Schlagwort: Äthiopien

Bei dem AU Gipfel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, auf dem wegen den Unruhen die meisten Staatschefs vom Norden Afrikas fehlen, warnte UN Generalsekretär Ban Ki Moon die politischen Führer, sie „sollten auf ihr Volk hören“. Durch Internet und Mobiltelefon informiert, wollen sie ihre Rechte einfordern. Nicht viele der versammelten Despoten sind froh über solche Aussichten, denn gute Regierungsführung, verantwortliche Finanzverwaltung und Respekt für Menschenrechte lassen in vielen AU Staaten zu wünschen übrig.

In Überflutungen in der Stadt Dire Dawa im östlichen Äthipien ertranken über 200 Menschen. Durch die heftigen Regenfälle wurden Hunderte von Häusern zerstört.

Die Woyanne Junta verkauft immer noch große Landstriche an fremde Investoren, obwohl Nahrungsmittel für den eigenen Bedarf knapp sind. In Cambella sind Beamte bedroht und kurzerhand entlassen worden, weil sie gegen die Übernahme von Ländereien durch indische Teekonzerne und die Zerstörung unersetzbarer Wälder protestiert hatten.

Ein Brigadegeneral hat sich mit 100 Soldaten nach Eritrea abgesetzt und sich der Oromo Befreiungsfront (OLF) angeschlossen. Die Oromo sind mit 70 Millionen die stärkste ethnische Gruppe in Äthiopien und fordern mehr Rechte.

Äthiopische Truppen sind laut verschiedenen Berichten nach Somalia eingedrungen. Es handelt sich wohl um eine Drohgebärde an die Adresse der somalischen Islamisten. Diese sollen davon abgehalten werden, die Übergangsregierung in Baidoa anzugreifen.

Großbritannien hat dem von extremer Dürre geplagten Land 61 Mill. Dollar in Nahrungshilfsmittel gegeben, genug um 1,3 Mill. Menschen über drei Monate zu verpflegen. Es ist die schlimmste Trockenheit in einem Jahrzehnt und streckt sich von Äthiopien über Somalia, Eritrea bis in den Norden von Kenia. Um den etwa 10 Millionen Menschen zum Überleben zu verhelfen, ruft die UNO alle wohlhabenden Staaten zu großzügigen Spenden auf.

Wissenschafter haben in Afar Region einen menschlichen Schädel entdeckt, der zwischen 250.000 und 500.000 Jahre alt ist, und den Übergang vom homo erectus zum homo sapiens belegt.

Die aus 54 afrikanischen Ländern bestehende AU ist zehn Jahre alt, aber riesige Probleme warten auf Lösung: die Lage in Mali, im Südsudan und in Guinea-Bissau. Dazu sollen Gespräche über verbesserte Handelsbeziehungen stattfinden. Die im Januar misslungene Wahl eines Kommissionschefs muss wiederholt werden und könnte einen Machtkampf hervorrufen. Während der Woche tagen Minister und Experten; die Staatschefs kommen am Wochenende dazu.

Die Partei von Premierminister Meles Zenawi wurde als Sieger erklärt, obwohl die Wahl, auch an afrikanischen Wahlstandards gemessen, nicht fair und frei war. Internationale Beobachter haben Äthiopien ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Die seit 19 Jahren regierende Koalition hat einige Erfolge zu verzeichnen, unterdrückt jedoch alle Kritik. Die charismatische Oppositionsführerin Birtukan Medeksa ist immer noch in Haft. Die Bewegungsfreiheit der Diplomaten ist während der Wahlperiode eingeschränkt.

Im Süden nahe der Stadt Moyale haben sich zwei Volksgruppen, Borana und Gheri, heftige Kämpfe geliefert. Man schätzt, dass 100,000 Menschen verdrängt wurden. In der wasserarmen Gegend sind bewaffnete Konflikte über die Kontrolle von Brunnen und Reservoirs häufig, aber selten so gewaltsam.

Länder