Schlagwort: Algerien

Algerien – Ende des Jahres soll die nach Mekka und Medina größte Moschee der Welt in Algier eröffnet werden. Sie ist für 120.000 Gläubige ausgelegt, schließt Konferenzsäle, ein Museum und eine Bibliothek ein und wird von einem 262 Meter hohen Minarett überragt. Das Projekt wird als ein persönliches Denkmal von Präsidenten Abdelaziz Bouteflika kritisiert. Die Kosten von über einer Milliarde Dollar hätten sinnvoller für den Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit verwendet werden sollen.

Algerien – Die Polizei hat Dutzende festgenommen, unter ihnen sogar hohe Beamte im Bildungswesen, unter dem Verdacht, Examenspapiere für das Bachelor Examen durch die sozialen Netzwerke veröffentlicht zu haben oder durch Stillschweigen dies ermöglichten. Für die Studenten bedeutet das, dass 300,000 von 800,000 am 19. Juni die Schlussprüfung für die sieben durchgesickerten Fächer nochmal machen müssen. Der Verdruss ist groß, aber ohne diesen Abschluss gibt es keine Immatrikulierung.

Algerien – Ohne Einzelheiten anzugeben, hat der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von Algerien bestätigt, dass möglicherweise bald eine religiöse Gemeinschaft in das Kloster einziehen wird, in dem vor 20 Jahren sieben Trappistenmönche von islamischen Fundamentalisten entführt und Wochen später enthauptet aufgefunden wurden. Ihr Ausharren und ihr Tod wurden durch den preisgekrönten Film „Von Menschen und Göttern“ (2010) weltweit bekannt. Das Kloster Tibhirine wurde nie ganz verlassen sondern immer wieder von Priestern besucht und ehrenamtlich betreut.

Das algerische Parlament hat ein Familiengesetz verabschiedet, das nach Ansicht vieler Frauenverbände nur wenige Verbesserungen bringen und sie immer noch als minderjährige ansieht.

Die in Algier tagenden Bischöfe aus Nordafrika beraten auch über die Geschehnisse in Tunesien und anderen Staaten der Region. Vincent Landel, Erzbischof von Rabat, Marokko, und Leiter der nordafrikanische Bischofskonferenz, meint dass auch die Rückkehr des Islamistenführers Rached Ghannouchi nach 20 Jahren Exil nicht die Errichtung einer islamistischen Regierung bedeuten muss.

Etwa 100 km östlich der Hauptstadt Algier sind Islamisten in das Gotteshaus einer evangelikalen Gemeinschaft eingedrungen, haben Bibeln zerstört und Kreuze geschändet. Eigentlich genießt die christliche Minderheit im Land Kultfreiheit, doch ist seit einem Gesetz von 2006 jede missionarische Tätigkeit untersagt.

Algerische Sicherheitskräfte haben Medienberichten zufolge bei einem Einsatz östlich der Hauptstadt Algier 25 mutmaßliche Terroristen getötet, die der Terrororganisation Al Kaida nahe standen.

Der Mann, der für die Entführung von 32 Sahara-Touristen im Jahr 2003 verantwortlich gemacht wird, Amar Saifi, alias El Para, steht mit fünf Komplizen in Algiers vor Gericht. Er wird der Gründung einer terroristischen Gruppe, der Salafistischen Gruppen für die Predigt und den Kampf (GSPC), angeklagt.

Zum ersten Mal seit dem Inkrafttreten eines neuen Dekrets, das die religiöse Praxis für nicht-muslimische Gemeinschaften regelt, ist ein Priester zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil er „eine religiöse Feier“ in einem dafür vom Staat „nicht anerkannten Ort“ zelebriert habe. Fr. Pierre Wallez war von kamerunischen Studenten gebeten worden, einen Gottesdienst zu feiern. Der Erzbischof von Algier, Henry Tessier, sagte in einem Interview, die neue Haltung der Regierung sei durch das aggressive Auftreten von evangelikalen Gruppen geprägt worden.

Aus Furcht vor möglichen Angriffen von Islamisten im Norden Malis hat Spanien seine Hilfskräfte aus Saharawi Flüchtlingslagern nahe Tindouf im westlichen Algerien zurückgezogen. Neben zwölf Spaniern wurden drei weitere Europäer ausgeflogen. Ausländer waren in den letzten Jahren bevorzugte Zielscheiben von Angriffen und Entführungen.

Länder