Schlagwort: Äthiopien

Großbritannien hat dem von extremer Dürre geplagten Land 61 Mill. Dollar in Nahrungshilfsmittel gegeben, genug um 1,3 Mill. Menschen über drei Monate zu verpflegen. Es ist die schlimmste Trockenheit in einem Jahrzehnt und streckt sich von Äthiopien über Somalia, Eritrea bis in den Norden von Kenia. Um den etwa 10 Millionen Menschen zum Überleben zu verhelfen, ruft die UNO alle wohlhabenden Staaten zu großzügigen Spenden auf.

Wissenschafter haben in Afar Region einen menschlichen Schädel entdeckt, der zwischen 250.000 und 500.000 Jahre alt ist, und den Übergang vom homo erectus zum homo sapiens belegt.

Die aus 54 afrikanischen Ländern bestehende AU ist zehn Jahre alt, aber riesige Probleme warten auf Lösung: die Lage in Mali, im Südsudan und in Guinea-Bissau. Dazu sollen Gespräche über verbesserte Handelsbeziehungen stattfinden. Die im Januar misslungene Wahl eines Kommissionschefs muss wiederholt werden und könnte einen Machtkampf hervorrufen. Während der Woche tagen Minister und Experten; die Staatschefs kommen am Wochenende dazu.

Die Partei von Premierminister Meles Zenawi wurde als Sieger erklärt, obwohl die Wahl, auch an afrikanischen Wahlstandards gemessen, nicht fair und frei war. Internationale Beobachter haben Äthiopien ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Die seit 19 Jahren regierende Koalition hat einige Erfolge zu verzeichnen, unterdrückt jedoch alle Kritik. Die charismatische Oppositionsführerin Birtukan Medeksa ist immer noch in Haft. Die Bewegungsfreiheit der Diplomaten ist während der Wahlperiode eingeschränkt.

Im Süden nahe der Stadt Moyale haben sich zwei Volksgruppen, Borana und Gheri, heftige Kämpfe geliefert. Man schätzt, dass 100,000 Menschen verdrängt wurden. In der wasserarmen Gegend sind bewaffnete Konflikte über die Kontrolle von Brunnen und Reservoirs häufig, aber selten so gewaltsam.

Amnesty International hat die vom Parlament verabschiedeten Anti-Terror Gesetzgebung als ungerechtfertigt kritisiert. Darin wird die Meinungs- und Versammlungsfreiheit stark eingeschränkt, was die Opposition bei den Wahlen 2010 benachteiligen wird.

Premierminister Zenawi Meles hat sich bereit erklärt, mit der Oromo Befreiungsbewegung (OLF) Verhandlungen aufzunehmen. Die Oromo sind mit 70 Millionen die größte Volksgruppe Äthiopiens.

Die größte Oppositionspartei ‚Coalition for Unity and Democracy (CUD)‘ hat sich mit vier Rebellengruppen, darunter die Oromo und Somali Befreiungsbewegungen OLF und ONLF, zusammengeschlossen. Die neue gebildete ‚Alliance Freedom and Democracy (AFD‘) will eine nationale Konferenz einberufen, um die politischen Probleme des Landes zu lösen. Die Opposition bestreitet die Resultate der letzten Wahlen.

Bei dem Überfall in der nordöstlichen Afar Region sollen auch zwei weitere Reisende schwer verletzt worden sein. Ein weiterer sei entkommen. Rebellen von Äthiopien und Eritrea bevorzugen Afar als Versteck. Dort werden auch die häufigen Grenzstreitigkeiten ausgetragen. Das Gebiet ist Risiko-reich, aber auch durch den in der Danakil -Senke gelegenen Erta Alé Vulkan mit brodelndem Kratersee, in dessen Nähe die Touristen überfallen wurden, geologisch faszinierend.

Aus Anlass der Jahrtausendfeier weist die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf schwere Menschenrechtsverletzungen hin. In Somalia bombardiere die äthiopische Besatzungstruppe rücksichtslos auch zivile Ziele. Bei der Bekämpfung der Widerstandsbewegung im Osten Äthiopiens betreibe die Armee eine Politik der verbrannten Erde.

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