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Äthiopien – Zurzeit hält sich der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. von Kairo in Äthiopien auf. Anlass des Besuchs ist das Fest Kreuzerhöhung, das bei den 40 Mio. Mitgliedern der äthiopisch-orthodoxen Kirche besonders feierlich begangen wird. Der Patriarch verfolgt aber auch politische Ziele, denn die Beziehungen zwischen Kairo und Addis Abeba sind durch den Streit um die Nutzung des Nil-Wassers ernsthaft belastet. Ägypten fürchtet, dass der im Bau befindliche Grand Renaissance Damm am Blauen Nil die notwendige Wassermenge reduzieren würde. Äthiopien argumentiert, das Wasser würde nicht reduziert, sondern für die Bewässerung reguliert. Das an die Talsperre angeschlossene Kraftwerk wird, wenn fertiggestellt, mit 6000 Megawatt das größte in ganz Afrika sein.

Äthiopien – Die Firma B-Energy will vor allem ländlichen Haushalten die Produktion von Biogas mit einfachen Mitteln möglich machen. In einem 5-Meter langem Plastiktank vergärt Biomüll oder Mist von Haustieren zu Methangas. In einem 2-Meter breiten Plastikrucksack, der wie ein großes Kissen aussieht und federleicht ist, kann das Gas verkauft und transportiert werden. Die simple Technologie wurde von der deutschen Agraringenieurin Katrin Puetz in Zusammenarbeit mit der Universität von Addis Abeba entwickelt.

Äthiopien – 4.5 der 96 Millionen Äthiopier sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, nachdem mangelnder Regenfall die Ernten, vor allem in der Region Oromia, zerstört haben. Meteorologen befürchten, dass auch die kommende Regenzeit nicht besser sein wird und die Notsituation sich noch verschärfen könnte.

Die Testphase der Turbinen am größten Staudamm des Landes, Gilget Gibe III, ist angelaufen. Wenn die Versuche erfolgreich sind, soll das Wasserkraftwerk zunächst 500 Megawatt produzieren. Die volle Kapazität liegt bei 1850 MW. Das 1,8 Milliarden Dollar Projekt wurde in nur fünf Jahren fertig gestellt.

Präsident Obama zeigte bei seinem Besuch in Addis Abeba großes Interesse an Äthiopiens erfolgreichen Anti-Terror Strategien. Den betroffenen lokalen Gemeinschaften wird geholfen, sich selbst zu organisieren und zu verteidigen. Militärische Operationen der Armee spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Äthiopien – Bei seinem Besuch in Addis Abeba musste der US Präsident viel Geschick zeigen. Er braucht das Land als wichtigen Verbündeten im Kampf gegen den Terror, konnte aber nicht ganz zu dem diktatorischen Stil schweigen. Er wagte es, mehr Freiheit für die Medien und die Opposition zu fordern. In seiner Rede vor der AU prangerte Obama die Staatschefs an, die sich an ihr Amt klammern, und solche, die durch massive Korruption eine Entwicklung ihrer Länder unmöglich machen. Der Vorsitzende der AU, Robert Mugabe, war nicht geladen.

Äthiopien – Nach seinem für Juli geplanten Besuch in Kenia, der Heimat seines Vaters, will Obama jetzt auch Äthiopien und den Hauptsitz der Afrikanischen Union in Addis Abeba besuchen. Mit der äthiopischen Regierung und der AU Spitze will er über Wirtschaftswachstum, verstärkte demokratische Regierungsführung und bessere Sicherheit verhandeln. Die Wahl des ersten US Präsidenten, der ein Elternteil aus Afrika hat, hatte Hoffnungen auf eine engere Beziehung geweckt, doch Obama blieb immer ein zurückhaltender Freund.

Äthiopien – Von den etwa 36 Mio. Wählern im ersten Urnengang seit Meles Zenawis Tod sollen 92% an der Abstimmung teilgenommen haben, und das trotz Schikane, Drohung, Verhaftung von Journalisten und dem Wissen, dass die Wahl manipuliert ist. Viele wollten durch ihre Stimme die Opposition stärken. Premier Desalegn verspricht eine Liberalisierung der Wirtschaft. Obwohl das Land zurzeit eine Wachstumsrate von 10% verzeichnet, macht das Pro-Kopf-Einkommen von 470 US$ Äthiopien eines der ärmsten Länder der Welt.

Äthiopien – Die Präsidenten der drei Anrainerstaaten, Äthiopien, Sudan und Ägypten haben in Khartum ein Abkommen unterzeichnet, das den Streit und die Kriegsdrohungen um den Bau des Grand Renaissance Staudamms am Blauen Nil vorübergehend beseitigt. Für Äthiopien bringt das größte Kraftwerk Afrikas 6000 Megawatt Strom und ungeahnte Entwicklungen, während den Ägyptern, die total vom Nil abhängen, das Wasser knapp wird. Es muss noch weitere Verhandlungen um die Aufteilung des Nilwassers geben, aber die Äthiopier wollen endlich mehr von ihrem Blauen Nil haben, der im Tana See entspringt und viel mehr Wasser führt als der Weiße Nil.

Äthiopien – Über Jahrhunderte ist die Zwerghirse das Getreide der armen Leute. Seit man weiß, dass das glutenfreie Korn reich an Kalzium, Eisen Protein und Aminosäure ist, wird es weltweit begehrt. Das gesäuerte Fladenbrot (Injera) wird in alle Kontinente verschifft, und Teffmehl in Brot, Pasta und Kekse verarbeitet. In der Diaspora lebende Äthiopier halfen bei der Verbreitung. Um die Ernährung der eigenen Bevölkerung sicherzustellen, schränkt die Regierung den Export ein, müht sich aber auch um eine Steigerung der Produktion, um alle Nachfragen zu sättigen.

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