Schlagwort: Algerien

Rund 60.000 Flüchtlinge aus der Westsahara, die in einem algerischen Flüchtlingslager in der Sahara leben, verloren ihr gesamten Besitz, als heftige Regenfälle das Lager unter Wasser setzte.

Durch Seewinde und Erdbeben war die Basilika stark beschädigt; jetzt wurde mit kostspieligen Restaurierungsarbeiten begonnen. Seit es in Algerien nur noch wenige Katholiken gibt, kommen viele katholische Schwarzafrikaner zur Schwarzen Madonna. Aber auch viele Muslime sind unter den Pilgern, wie sich aus den Ex-Votos und den Eintragungen im Fürbittbuch erkennen lässt. In der Apsis befindet sich seit 1872 die goldene Inschrift „Unsere Liebe Frau von Afrika, bitte für uns und für die Muslime”.

Die Behörden haben 13 protestantische Kirchen und Gebetsräume geschlossen, die meisten in der Unruheregion Kabylei. Gründe wurden offenbar nicht genannt. Auch die katholische Kirche Algeriens beklagt sich über eine wachsende Intoleranz bei den Behörden. Seit Februar 2006 verlangt ein Gesetz, dass nicht-islamische Kultstätten genehmigt werden müssen.

Sicherheitskräfte haben den mutmaßlichen Drahtzieher eines Terroranschlags auf den Regierungssitz getötet. Bei dem Anschlag im April auf den Sitz des Ministerpräsidenten und auf eine Polizeistation wurden 30 Menschen getötet. Der 33-jährige ist bei einem Feuergefecht in der Region Kabylei ums Leben gekommen.

Nach zehn Jahren im Amt darf Abdelaziz Bouteflika weitere fünf Jahre regieren, nachdem 90% der Wählerstimmen auf ihn fielen. Bouteflika hatte kurz vorher die Verfassung geändert, um das zu ermöglichen. Die fünf Gegenkandidaten hatten keine Chance. Obwohl die Öl- und Gasförderung ungehindert weitergehen kann, ist die Bevölkerung frustriert, dass sie nicht vom Reichtum des Landes profitiert. Weitere Probleme sind die die perspektivelosen Jugendlichen und die gewaltbereiten Islamisten.

Durch die hohen Erdöl- und Gaspreise ist Algerien in der Lage, in den nächsten sechs Monaten die gesamten Schulden von 8 Milliarden Dollar an die Gläubiger des Pariser Klubs zurückzahlen wird.

Das nordafrikanische Land testet erstmals, wie Mobiltelefone beim Kampf gegen den Terrorismus genutzt werden können. Sicherheitskräfte riefen Handy-Besitzer am Dienstag in einer SMS dazu auf, jegliche Bedrohung unter einer neu eingerichteten kostenlosen Nummer zu melden.

Bei einem schweren Erdbeben in der Region von Kherrata kamen mindestens vier Personen ums Leben. Im Norden Algeriens stoßen die Eurasische und Afrikanische Platte aufeinander.

13 Insassen eines Flüchtlingsboots wurden tot an der Küste vor Oran aufgefunden. Moscheen und Regierungsmedien haben eine Kampagne begonnen, verzweifelte Algerier von einer Überfahrt nach Europa abzuraten.

Bei den ersten Protesten hat die Polizei massiv eingegriffen um größere Ansammlungen zu vermeiden. Dann wurden Demonstrationen nur in der Hauptstad Algier verboten. Klugerweise hat die Regierung von Präsident Bouteflika die Notstandsgesetze aufgehoben. So wurden lediglich in kleineren Städten kleine Proteste registriert. Die Opposition selbst machte ernste Fehler: Zersplitterung der Gruppen, Mangel an Koordinierung und Beteiligung von unbeliebten älteren Oppositionellen. Nun haben die Jugendlichen für den 19. März eine Protestkundgebung angekündigt. Zu dem „Marsch der algerischen Jugend“ sind politische Parteien definitiv nicht eingeladen.

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