Schlagwort: Äthiopien

Äthiopien – Nach der verheerenden Trockenheit, in der Millionen Menschen für Nahrungsmittel anstehen mussten, haben jetzt in der Stadt Jijiga und Umgebung reißende Fluten eingesetzt. Man zählt bis jetzt 15 Tote und 50 Vermisste. Ein Vater verlor sechs Kinder und starb selbst am nächsten Tag. Auch im Afar Gebiet haben Fluten die Dürre abgelöst und Bewohner weggewaschen.

Äthiopien – Human Rights Watch (HRW) berichtet, dass trotz Leugnung von Seiten der Regierung, die Sicherheitskräfte immer noch friedliche Demonstranten in der Oromia Region einsperren. Die Oromos wehren sich seit November, weil sie um den Verlust ihres Ackerlandes bangen. HRW appelliert an die Regierung in Addis Abeba, die exzessive Gewalt der Sicherheitskräfte einzudämmen und willkürlich Verhaftete freizulassen, bevor eine faire Untersuchung beginnen kann.

Äthiopien – Die Regierung hat den Generalplan für die Erweiterung der Hauptstadt Addis Abeba zurückgestellt, nachdem Menschen des Oromo-Stammes seit November vehement gegen die Verstaatlichung ihres Landes protestierten. 140 Opfer soll es gegeben haben, die Regierung jedoch spricht von fünf. Die Oromos sind die größte ethnische Gruppe im Land; ihr Gebiet Oromia erstreckt sich rund um die Hauptstadt. Sie befürchten jetzt einen Landraub größeren Ausmaßes. Das Verhältnis der Oromo zur Regierung ist schon länger gespannt; sie fühlen sich ausgegrenzt und politisch und wirtschaftlich benachteiligt.

Äthiopien – Nachdem rund 100.000 äthiopische Juden nach Israel eingewandert waren, besonders zur Zeit des Bürgerkriegs, gab es vor zwei Jahren einen Stopp. Die Falaschen seien „nicht jüdisch genug“, weil ihre Mutter nicht jüdisch war. Nun hat Netanjahus Kabinett nach langem Drängen zugestimmt, dass auch die Abstammung des Vaters beachtet werden muss. So können nun die noch verbleibenden 9.000 jüdischen Äthiopier nach Israel kommen, müssen aber dort neu konvertieren. Diese Entscheidung öffnet die Tür auch für andere Juden in der Diaspora.

Äthiopien – Die Hälfte der Betroffenen sind Kinder. Vor einem Monat hatte man noch 8.2 Mio. geschätzt. Obwohl die Regierung 200 Mio. Dollar für Nahrungsbeschaffung zur Verfügung stellte, reicht es nicht, wenn 10.1 Mio. – ein Zehntel der Bevölkerung – zwei Ernteausfälle in einem Jahr erlebte. Internationale Hilfe wird notwendig. El Nino hat Äthiopien schon öfter heimgesucht: die Dürren in 2008 und 2011 und die Hungersnot, die in 1984 Hundert Tausende Menschenleben forderte.

Äthiopien – Seit einigen Monaten fährt in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba die erste moderne Straßenbahn in sub-Sahara Afrika. Gebaut und finanziert wurde sie von China. Auch das Fahrpersonal wird von China gestellt. Äthiopische Mitarbeiter sind für Sicherheit in Bahn und an Haltestellen verantwortlich. Bis jetzt sind zwei Linien fertiggestellt. Die Bahnen fahren alle sechs Minuten und sind für eine tägliche Kapazität von 60,000 Fahrgästen gedacht. Die Bürger hoffen, viele Pendlerstunden einzusparen und sehen, trotz Pannen bei Stromausfällen, die Bahn als Symbol für technischen Fortschritt. Für China ist sie ein weiteres Vorzeigeprojekt in Afrika.

Äthiopien – Zurzeit hält sich der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. von Kairo in Äthiopien auf. Anlass des Besuchs ist das Fest Kreuzerhöhung, das bei den 40 Mio. Mitgliedern der äthiopisch-orthodoxen Kirche besonders feierlich begangen wird. Der Patriarch verfolgt aber auch politische Ziele, denn die Beziehungen zwischen Kairo und Addis Abeba sind durch den Streit um die Nutzung des Nil-Wassers ernsthaft belastet. Ägypten fürchtet, dass der im Bau befindliche Grand Renaissance Damm am Blauen Nil die notwendige Wassermenge reduzieren würde. Äthiopien argumentiert, das Wasser würde nicht reduziert, sondern für die Bewässerung reguliert. Das an die Talsperre angeschlossene Kraftwerk wird, wenn fertiggestellt, mit 6000 Megawatt das größte in ganz Afrika sein.

Äthiopien – Die Firma B-Energy will vor allem ländlichen Haushalten die Produktion von Biogas mit einfachen Mitteln möglich machen. In einem 5-Meter langem Plastiktank vergärt Biomüll oder Mist von Haustieren zu Methangas. In einem 2-Meter breiten Plastikrucksack, der wie ein großes Kissen aussieht und federleicht ist, kann das Gas verkauft und transportiert werden. Die simple Technologie wurde von der deutschen Agraringenieurin Katrin Puetz in Zusammenarbeit mit der Universität von Addis Abeba entwickelt.

Äthiopien – 4.5 der 96 Millionen Äthiopier sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, nachdem mangelnder Regenfall die Ernten, vor allem in der Region Oromia, zerstört haben. Meteorologen befürchten, dass auch die kommende Regenzeit nicht besser sein wird und die Notsituation sich noch verschärfen könnte.

Die Testphase der Turbinen am größten Staudamm des Landes, Gilget Gibe III, ist angelaufen. Wenn die Versuche erfolgreich sind, soll das Wasserkraftwerk zunächst 500 Megawatt produzieren. Die volle Kapazität liegt bei 1850 MW. Das 1,8 Milliarden Dollar Projekt wurde in nur fünf Jahren fertig gestellt.

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