Die Militärregierung von Niger hat offiziell ein neues Strafgesetz in Kraft gesetzt, das erstmals gleichgeschlechtliche Beziehungen und LGBTQIA+-Praktiken ausdrücklich unter Strafe stellt: Gleichgeschlechtliche Beziehungen werden mit 5 bis 10 Jahren Haft und einer Geldstrafe geahndet; wer „unanständige oder widernatürliche Handlungen“ begeht oder zu begehen versucht, muss mit derselben Strafe von 5 bis 10 Jahren rechnen; das Eingehen einer gleichgeschlechtlichen Ehe wird mit 10 bis 20 Jahren Haft streng bestraft; Versuche, das Geburtsgeschlecht zu verändern wird unter Strafe gestellt. Gleichgeschlechtliche Beziehungen in dem mehrheitlich muslimischen Land sind stark stigmatisiert, stellten jedoch bislang keine Straftat dar. Mit der Verabschiedung dieser Reform folgt das Land dem Beispiel anderer westafrikanischer Staaten, die strenge Anti-LGBTQ-Gesetze erlassen haben.