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Gambia – Am Wochenende konnte der neue Präsident Adama Barrow unter großem Jubel endlich auch in seinem Land eingesetzt werden. Er wiederholte sein Versprechen, für Menschenrechte einzustehen und befahl sofort die Freilassung aller, die ohne Gerichtsverfahren inhaftiert waren. Unter seinem Vorgänger wurden viele Andersdenkende verhaftet, gefoltert oder verschwanden. Für gambische Politiker und Journalisten ist es ein Sieg, endlich ohne Angst ihrer Arbeit nachgehen zu können.

Gambia – Unter der neuen Regierung von Adama Barrow wird Gambia bald ins Commonwealth zurückkehren. Der britische Außenminister Boris Johnson, zurzeit auf Besuch, verspricht alle mögliche Hilfe. Auch die EU hat ein 89 Mio. Palet in Aussicht gestellt. Barrow will alle einseitigen Entscheidungen seines Vorgängers Jammeh rückgängig machen.

Gambia – Ex-Präsident Jammeh hatte vor vier Jahren den Freitag als Arbeitstag gestrichen, damit die überwiegend muslimischen Gläubigen den Tag zum Beten und für soziale Tätigkeiten hätten. Eine Woche seit seiner Rückkehr nach Gambia hat der neue Regierungschef Adama Barrow den Freitag als halben Arbeitstag bestimmt.

Gambia – Mehr als 11 Mio. Dollar soll der scheidende Präsident Jammeh mit ins Exil nach Äquatorialguinea mitgenommen haben. Ein zweites Flugzeug, mit Luxusautos beladen, soll gefolgt sein. Der gewählte Präsident Barrow ist heute in sein Land zurück gekehrt und wurde mit Jubel empfangen. Er will versuchen, die Beute zurückzugewinnen. Inzwischen sollen auch über 8000 der geflüchteten Gambier wieder daheim sein.

Gambia – Täglich fliehen Tausende bei der Hauptstadt Banjul mit der Fähre über den Gambia Fluss und weiter nach Senegal, weil sie am geplanten Tag der Machtübergabe am 19. Januar kriegerische Auseinandersetzungen fürchten. Präsident Jammeh will trotz Drängen und Drohen von Seiten der Nachbarstaaten sein Amt nicht abgeben. Der neugewählte Nachfolger Adama Barrow hält sich aus Sicherheitsgründen im Nachbarland auf und konnte noch nicht mal zur Beerdigung seines 8-jährigen Sohnes heimkommen. Die AU wird Jammeh nicht länger anerkennen; auch haben sich gestern vier seiner Minister von ihm distanziert. Ein nigerianisches Kriegsschiff steuert auf Gambia zu, und Jammeh hat jetzt, nur einen Tag vor der Übergabe, einen 90-tägigen Ausnahmezustand erklärt.

Gambia – Dass ein Wahlverlierer nicht gehen will, ist nicht neu in Afrika; neu ist, dass die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS Jammeh mit einer Militärintervention gedroht hat, sollte er am 19. Januar nicht, laut dem Willen des Volkes, die Macht übergeben. Noch versucht ECOWAS diplomatische Wege, ist aber für den Kampfeinsatz gerüstet. Auch Jammeh mobilisiert seine Truppen. Es hat seinen Botschafter aus Washington zurückgerufen; der Chef der Wahlkommission ist ins Ausland geflüchtet und Sicherheitskräfte haben seit Sonntag drei beliebte Radiosender geschlossen.

Gambia – Westafrikanische Staatschefs von Nigeria, Liberia, Ghana und Sierra Leone sind unterwegs nach Banjul, um Yahma Jammeh zu überreden, zurückzutreten. Vor ein paar Tagen hatte er, zum Staunen aller, seine Wahlniederlage anerkannt. Jetzt will er nicht von der Macht lassen. Er lasse sich nicht betrügen, wetterte der autoritäre exzentrische Führer, es müsse Neuwahlen geben. Zur selben Zeit trifft sich auch der UNO-Sicherheitsrat, denn die Lage ist ernst. Sollte Jammeh nicht nachgeben, könnte dem kleinen, seit 22 Jahren geknebelten Land, neue Gewalt bevorstehen.

Gambia – Wenn trotz Raffinessen und Unterdrückungen des autoritären Staatschefs Jammeh der Oppositionskandidat die Wahl gewinnt und der Amtsinhaber seine Niederlage einräumt, grenzt das an ein Wunder. Der Wahlsieger Adama Barrow, ein erfolgreicher Geschäftsmann, hat Demokratie und Rechtsstaatlichkeit versprochen. Als erstes will er alle politischen Häftlinge freilassen. Auch will er großzügig in die Landwirtschaft investieren. Den jungen Leuten will er Perspektive bieten, damit sie nicht aus dem Land verschwinden. Barrow will auch den von Jammeh vollzogenen Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof rückgängig machen.

Gambia – Aus Respekt für den früheren kubanischen Staatschef Fidel Castro, der Kuba fast ein halbes Jahrhundert als Einparteienstaat regiert hat, setzte Präsident Jammeh seinen Wahlkampf aus. Jammeh hatte enge Verbindungen zu Kuba und Castro. Kuba war eins der ersten Länder, die nach seinem Putsch diplomatische Beziehungen zu Banjul aufnahmen. Auch versorgte es Gambia über Jahre mit Ärzten. In der bevorstehenden Wahl erstrebt Jammeh eine 5. Amtszeit. Die aufkommende Opposition hat er bereits schonungslos aus dem Weg geschafft.

Gambia – Human Rights Watch hat zu internationalem Druck auf Präsident Jammeh aufgerufen, der vor der Wahl im Dezember Oppositionelle terrorisiert und Journalisten unterdrückt. Zwei Aktivisten sind tot; Dutzende schmachten im Gefängnis ohne medizinische und notarielle Hilfe. In dem „Klima der Angst“ kann niemand seine Meinung äußern. Täglich fliehen Menschen durch Wüste und Meer; die viertgrößte Gruppe von Ankömmlingen in Italien ist aus Gambia, das mit 1.8 Mio. Einwohnern eins der kleinsten Länder des Kontinents ist. Letzte Woche ist Fatim Jawara, die Torhüterin des gambischen Frauenfußballteams, als Bootsflüchtling im Mittelmeer ertrunken.

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