptstadt des Landes zu protestieren. Die Demonstranten hielten Transparente mit Aufschriften: Arr Banjul“, „Arr Li Nyu Bokka“, „Wir fordern die Deindustrialisierung des Tanbi-Feuchtgebiets und #occupy Tanbi“, während andere T-Shirts mit der Aufschrift „Arr Banjul Restore the Tanbi Wetland and Banjul can’t Breath“ trugen.

Um den illegalen Holzschlag von wertvollen gefährdeten tropischen Hölzern zu bekämpfen, hat die Artenschutzorganisation CITES, unter sieben anderen Ländern, auch Gambia aufgefordert, alle Holzexporte zu verbieten. Exportlizenzen werden widerrufen und Hafenbehörden angehalten, keine Holzstämme auf ein Schiff zu verladen. Das kostbare rötliche Holz wird für seine Farbe und Haltbarkeit im Möbel – und Instrumentenbau geschätzt. Seit fast 10 Jahren sind Gambias eigene Bestände von Palisander bedroht. Laut BCC Statistiken wurden zwischen 2017 und 2020 über 300.000 Tonnen Palisander im Wert von hundert Mio. Dollar nach China exportiert. Das entspricht einer halben Million Bäumen. Dieses Palisander stammte aus der Casamance- Region im Süden Senegals, wurde dort geschlagen und entlang der Grenze auf gambischem Gebiet zum Export deponiert.

Nach 5monatigen Beratungen erklärte Justizminister Dawda Jallow, die Empfehlungen der Kommission für Wahrheit, Versöhnung und Wiedergutmachung umzusetzen; bis auf 2 sind alle 265 Empfehlungen der Kommission akzeptiert.  Ein Sondergericht wird die mutmaßlichen Täter, darunter hochrangige Beamte und den ehemaligen Präsidenten Yahya Jammeh, strafrechtlich zu verfolgen. Jammeh, der seit Januar 2017 im Exil in Äquatorialguinea lebt, regierte mit eiserner Faust. Er setzte ein paramilitärisches Killerkommando namens „Junglers“ ein, das dazu beitrug : dass mindestens 103 Menschen verschwanden, illegale Hinrichtungen vollzogen wurden,  die rechtswidrige Tötung des ehemaligen Finanzministers Ousman Koro Ceesay, die Tötung von mindestens 17 Verkehrsteilnehmern, die Tötung von 15 Studenten, die Ermordung der Journalistin Deyda Hydara, die Ermordung von 67 westafrikanischen Migranten, 41 Todesfälle im Rahmen des alternativen Aids-Behandlungsprogramms des Präsidenten und 41 Todesfälle durch Hexenjagd.

Die Partei des gambischen Präsidenten Adama Barrow hat bei den Parlamentswahlen einen knappen Sieg errungen, jedoch nicht die erforderliche Mehrheit erreicht, um das Land allein zu regieren. Barrows Nationale Volkspartei gewann 19 der 53 umstrittenen Parlamentssitze und verdrängte damit die Mehrheit der oppositionellen Vereinigten Demokratischen Partei (UDP), die 15 und die Unabhängigen, die 11 Sitze erhielten.

Die gambische Wahrheits- und Versöhnungskommission hat den ehemaligen Präsidenten Yahya Jammeh für eine Reihe von Morden, Vergewaltigungen und Folterungen während seiner 22-jährigen Diktatur verantwortlich gemacht und empfohlen, ihn vor ein internationales Tribunal zu stellen. „Über einen Zeitraum von 22 Jahren, beginnend mit dem 22. Juli 1994, haben Yahya Jammeh und … Mittäter sehr schwere Verbrechen gegen das gambische Volk begangen“, heißt es in einer Erklärung der Kommission; weiter empfahl sie, Yahya Jammeh und seine Mittäter vor einem internationalen Gericht in Westafrika außerhalb Gambias zu verfolgen, entweder im Rahmen der Afrikanischen Union oder der ECOWAS-Regionalgruppe, heißt es in der Erklärung weiter.

Präsident Adama Barrow hat mit 53% seine Wiederwahl gewonnen. Sein ehemaliger Vertrauter und Konkurrent Ousainou Darboe, erhielt 27%. Yahya Jammeh hatte 22 Jahre lang das Land diktatorisch regiert. 2016 war er von einer Koalition unter dem jetzigen Präsidenten Barrow gestürzt und nach Äquatorial-Guinea ins Exil geschickt worden. Die Wahlbeteiligung lag bei  89 %. Ernest Bai Koroma, Chef der Wahlbeobachter der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und ehemaliger Präsident von Sierra Leone, hat alle 6 Kandidaten und deren Unterstützer dazu aufgerufen, das Ergebnis zu akzeptieren. Das sei wichtig für den demokratischen Prozess. Auch würde es so einen großen Gewinner geben: das gambische Volk.

Wenn Gambia am 4. Dezember einen neuen Präsidenten wählt, hält das Land, trotz erstaunlichen demokratischen Entwicklungen in den letzten Jahren, an dem alten Wahlsystem fest. Nach Überprüfung des Personalausweises wird der Wähler zu in Parteifarben bemalten Trommeln geführt. Er erhält eine Murmel die er durch ein Rohr in die Trommel seiner Wahl steckt. Ein Klingelton ertönt, so dass versuchter Betrug gleich entdeckt werden kann. Am Abend werden die Murmeln aus jeder Tonne ausgezählt. Diese Methode wurde nach der Unabhängigkeit 1965 wegen der hohen Analphabetenrate eingeführt, und Gambier sind stolz darauf. Bis jetzt gab es nur drei Urnen. Die Aufregung war groß, als sich in dem nur 2,2 Mio. Einwohner zählenden Land 22 Parteien zur Wahl stellen wollten. Inzwischen sind sie auf 6 geschrumpft.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab bekannt, dass in Afrika Gambia, neben Ghana, das Trachom als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit erfolgreich eliminiert hat. Die Krankheit ist ein Problem in 44 Ländern und für die Erblindung oder Sehbehinderung von etwa 1,9 Millionen Menschen verantwortlich. Die Augenerkrankung ist vor allem in Ländern mit schlechter Wasserversorgung und erschwerten Hygienemöglichkeiten weit verbreitet. Gut ²/3 aller Fälle kommen in Afrika vor (z.B. Äthiopien, Sudan, Uganda, Nigeria). Die Infektion verbreitet sich durch persönlichen Kontakt (über Hände, Kleidung oder Bettzeug) und durch Fliegen, die mit Ausfluss aus den Augen oder der Nase einer infizierten Person in Berührung gekommen sind. Bei wiederholten Infektionsschüben über viele Jahre hinweg können die Wimpern eingezogen werden, so dass sie auf der Augenoberfläche reiben, was zu einer dauerhaften Schädigung der Hornhaut führt.

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