Schlagwort: Äthiopien

Äthiopien – In Addis Abeba und in zahlreichen anderen Städten gab es blutige Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Amnesty international spricht von über 100 Toten. Auslöser war zunächst ein Plan der Regierung, die Hauptstadt auf Kosten der umliegenden Oromia-Region zu erweitern. Die Proteste weiteten sich später auf andere Regionen aus.

Äthiopien – Weil im Mai schon Examensfragen ins Internet gestellt wurden und so die Examen für 254,000 Studenten verschoben werden mussten, hat die Regierung Facebook und alle sozialen Netzwerke für die Examenszeit letzte Woche total gesperrt, angeblich, um Studenten vor Ablenkung zu schützen. Kritiker sehen in der Blockade einen gefährlichen Präzedenzfall. Da die äthiopische Regierung scharf darauf ist, die sozialen Netzwerke total zu kontrollieren, könnten Websitekontrollen und Netzwerksperrungen der Opposition häufiger werden.

Äthiopien – In der Tsorona area, der Grenze zwischen Äthopien und Eritrea, sind neue Kämpfe ausgebrochen. Das Grenzgebiet ist umstritten und das im Jahr 2000 ausgehandelte Abkommen wurde in all den Jahren nicht vollständig umgesetzt; damals sollen 80.000 Menschen umgekommen sein. Eritrea feierte im Mai seine 25 jährige Unabhängigkeit von Äthiopien und wird als Agitator der neuen Kämpfe angesehen.

Äthiopien – Im Gebiet von Gambella, nahe der Grenze zum Südsudan wurden über 200 Zivilisten ermordet, 75 verletzt und etwa 100 Kinder entführt. Sie sollen von den Angreifern über die Grenze gebracht worden sein. Die äthiopische Armee glaubt, dass die Täter Angehörige des Murle Stammes sind, die im Bundesstaat Jonglei leben, und rüstet sich, die entführten Kinder zu finden. Die Murle wurden schon wiederholt beschuldigt, bei Grenzüberfällen Viehherden geraubt und Kinder entführt zu haben, die sie als ihre eigenen aufziehen.

Äthiopien – Nach der verheerenden Trockenheit, in der Millionen Menschen für Nahrungsmittel anstehen mussten, haben jetzt in der Stadt Jijiga und Umgebung reißende Fluten eingesetzt. Man zählt bis jetzt 15 Tote und 50 Vermisste. Ein Vater verlor sechs Kinder und starb selbst am nächsten Tag. Auch im Afar Gebiet haben Fluten die Dürre abgelöst und Bewohner weggewaschen.

Äthiopien – Human Rights Watch (HRW) berichtet, dass trotz Leugnung von Seiten der Regierung, die Sicherheitskräfte immer noch friedliche Demonstranten in der Oromia Region einsperren. Die Oromos wehren sich seit November, weil sie um den Verlust ihres Ackerlandes bangen. HRW appelliert an die Regierung in Addis Abeba, die exzessive Gewalt der Sicherheitskräfte einzudämmen und willkürlich Verhaftete freizulassen, bevor eine faire Untersuchung beginnen kann.

Äthiopien – Die Regierung hat den Generalplan für die Erweiterung der Hauptstadt Addis Abeba zurückgestellt, nachdem Menschen des Oromo-Stammes seit November vehement gegen die Verstaatlichung ihres Landes protestierten. 140 Opfer soll es gegeben haben, die Regierung jedoch spricht von fünf. Die Oromos sind die größte ethnische Gruppe im Land; ihr Gebiet Oromia erstreckt sich rund um die Hauptstadt. Sie befürchten jetzt einen Landraub größeren Ausmaßes. Das Verhältnis der Oromo zur Regierung ist schon länger gespannt; sie fühlen sich ausgegrenzt und politisch und wirtschaftlich benachteiligt.

Äthiopien – Nachdem rund 100.000 äthiopische Juden nach Israel eingewandert waren, besonders zur Zeit des Bürgerkriegs, gab es vor zwei Jahren einen Stopp. Die Falaschen seien „nicht jüdisch genug“, weil ihre Mutter nicht jüdisch war. Nun hat Netanjahus Kabinett nach langem Drängen zugestimmt, dass auch die Abstammung des Vaters beachtet werden muss. So können nun die noch verbleibenden 9.000 jüdischen Äthiopier nach Israel kommen, müssen aber dort neu konvertieren. Diese Entscheidung öffnet die Tür auch für andere Juden in der Diaspora.

Äthiopien – Die Hälfte der Betroffenen sind Kinder. Vor einem Monat hatte man noch 8.2 Mio. geschätzt. Obwohl die Regierung 200 Mio. Dollar für Nahrungsbeschaffung zur Verfügung stellte, reicht es nicht, wenn 10.1 Mio. – ein Zehntel der Bevölkerung – zwei Ernteausfälle in einem Jahr erlebte. Internationale Hilfe wird notwendig. El Nino hat Äthiopien schon öfter heimgesucht: die Dürren in 2008 und 2011 und die Hungersnot, die in 1984 Hundert Tausende Menschenleben forderte.

Äthiopien – Seit einigen Monaten fährt in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba die erste moderne Straßenbahn in sub-Sahara Afrika. Gebaut und finanziert wurde sie von China. Auch das Fahrpersonal wird von China gestellt. Äthiopische Mitarbeiter sind für Sicherheit in Bahn und an Haltestellen verantwortlich. Bis jetzt sind zwei Linien fertiggestellt. Die Bahnen fahren alle sechs Minuten und sind für eine tägliche Kapazität von 60,000 Fahrgästen gedacht. Die Bürger hoffen, viele Pendlerstunden einzusparen und sehen, trotz Pannen bei Stromausfällen, die Bahn als Symbol für technischen Fortschritt. Für China ist sie ein weiteres Vorzeigeprojekt in Afrika.

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