Schlagwort: Algerien

Präsident Abdelmadjid Tebboune ordnete an, das Strafrecht bis zum 15. September so zu ändern, dass für Personen, die vorsätzlich Brände legen, die Todesstrafe mit sofortiger Hinrichtung eingeführt wird. „Es ist ungewöhnlich, dass Brände gleichzeitig ausbrechen, … und sich bei Windstille rasch ausbreiten“, so der Präsident. Er  betonte, dass „die Priorität nun darin besteht, jedem entgegenzutreten und entgegenzuwirken, der versucht, Algerien zu schwächen und seine Einheit zu untergraben“, und versicherte der Öffentlichkeit, dass die Nation weiterhin in der Lage sei, alle schwierigen Situationen zu meistern. Präsident Tebboune wies den Minister für Wohnungswesen, Stadtplanung und Stadtentwicklung an, in Abstimmung mit den Gouverneuren alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den betroffenen Bewohnern unverzüglich eine neue Unterkunft zu verschaffen, damit das Leben so schnell wie möglich wieder zur Normalität zurückkehren kann.

Präsident Abdelmajid Tebboune ordnete drei Tage Staatstrauer, zum Gedenken an die Opfer der Waldbrände, an. Die Feuerwehrleute kämpfen weiterhin gegen die Flammen, die die Berghänge im Nordosten von Jijel verwüsten. Von den mehr als 190 Bränden, die in den vergangenen 24 Stunden registriert wurden, brannten laut Angaben des Zivilschutzes des Landes noch 46. Waldbrände im Norden Algeriens sind im Sommer ein normales Phänomen. Doch der Klimawandel verstärkt ihre Auswirkungen. Im Juli 2023 kamen mehr als 30 Menschen ums Leben, als Brände in der Gegend um Bejaia Tausende Hektar Wald und Ackerland sowie Hunderte von Häusern verwüsteten. Im Juli dieses Jahres wurden landesweit fast 2.000 Brände registriert.

Anlässlich des 64. Jahrestags des Unabhängigkeitstags und der Wiedererlangung der nationalen Souveränität weihte Präsident Abdelmadjid Tebboune, am Sonntag in Algier mehrere strategische Projekte ein: das Algerische Nationale Zentrum für digitale Dienste in Mohammadia, die erste Einrichtung dieser Art im Land; in der Gemeinde Dely Ibrahim den neuen Sitz des Ministeriums für Wohnungswesen und Stadtplanung; in Mahelma das Fachkrankenhaus „Omar-Boudjellab“ für Kardiologie und pädiatrische Herzchirurgie; in Sidi Abdellah das Stadtzentrum „Ahmed-Taleb-El Ibrahimi“ in Rahmania, das 10.507 Wohnungen im Mietkaufprogramm (AADL) umfasst; in Rahmania legte er den Grundstein für das Algerische Institut für Zell- und Gentherapie; in Ouled Fayet westlich von Algier den Grundstein für den Bau einer großen Veranstaltungshalle mit 10.000 Plätzen.

Nach mehreren Fehlstarts wurden die Arbeiten an der Trans-Sahara-Gaspipeline (TSGP) Anfang Juni vor dem Hintergrund der jüngsten Entspannung in den Beziehungen zwischen Niger und Algerien offiziell wieder aufgenommen. Das Megaprojekt, das Nigeria mit den beiden Ländern verbindet, begann Anfang April mit einer ersten Bauphase in der algerischen Region Adrar. Die über 4.000 km lange Pipeline wird den Transport von nigerianischem Gas durch Niger und Algerien ermöglichen, von wo aus es dann über das Mittelmeer in europäische Märkte, insbesondere nach Italien und Spanien, exportiert werden kann.

Die algerische Regierung hat die Fortschritte bei ihrer nationalen Strategie für künstliche Intelligenz überprüft und den Einführungsplan für ihr zentralisiertes Portal „Dzair Digital Services“ genehmigt. Das Portal wird mit 52 digitalen Diensten an den Start gehen und bisher fragmentierte Behördenplattformen in den Bereichen Personenstandswesen, Justiz, Gesundheit, Katasterwesen und nationale Solidarität zusammenführen; weitere Dienste sollen nach und nach hinzukommen. In die Plattform sind ein digitales Identitätssystem und eine elektronische Geldbörse integriert. Die Plattform wurde von der algerischen Hohen Kommission für Digitalisierung im Rahmen der Nationalen Strategie zur digitalen Transformation 2025–2030 konzipiert und entwickelt. Auch bietet Algerien mittlerweile an 52 Universitäten 74 Masterstudiengänge im Bereich der künstlichen Intelligenz an und schafft damit eine solide Grundlage im eigenen Land für die Ausbildung wettbewerbsfähiger Fachkräfte im Bereich der KI.

Algerien hat am Sonntag nach dem Tod des 84-jährigen Liamine Zeroual, eines ehemaligen Soldaten, der von 1994 bis 1999 als Präsident des Landes amtierte, drei Tage Staatstrauer angeordnet. Zeroual wurde am 3. Juli 1941 in der östlichen Stadt Batna geboren und diente in der algerischen Nationalen Befreiungsarmee (FLN), die für die Unabhängigkeit von der französischen Herrschaft kämpfte. Nachdem er während eines späteren Bürgerkriegs eine Übergangsregierung geleitet hatte, organisierte Zeroual 1995 die ersten Mehrparteien-Präsidentschaftswahlen des Landes und gewann mit großem Vorsprung. Im Jahr 1998 beendete er jedoch unerwartet seine fünfjährige Amtszeit und machte Platz für Abdelaziz Bouteflika, der seine Nachfolge antrat und das Land 20 Jahre lang regierte. Zeroual blieb auch im Ruhestand hoch angesehen.

Niger und Algerien verkünden nach Pipeline-Gesprächen in Algier den Baubeginn (nach dem Ramadan) der Trans-Saharan Gas Pipeline. Die neue Pipeline verläuft von Algerien nach Nigeria und wird das Gebiet von Niger durchqueren. Die 4.128 km lange Trans-Sahara-Gaspipeline wird in Nigeria gefördertes Gas nach Algerien transportieren und ist seit mehr als 15 Jahren in der Planung.  Ziel ist es afrikanischem Erdgas nach Europa zu exportieren, um die Abhängigkeit von russischen Lieferungen weiter zu verringern. Das Projekt ist mit 13 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

In 52 von 69 Provinzen werden die Schulen, wegen Sturmwarnung, für einige Tage schließen. Starke Winde wehen über weiten Teilen des Landes, einschließlich der Hauptstadt Algier. Das schlechte Wetter der letzten Woche forderte zwei Menschenleben. Überschwemmungen betrafen Stadtteile in Relizane, Algier und Tipaza, und mehrere Straßen wurden gesperrt. Starker Regen traf auch das benachbarte Tunesien, wo Überschwemmungen und raue See Berichten zufolge mehrere Todesfälle verursachten.

Der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud und sein algerischer Amtskollege Abdelmadjid Tebboune unterzeichneten mehrere bilaterale Abkommen, die darauf abzielen, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in einer Reihe strategischer Sektoren zu stärken. Die Abkommen umfassen Bereiche wie Viehexporte, landwirtschaftliche Entwicklung, Bildung, Erdöl- und Erdgasförderung sowie die Erleichterung diplomatischer Reisen. Im Rahmen der neuen Vereinbarung erhalten Inhaber somalischer Diplomatenpässe bei ihrer Ankunft in Algerien ein Einreisevisum. Algerien bietet 500 Stipendien für somalische Studenten an, insbesondere in Bereichen, die für die Entwicklung Somalias von entscheidender Bedeutung sind, wie Landwirtschaft, Fischerei und Erdöltechnik.

Irans Präsident Masoud Pezeshkian gratulierte dem algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune zum 71. Jahrestag der Nationalen Befreiungsrevolution und drückte seine Zuversicht in den Ausbau der bilateralen Beziehungen aus. Der iranische Präsident betonte den historischen Kampf des algerischen Volkes gegen den Kolonialismus und wies darauf hin, dass Algeriens Geist des Widerstands, der Unabhängigkeit und des Opfers seit langem eine Quelle der Inspiration für freiheitssuchende Nationen auf der ganzen Welt ist. Pezeshkian unterstrich, dass der Iran angesichts der tief verwurzelten historischen Bindungen, der gemeinsamen Werte und der substanziellen Kapazitäten zwischen den beiden Nationen zuversichtlich sei, dass die bilaterale Zusammenarbeit im Einklang mit den Interessen beider Völker weiter ausgebaut werde.

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