Schlagwort: Gambia

Amtierender Präsident Yahya Jammeh kündigte an, er werde unabhängig von den Wahlergebnissen das Land für weitere 40 Jahre regieren und die Regionen bestrafen, die nicht für ihn wählen. Jammeh hatte sich 1994 mit 29 Jahren an die Macht geputscht. Seinen beiden Gegenkandidaten wird kaum eine Chance eingeräumt.

Nach einer Pause von 25 Jahren wurden neun zum Tode Verurteilte durch Erhängen hingerichtet. Gesamtzahl der Todeskandidaten beläuft sich auf 47, darunter auch Militärs, die wegen Putschversuchen angeklagt wurden. Amnesty International forderte einen sofortigen Stop aller Hinrichtungen.

Nach den offiziellen Verlautbarung der Wahlkommission wurde Präsident Yayha Jammeh mit 67% der Stimmen für eine weitere Amtszeit gewählt. Ousainou Darboe erhielt 26%, Halifa Sallah 5%. Die Wahlbeteiligung betrug 58%. Internationale Beobachter kritisierten den unfairen Wahlkampf. Die Opposition lehnte die Resultate wegen Wahlbetrug ab.

Präsident Yahya Jammeh hat drei Minister, inklusives des Wirtschafts- und Finanzminister, entlassen und die Posten neu besetzt.

Der Generalstabschef Ndure Cham und mehrere hohe Offiziere wurden in Banjul wegen Putschverdacht festgenommen. Schon letztes Jahr hatte Präsident Yahaya Jammeh, der selbst 1994 durch einen Putsch an die Macht kam, Oppositionsführer und Militärs verhaftet.

Die Juristin Fatou Bensouda aus Gambia hat schon acht Jahre unter dem viel kritisierten Luis Moreno Ocampo am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gearbeitet. Nun ist sie Chefin, als erste Afrikanerin und erste Frau. Mit ihrer Aussage, dass sie „Anklägerin von 121 Staaten, nicht nur der afrikanischen“ sei, hat sie manche Vorurteile in Afrika aufgeräumt, aber sie ist auch nicht bereit, vor den Verbrechen auf dem eigenen Kontinent die Augen zu verschließen. Sie hat mit ihrer ruhigen aber festen Art die Kriegsverbrecher gewarnt, dass die Zeit der Straflosigkeit vorbei sei. Ohne Gerechtigkeit gäbe es keinen Frieden.

Weil er kritisch über die von der Regierung angeheuerten Hexenjäger berichtet hat, wurde er verhaftet und ist in Gefahr, gefoltert zu werden. In Gambia werden Journalisten und Oppositionelle als Staatsfeinde betrachtet.

Wer mit über 250 g Kokain oder Heroin entdeckt wird, muss mit der Todesstrafe rechnen. Zusammen mit Nachbarländern wurde Gambia vor kurzem zum Hauptumschlagplatz für Drogen von Südamerika nach Europa. Allein im Juni wurden in Gambia zwei Tonnen Kokain im Wert von etwa einer Milliarde Dollar beschlagnahmt. Nun will die Regierung die devastierenden Folgen des Drogenhandels radikal ausrotten.

Die Oppositionspartei ‚National Alliance for Democracy and Development (Nadd)‘ kritisierte die Entlassung des Vorsitzenden der Wahlkommission durch die Regierung. Präsident Jammeh, der 1994 durch einen Putsch an die Macht kam, kandidiert bei den Wahlen im September für eine weitere Amtszeit.

Länder