Schlagwort: Burundi

Nach Jahren im Exil kehren Flüchtlinge zu Tausenden aus Tansania zurück, da die Lager geschlossen werden sollen. Land für Siedlungen und Anbau ist schwer zu finden, und Landdispute sind an der Tagesordnung. Seit 2002 wurden 450 000 Menschen repatriiert.

Die Kirche begrüßt den Regierungsbeschluss zu diesem kritischen Moment in der Region der großen Seen und sieht ihn als Zeichen der Hoffnung. Das Gesetz umfasst auch Klauseln gegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen, die bis jetzt nicht strafbar waren. Ruanda schaffte die Todesstrafe schon im vergangenen Jahr ab.

Die neue Regierung hat den muslimischen Feiertag zum Ende des Ramadan zu einem öffentlichen Feiertag erklärt, wie der muslimische Informationsminister Karenga Ramadhani bekannt gab. Der muslimischen Minorität, die im Kabinett mit mehreren Ministerposten vertreten ist, gehören nach allgemeinen Schätzungen 1% , nach muslimischen Angaben 8% der Bevölkerung an.

Für zurück kehrende Flüchtlinge, die ihr früheres Land besetzt fanden, werden jetzt entlang der Grenze zu Tansania integrierte Dörfer errichtet. In diesen Friedensdörfern soll für Heilung und Versöhnung zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen gearbeitet und eine Eingliederung in die Nachbargemeinden angestrebt werden. Noch fehlt es an genügend Ackerland und Arbeitsmöglichkeiten. Das Entwicklungsprogramm der UNO (UNDP) plant verschiedene Einkommen generierende Projekte.

Präsident Pierre Nkurunziza ist wegen seiner Rolle im Versöhnungssprozess in Burundi für den Friedenspreis der Organisation ‚Assisi Pax International‘ nommiert worden. Die Organisation wurde von dem Fransiskaner Gianmaria Polidoro gegründet. Ronald Reagan und Mikael Gorbatschow waren frühere Preisträger.

In neuen Richtlinien der katholischen Bischofskonferenz sind keine kirchlichen Eheschließungen mehr erlaubt, in denen sich beide Partner nicht einem Aidstest unterzogenhaben. Auch seropositive Partner können heiraten, sollen aber um ihre Situation wissen. Nach UN-Statistiken sind 6% der erwachsenen Bevölkerung HIV-positiv.

Sechs Menschen starben und 35 wurden verletzt als die Polizei Hunderte von Anhängern der 30-jährigen Visionärin Zebiya daran hindern wollte, sich auf dem Berg zu versammeln. Im Dezember hatte die Polizei schon ein Kreuz an dem Erscheinungsort zerstört, um die die Versammlungen zu beenden. Das Verhältnis zur Regierung ist sehr angespannt, und die katholische Kirche distanziert sich von der Sekte.

Bei einem nächtlichen Beschuss der reichen Stadtviertel im Osten von Bujumbura, wo sich auch der Präsidentenpalast befindet, sind sechs Granaten gefallen. Er gab keine Opfer.

Bei den Präsidentschaftswahlen am 26. Juni war der Name des Amtsinhabers Pierre Nkurunziza ist der einzige auf den Stimmzetteln. Der Präsident erhielt 91,62% der Stimmen. Die Opposition hatte zum Boykott aufgerufen. Bis zu den manipulierten Kommunalwahlen im Mai lief der nach 13 Kriegsjahren initiierte Friedensprozess erstaunlich gut. Seitdem häufen sich Gewaltausbrüche, und die Furcht vor einem neuen Bürgerkrieg wächst.

Die Rebellen der nationalen Befreiungskräfte (Fnl), der letzten bewaffneten Gruppe, die im Land operiert, kündigten an, sie würden im Mai an den Verhandlungstisch zurückkommen, um das im September 2006 geschlossene Friedensabkommen zum Abschluß zu bringen.

Länder