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Algerien – Eine Konferenz in Algerien forderte Frankreich wieder auf, den atomaren Müll von den 17 in den 1960er Jahren in der Sahara durchgeführten Atomtests zu entsorgen. Damals kamen 42.000 Menschen um und viele wurden gesundheitlich geschädigt. Von dem 2010 verabschiedeten Gesetz über Entschädigung haben die Opfer in den früheren Kolonialgebieten bisher nichts gesehen.

Algerien – Eine Million Menschen auf der Straße am 6. Freitag in Folge zeigen Wirkung. Der kranke Präsident tritt zum 28. April pünktlich zum Ende seines Mandats zurück, will aber noch sicherstellen, dass die Staatsgeschäfte weitergehen. Viele Algerier glauben, dass die Krankheit des Herrschers sehr ernst ist und dass er nur noch als Fassade dient für Geschäftsleute, Politiker und Generäle, „le pouvoir“ genannt, die ihren Einfluss nicht aufgeben wollen. Algerien geht in eine ungewisse Zukunft.

Algerien – Es ist nicht genug, dass Präsident Bouteflika nicht mehr antritt; er soll sofort verschwinden und den Weg für eine neue Regierung frei machen. Die Verschiebung der für den 18. April angesetzten Wahlen ist für die Demonstranten unannehmbar. Sie wollen keine weiteren Intrigen sondern ein freies, demokratisches Algerien. Doch der Machtanspruch der Armee und der Nationalen Befreiungsfront, der vom Unabhängigkeitskampf herrührt, ist nicht so leicht zu brechen.

Algerien – Das algerische Volk geht zu hundert Tausenden gegen seine 5. Amtszeit auf die Straße, besonders Studenten und die Jugend. Sie haben genug von dem erstarrten System, von Willkür und Korruption, von dem mächtigen Klüngel von Clan, Militär und Geschäftsleuten, die sich hinter dem arbeitsunfähigen Präsidenten verstecken. 1000 Richter verweigern den Dienst; Polizei und Militär sympathisieren mit den Demonstranten. Es scheint sich eine Zusammenarbeit zwischen der FLN und den andern Parteien anzubahnen, um die Krise zu beenden.

Algerien – Bouteflika ist alt und krank und will sich für eine 5. Amtszeit bewerben. Deshalb geht sein Volk auf die Straße, besonders die Jungen, die keine Arbeit und keine Perspektive haben. 70% der Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt. Während die Elite Bouteflika „wegen seiner Verdienste“ unterstützt, sucht die Opposition mühsam nach einem gemeinsamen Kandidaten, als Herausforderer bei der Wahl am 18. April. Bouteflika regiert seit 1999, seine Partei, die Nationale Befreiungsfront, seit der Unabhängigkeit im Jahr 1962.

Algerien – Die Seligsprechung von 19 Märtyrern am 8. Dezember in Oran kann als Zeichen des Vatikans gegen den islamistischen Terror gesehen werden. Unter den Märtyrern sind der Bischof von Oran und sein Begleiter, vier Weiße Väter und die sieben Trappistenmönche von Tibhirine, die 1996 während des Bürgerkriegs entführt wurden und deren abgetrennte Köpfe erst zwei Monate später gefunden wurden. Der preisgekrönte Film „Von Menschen und Göttern“ (2010) machte ihr Glaubenszeugnis weithin bekannt. Man hofft, dass der christlich-islamische Dialog durch die Ehrung der algerischen Märtyrer neue Dynamik erhält.

Algerien – Um das Durchsickern von Aufgaben während der Bachelor Examen zu vermeiden, ist der Internet Zugang vor, während der ersten Stunde und zu andern Zeiten begrenzt, nicht nur für Studenten sondern auch für das Kollegium. Die 2016 Examen waren wegen der verbreiteten Mogelei ernstlich beeinträchtigt.

Algerien – Die sieben französischen Trappistenmönche wurden in der Nacht vom 26. Zum 27. März 1996 aus ihrem Kloster im Atlasgebirge von einer aufständischen Islamisten Gruppe verschleppt und zwei Wochen später enthauptet aufgefunden. Der Vatikan hat gestern die sieben Mönche, zusammen mit dem früheren Bischof von Oran und elf weiteren Katholiken als Märtyrer anerkannt, da sie „odium fidei – aus Hass auf den Glauben“ gestorben sind. Es ist dies der erste Schritt auf dem Weg zur Seligsprechung. Das Leben und Sterben der sieben Mönche, zwischen 45 und 82 Jahre alt, inspirierte den in Cannes preisgekrönten Spielfilm „Von Menschen und Göttern“.

Algerien – Laut Islamforscher P. Vöcking wird ihre die Zahl allein in Algerien auf mehrere Zehntausend geschätzt. Grund dafür ist die gestiegene Toleranz gegenüber Konvertiten in islamischen Gesellschaften. Weitere Gründe für den Anstieg der Taufen könnten die Ernüchterung über Krieg und wachsende Gewalt auf der einen Seite und der Glaube an den tröstenden Gott der Christen auf der andern Seite sein.

Algerien – Ende des Jahres soll die nach Mekka und Medina größte Moschee der Welt in Algier eröffnet werden. Sie ist für 120.000 Gläubige ausgelegt, schließt Konferenzsäle, ein Museum und eine Bibliothek ein und wird von einem 262 Meter hohen Minarett überragt. Das Projekt wird als ein persönliches Denkmal von Präsidenten Abdelaziz Bouteflika kritisiert. Die Kosten von über einer Milliarde Dollar hätten sinnvoller für den Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit verwendet werden sollen.

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